Folge 9: Wie funktioniert Barrierefreiheