Folge 1: Wie kann ich meine Social Media-Strategie optimieren?

Folge 1: Wie kann ich meine Social Media-Strategie optimieren?

In Folge #1 unseres Podcasts geht es um die Social Media-Strategie. Denn Social Media Marketing und Kommunikation funktionieren langfristig nur mit einer guten Strategie. Dazu gehört nicht nur, welche sozialen Netzwerke man für das Marketing auswählt.

Aber: Es soll nicht um das Erstellen gehen, sondern um die Nachbesserung. Um nah an der eigenen Zielgruppe bleiben zu können, ist es wichtig flexibel zu sein. In sozialen Medien ist die Interaktionsrate ausschlaggebend um zu entscheiden, welcher Content weiter produziert werden sollte. Dafür gibt es nur leider keinen Masterplan mit dem nötigen Know-How. 

Die Notwendigkeit eine Social Media Strategie anzupassen kann ganz unterschiedliche, individuelle Ursachen haben. Verschiedene Tools können Daten wie Follower-Wachstum, Shares, Kommentare, uvw. messen. Basierend auf gesetzten Zielen können große und kleine Unternehmen dann Maßnahmen einleiten, um die eigene Performance in Social Media Kanälen zu verbessern.

Für einige Einblicke in die Welt der Social Media Strategie sprechen wir mit der Stadtbücherei Düsseldorf und mit unserem K12-Teamlead Social Media und Content Marketing, Jo Volkwein. Wir erklären euch, wie ihr eure Social Media-Strategie auf ihren Erfolg überprüfen könnt – und wie ihr sie praxisnah verbessert. Übrigens: Jo findet ihr auch auf Twitter und LinkedIn.

Transkript

Off-Stimme:Social Media-Expertenwissen. Der K12 Podcast. Folge 1.

Saskia: Ohne Strategie erfüllt Kommunikation nur selten ihren vollen Zweck. Das gilt selbstverständlich auch für Social Media. Erst die Strategie, dann die Umsetzung im Idealfall. Das haben mittlerweile auch die meisten verinnerlicht und versuchen mit Struktur und Planung ihre kommunikativen Maßnahmen umzusetzen. Doch anders als bei einer Pressemitteilung, die man rausschickt, kann die Zielgruppe via Social Media direkt in den Kontakt, die Interaktion treten und so vielleicht die sorgsam überlegte Strategie auf den Kopf stellen. Diese Podcast-Folge soll daher zwei Fragen beantworten: Erstens, wie erkenne ich, dass meine Social Media-Strategie optimiert bzw. nachjustiert werden sollte? Und zweitens, wie setze ich das Vorhaben in der Praxis um?

Off-Simme:Social Media-Expertenwissen. Interview.

Saskia: Zwei Social Media-Experten, die das schon hinter sich haben, sind Karoline Kahmann und Stephan Schwerin von den Stadtbüchereien Düsseldorf. Als sie vor circa sieben Jahren mit Social Media angefangen haben, war klar: „Wir zeigen Bücher. Schließlich sind wir ne Bibliothek.“

Karoline Kahmann: Wir haben gedacht: Also bei Facebook mindestens einmal am Tag was posten, höchstens drei Mal. Und dann haben wir uns damals vorgestellt. Die Leute erwarten von uns Büchertipps, Medientipps, Filmtipps und haben dann gedacht, wir können die Leute damit unterhalten. Und jetzt sind wir natürlich viel klüger. Wir machen das jetzt anders. Aber wir haben einfach, wir haben einfach angefangen.

Saskia:Das Stichwort hier ist klüger. Das sind die beiden mittlerweile. Durch das Feedback der Community. Denn ihre Annahme, dass Medien und Bücher der einzige Content sind, der User interessiert, war nicht ganz zutreffend.

Karoline Kahmann:Das fing dann an, dass wir neben den Medientipps einfach auch die Sachen gepostet haben, die in der Bibliothek so halb privat passiert sind, den Mitarbeitern oder was wir für witzige Lesezeichen gefunden haben und so weiter. Und da haben wir dann gemerkt das kommt viel besser an als unser pädagogischer Auftrag, die Leute ans Lesen zu bekommen.

Saskia:Die Rückmeldungen der User, die interessante Inhalte mit Interaktionen belohnt haben, war und ist entscheidend für Karoline Kahmann und Stephan Schwerin. Annahmen werden in der Praxis ausgetestet und wenn sie nicht wie erwartet gut ankommen, wird nachjustiert. Das kann auch tatsächlich ganze Netzwerkauftritte betreffen.

Stephan Schwerin: Snapchat hatten wir auch mal eine Zeitlang …

Karoline Kahmann:… zwei Jahre.

Stephan Schwerin: zwei Jahre. Das ist auch ein Beispiel dafür, dass unsere Social Media-Sachen immer im Prozess irgendwie auch von uns gesehen werden. Als Instagram dann die Stories eingeführt hat, haben wir uns dann von Snapchat verabschiedet, weil man natürlich auch immer ein bisschen Personaleinsatz und dann die Reichweite ein bisschen auch gegenprüfen muss. Also ist der Aufwand wirklich gerechtfertigt für das. Und da haben wir irgendwann auch entschieden: Wir stellen Snapchat wieder ein und integrieren das bei den Stories bei Instagram. Also deswegen ist es auch wichtig, da aktuell zu bleiben, dran zu bleiben und der aktuellen Entwicklung Rechnung zu tragen.

Saskia:Also nicht nur das „wo“ kann sich bei einer Social Media-Strategie ändern. Auch das „wie“ ist im Prozess. Allgemein gilt ja, Video Content ist am erfolgreichsten von allen anderen Formaten. Aber auch in dem Punkt lohnt sich das Hinterfragen von Statistiken. Für die Aktivitäten der Stadtbüchereien Düsseldorf ist die Interaktionsrate der User, immer der entscheidende Faktor, um Inhalte und Themen und Formate zu veröffentlichen oder es eben nicht zu tun. Die Faustregel: Je höher die Interaktionsrate desto besser performt der Content.

Karoline Kahmann: Wir wundern uns jedes Mal, wie manchmal reine Text produzierte Posts super abgehen. Und das nicht nur auf Twitter, auch auf Facebook, ohne Bild, ohne Video. Einfach nur mal zugehört, wenn sich zwei Kinder unterhalten haben oder ein Gespräch mit dem Kunden oder so. Oder da ist was passiert, da fügt man mal ein Wort dazu oder einen halben Satz und schon ist es eine kleine Geschichte.

Saskia:Storytelling kann also auch ganz ohne Bild oder Video funktionieren, wie die Stadtbüchereien beweisen. Wer also in seiner Strategie stark auf Bewegtbild setzt, aber sieht das Bild- oder Textinhalte besser performen, der sollte seinen Fokus strategisch neu ausrichten. Der strategische Tipp von Stephan Schwerin zum Schluss: Wer bei der Umsetzung von Social Media intern auf Hürden stößt, soll sich dadurch nicht von seiner Überzeugung abbringen lassen. Und manchmal ist es ganz gut, Erwartungen nicht zu erfüllen.

Stephan Schwerin: Und sich nicht entmutigen lassen bei Widerständen.Weil ich glaube, es sind oft, wenn ich das mal so sagen darf, Widerstände auch von Leuten, die eben dort nicht aktiv sind. Und dann darf man sich deswegen nicht entmutigen lassen, wenn man ein Ziel verfolgt. Und man sollte ein gutes Konzept in der Tasche haben. Gute Überzeugungsarbeit dadurch.

Karoline Kahmann: Nicht nur Büchertisch.

Stephan Schwerin: Nicht nur Büchertisch, das haben wir gelernt. Das ist ganz interessant. Ist auch ein bisschen zwiespältig, weil natürlich auch von uns sowas mal erwartet wird. Aber wir glauben, unsere Facebook-Seite nur mit Postings über Büchertisch wäre langweilig.

Off-Stimme: Social Media-Expertenwissen. Inside.

Saskia: Die Interaktionsrate der User, neue Features von Netzwerken, hohe oder niedrige Akzeptanz von bestimmten Formaten, die Notwendigkeit, die eigene Social Media-Strategie anzupassen, kann ganz unterschiedliche Ursachen haben, wie wir gehört haben. Angenommen, ich erkenne jetzt den Bedarf einer Nachjustierung bzw. Optimierung. Wie gehe ich dann überhaupt vor? Um diese Fragen zu beantworten, begrüße ich Jo Volkwein bei uns. Sie ist die Leiterin Social Media und Content Marketing bei K12, hallo Jo.

Jo: Hallo Saskia.

Saskia: Schön, dass du da bist. Wir sprechen ja heute darüber. Wie kann ich erkennen, dass meine Social Media-Strategie vielleicht nicht so funktioniert, wie ich das gerne hätte? Und vor allem: Was mache ich dann, wenn es so ist? Wenn wir uns die Social Media-Strategie anschauen, wo fange ich denn da überhaupt an? Gehe ich da einfach ins Blaue hinein? Oder wie würdest du vorgehen?

Jo:Grundsätzlich lohnt es sich natürlich erstmal gewisse Vorannahmen aufzustellen, was wie funktioniert. Also wo möchte ich präsent sein. Das ist dann der Punkt, wo viele Unternehmen sich ganz am Anfang im Bereich Social Media erst mal für Facebook entscheiden. Einfach weil man gehört oder gelesen hat, dass dort die meisten User aktiv sind. Und dann schaut man meistens: „Was hab ich eigentlich schon an Content, den ich produzieren oder den ich leicht produzieren kann, den ich veröffentlichen kann?“ Und dann wird dieser Content – ich sage mal salopp – rausgehauen. Und schon hat man dadurch eigentlich die ersten Werte, die sich daraus ableiten, dass man z.B. über die Facebook Insights sehen kann: Was hat denn gut funktioniert, was nicht? Wie haben sich die ersten Zahlen bereits verändert? Das ist natürlich eine Herangehensweise. Die andere Herangehensweise ist schon in der strategischen Vorüberlegung, bevor ich überhaupt irgendwelche Kanäle aufsetze oder bespiele, die Sicht des Users einzunehmen oder des potenziellen Kunden. Auch sich einmal anzuschauen: Wo trifft eigentlich der potenzielle Nutzer oder der potenzielle Kunde mich im Internet an und darauf basierend zu überlegen: „Auf welche Kanäle gehe ich denn? Und was könnte den Nutzer eigentlich interessieren?“

Saskia:Das heißt, wenn ich jetzt im Idealfall recherchiert habe: Okay, da sind meine potenziellen Kunden, da muss ich auch sein. Ich habe die Inhalte festgelegt, die den Kunden hoffentlich interessieren. Wie messe ich denn dann? Oder wie mache ich messbar, dass das, was ich mache, überhaupt funktioniert? Es gibt ja Trilliarden Werte, die ich mir anschauen kann. Wie lege ich fest, das ist jetzt wirklich für mich und mein Unternehmen relevant?

Jo:Idealerweise überlege ich mir natürlich vorher, was ich eigentlich überhaupt erreichen möchte über die Social Media-Kanäle. Das heißt, welche Ziele möchte ich erreichen? Das kann bei manchen Unternehmen sein. Ich möchte mehr Anmeldungen für meinen Newsletter generieren. Das kann sein. Ich möchte meine Reichweite ausbauen. Das kann sein. Ich möchte Linkklicks auf meine Website haben. Das kann sein. Ich möchte Verkäufe, also ich möchte Abverkauf, den Abverkauf von Produkten ankurbeln und so weiter und so fort. Also es gibt ja eine Vielzahl an Unternehmens- und Projektzielen zur Auswahl. Und darauf, daraus muss ich mir einige wenige spezielle aussuchen. Die ich im weiteren Schritt messbar machen möchte durch sogenannte Key Performance Indicators. Also KPIs, gerne auch abgekürzt, sodass ich Ziele durch bestimmte Leistungskennzahlen messbar mache, die ich eben auch leicht überprüfen kann in den jeweiligen Social Media-Kanälen oder eben wenn ich ein entsprechendes Social Media Tool nutze.

Saskia:Okay. Das heißt, wenn ich jetzt beispielhaft sage, ich als Unternehmen möchte meine Marke bekannter machen, was könnten da Messwerte sein, die ich etabliere in meiner Strategie?

Jo:Das reicht von dem Simplen: „Ich möchte mehr Follower auf meiner Facebook-Seite, auf meinem Instagram-Kanal, auf meiner LinkedIn-Seite, wie auch immer.“ Das kann aber auch sein, dass ich zum Beispiel sage: „Ich habe eine bestimmte Landing Page auf, auf meiner Webseite und möchte dort besonders viel Traffic generieren.“ Das kann aber auch bedeuten, dass man sich die Interaktionsrate anschaut, weil ich gerne möchte, dass die Leute über mich sprechen im Social Web oder mit mir sprechen idealerweise. Das heißt, dass z.B. Beiträge von mir besonders häufig geteilt werden, dass sie kommentiert werden, geliked werden.

Saskia:Erster Schritt, wie du schon gesagt hast, ich schaue mir an, wo sind die User, die ich erreichen will. Wie kann ich die User mit Inhalten erreichen? Und was ist sozusagen Erfolg für mich, für meine Social Media-Strategie, wenn ich das messbar gemacht habe. Wenn ich jetzt einfach loslege, die Inhalte veröffentliche, wo ich denke, das kommt ganz gut an und nach einem Monat merke ich, ja, irgendwie doch nicht. Wie kann ich das überprüfen und sicherstellen, dass es da vielleicht im zweiten Monat besser läuft?

Jo:Also erstmal ist das unheimlich wichtig, überhaupt diese Fähigkeit zu haben als Social Media Manager, nämlich diesen Mut, sich die eigenen Kanäle und Inhalte auch mal anzusehen. Und zu schauen, was performt, wie und sich im weiteren Schritt gegebenenfalls einzugestehen, dass man vielleicht mit dem, was man so produziert und veröffentlicht hat, nicht ganz richtig lag. Oder dass das eben nicht erfolgsbringend war. Im weiteren Verlauf geht es dann z.B. auf andere Themen zu setzen oder sich seine Strategie nochmal anzuschauen und zu überlegen, ob ich vielleicht auf den falschen Kanälen unterwegs bin. Stichwort Match von Nutzerdemographien der eigenen Netzwerke versus z.B. Persona meiner, meines Kunden und Mediennutzungsverhalten meines Kunden. Vielleicht bewegt er sich auch viel mehr auf Xing statt auf LinkedIn. Vielleicht ist meine Zielgruppe besonders jung und bewegt sich mittlerweile auf Snapchat oder TikTok statt auf Instagram z.B.. Vielleicht habe ich aber auch die falschen Formate gewählt, also nur weil alle Welt oder die ganze Social Media-Welt sagt, dass Video Content besonders gut performt oder funktioniert, muss das nicht heißen, dass das für meine Themen und für meine Produkte das Gleiche bedeutet.

Saskia:Das heißt, ich muss da wirklich laufend den Blick drauf behalten auf all das, was ich mache. Und immer ein bisschen gegenprüfen: „Welche KPIs habe ich und inwieweit erfüllt der Content diese Zielsetzung sozusagen, die dahintersteht?“

Jo: Ja,die Regelmäßigkeit ist ganz wichtig beim Monitoring und auch bei der Evaluation. Einfach auch deshalb, um langfristig eine Vergleichbarkeit der Kennzahlen garantieren zu können. Wenn ich nicht regelmäßig reinschaue in meine Zahlen es ist einfach so, dann kann ich da auch keine Schlüsse daraus ziehen. Dann brauche ich mich – unterm Strich salopp gesagt – auch nicht wundern, wenn langfristig eben der Erfolg ausbleibt.

Saskia:Wenn ich jetzt schaue, Punkt beispielsweise Medium Video ist vielleicht doch nicht das richtige Format für mich. Wie finde ich dann heraus, welches Format eventuell besser performt? Wie gehe ich davor?

Jo:Da gibt’s ja verschiedene Vorgehensweisen.Man kann natürlich beispielsweise, wenn man sich jetzt eine Kategorie raussucht z.B. Service Content oder so, kann man natürlich einfach mit anderen Formaten das Ganze auch ausprobieren. Sich überlegen kann ich beispielsweise das, was ich jetzt durch ein Interview mit einem Experten wiedergegeben habe, kann ich das in einer in einem Foto-Post-Format wiedergeben, beispielsweise als Checkliste oder als Listicle sozusagen: „Fünf Dinge, die du beachten sollst.“ Das wäre eine Herangehensweise, das heißt, mit den Formaten zu spielen oder aber auch tatsächlich zu überprüfen: „Nutze ich denn die Formate, die ich bereits genutzt hab auf richtigem Wege?“ Im Videobereich heißt das zum Beispiel: „Haben meine Videos eigentlich Untertitel? Und wenn nicht, kann das der Grund dafür sein, dass sie nicht bis zum Ende angeschaut werden z.b. oder dass sie nicht geteilt werden. Haben meine Videos ein ansprechendes Thumbnail?“ Sodass auch der Nutzer auf jeden Fall daran hängenbleibt in seinem Feed und so weiter und so fort.

Saskia:Das bedeutet, es gibt leider in dem Fall nicht den einen Punkt, wo ich sehen kann okay, das ist jetzt genau der Faktor, der in dem Bereich relevant ist, sondern ich muss meistens auch so ein bisschen ausprobieren und dann in der nächsten Evaluation schauen: „Hat das einen Unterschied gemacht und wenn ja, wie war der?“

Jo:Also das, was sicherlich hierbei jetzt auch rauskommt ist das kann mitunter sehr zeitaufwändig sein, insbesondere am Anfang. Kann aber natürlich im weiteren Verlauf, wenn man dann sozusagen die Sweet Spots, also den Content, der gut performt, gefunden hat und seine Nutzerschaft damit bespielt. Kann das im weiteren Verlauf eben auch sehr ressourcensparend sein, sich mal am Anfangen mit messbaren Zielen oder mit der Messbarkeit von Zielen auseinanderzusetzen. Und insbesondere im Bereich Ad-Konzeption, wenn’s um Social Media Advertising geht, ist das vor allem für kleinere Unternehmen, die nur weniger Budget zur Verfügung haben, essentiell, dass sie eigentlich A/B Testings nutzen. Das heißt z.B. Ads ausspielen, die gleich aussehen, also mit gleichen Visuals, aber an verschiedene Zielgruppen für eine gewisse Testperiode, z.B. drei bis fünf Tage oder dass sie an verschiedene Zielgruppen ein und dieselbe Ad ausspielen, beispielsweise. Es gibt ganz, ganz viele verschiedene Art und Weisen beim Vorgehen von A/B Testing, aber so kann halt sehr, sehr schnell festgestellt werden, wie das auch kleine Budget am effektivsten eingesetzt werden kann, um bestmöglich das Ziel zu erreichen, was man mit dieser Ad oder mit der spezifischen Ad erreichen möchte.

Saskia:Ich kann also nicht nur sehen, welche Art von beispielsweise Visual kommt bei meiner Zielgruppe besser an und dadurch natürlich auch Geld sparen, um es mal so zu sagen. Wenn ich nachher sehe, die Zielgruppe ist vielleicht auch gar nicht relevant, kann ich das auch durch eine A/B Testing rausfinden?

Jo: Genau, also man kann tatsächlich auch mittlerweile, also der insbesondere beim Facebook Network und da gehört ja nicht nur Facebook dazu, sondern eben unter anderem auch der Messenger und auch Instagram, aber eben auch das Facebook Network. Und da hängt sehr, sehr viel noch das Audience Network oder so, da hängt noch sehr, sehr viel, hängen viele weitere Kanäle dran und da kriege ich über den entsprechenden Business Manager oder den Werbeanzeigen-Manager sehr genau mitgeteilt, welche Zielgruppe denn wie auf meine verschiedenen Ad-Formate oder Ad-Konzepte angesprochen ist.

Saskia:Wenn man dich jetzt fragen würde, in welchem Turnus so eine Überprüfung stattfinden soll, da gibt’s natürlich auch von bis immer unterschiedliche Antworten. Was ist so, wenn du sagst, Unternehmen auch gerade kleine Unternehmen fangen jetzt an mit Social Media, wollen ihre Strategie oder ihre Erfolge regelmäßig überprüfen, was es da ein guter Zeitturnus?

Jo: Ich bin ehrlich gesagt gar nicht sicher, ob es da eine Faustregel gibt und kann mir vorstellen, dass das der eine oder andere auch anders sieht. Aber ich würde grundsätzlich die organischen Postings, also die, die nicht mit Werbebudget hinterlegt sind, würde ich mit einem bestimmten Stichtag einmal im Monat mir anschauen, tatsächlich und würde quartalsweise ein kurzes Reporting darüber erstellen. Also entweder für sich selbst oder aber auch gerade wenn man eine Rechtfertigung innerhalb des Unternehmens braucht, ist das immer sehr hilfreich, drei bis vier aussagekräftige Zahlen zu haben, wie sich etwas entwickelt hat, was die Ads betrifft oder im Social Media Advertising-Bereich hängt das natürlich davon ab, welche Dauer ich eingestellt habe. Und insbesondere dann, wenn ich A/B Testings fahre, muss ich natürlich eigentlich täglich da reinschauen. Oder das hängt auch davon ab, wenn ich z. B. sehr spezifisch auswähle, dass eine Anzeige beschleunigt ausgeliefert wird, dann bricht sich das runter bis auf nahezu stündlich oder mehrfach an einem Tag oder so. Insbesondere ganz am Anfang lohnt es sich gegebenenfalls auch öfter reinzuschauen. Wobei man auch da natürlich darauf achten sollte, das ist aufwendig. Und wenn ich mir vornehme, jede Woche dort reinzuschauen und meine Kennzahlen zu erheben und zu schauen, wie sich innerhalb einer Woche schon was entwickelt hat, dann kann das mitunter auch etwas desillusionierend sein – kann ich mir vorstellen. Deswegen ist es vielleicht auch für einen selbst schöner, wenn man das tatsächlich auf einen Monat hoch setzt. Aber am Anfang – ich will nicht sagen, ist das eine komplett Nullmessung – aber man hat eben noch keine Referenzwerte. Die sich erstmal herstellen müssen oder die man selbst erstmal herstellen muss. Und deswegen lohnt es, kann es sich lohnen, öfter als z.B. monatlich diese Zahlen anzusehen und entsprechend zu evaluieren.

Saskia:Wieso ist das so wichtig, dass ich als Social Media-Verantwortlicher da auch sage: „Okay, vielleicht war das nicht ganz so schön oder nicht ganz so gut, was ich da bisher gemacht habe.“

Jo:Also es soll ja in erster Linie auch Spaß machen. So, und wenn ich natürlich nicht diesen Mut habe, mir z.B. auch mal einzugestehen, dass etwas vielleicht strategisch nicht so klug war oder dass etwas strategisch nicht zur Zielerreichung beigetragen hat, dann werde ich auch nicht den Mut haben, irgendetwas zu verändern. So, das betrifft ja nicht nur Social Media Management, das betrifft ja alles im Grunde genommen. Ich meine, Social Media macht dann im Zweifel auch Spaß. Wenn man sieht: „Oh schön, da kommt es zu einer Interaktion. Mein Content wird gut angenommen von der Zielgruppe, die Zielgruppe tritt in den Austausch mit mir.“ Und deswegen ist es wichtig, diesen Mut aufzubringen, die Motivation aufzubringen und auch, sich die Zeit zu nehmen, hier und da diese, dieses, diese Evaluation vorzunehmen. Reporting zu erstellen, weil es natürlich auch am schönsten für einen selbst ist, wenn man dann einfach mal schwarz auf weiß sieht, dass man das, was man gemacht hat, gut gemacht hat.

Off-Stimme:Social Media-Expertenwissen. In and out.

Saskia:Wenn wir das jetzt nochmal zusammenfassen würden, so die drei Kerndinge, die wichtig sind bei einer Social Media-Strategie, damit ich nachher weiß, sie hat funktioniert oder auch ich muss da nachbessern. Welche drei Dinge wären das?

Jo: Für mich persönlich sind in der Evaluation und im Reporting von Social Media-Strategien drei Dinge wichtig: Nämlich erstens nicht zu viele Ziele vornehmen und mit KPIs messbar machen, weil die Gefahr da ist, dass man sich verzettelt. Den Mut haben, auszuprobieren und Dinge zu verändern und auch Strategien anzupassen, die ich vielleicht schon immer so gemacht habe. Und für eine Regelmäßigkeit zu sorgen, auch wenn das mitunter nervig sein kann, nicht in den Arbeitsalltag reinpasst oder, oder. Aber eben nur die Regelmäßigkeit führt zu einer Vergleichbarkeit und zu einer kontinuierlichen Verbesserung.

Off-Stimme:Social Media-Expertenwissen. Der K12 Podcast.

Saskia: Und das war auch schon unsere erste Folge unseres Social Media-Expertenwissens Podcast. Noch einmal vielen, vielen Dank an die Stadtbüchereien Düsseldorf und an meine Kollegin Jo für den tollen Input. Wir hoffen, ihr konntet ganz viel mitnehmen, falls ihr Rückmeldungen zur Folge habt oder Fragen, Anregungen, Wünsche. Dann schreib uns doch einfach eine E-Mail.

Off-Stimme: somex@k-zwoelf.com.

Saskia: Falls ihr weitere Infos sucht oder eine Übersicht zu unserem Podcast, die gibt es natürlich online für euch.

Off-Stimme: somex.k-zwoelf.com.

Saskia: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge.

Off-Stimme: Und nicht vergessen: Abonniere uns und rede mit deinen Freunden darüber.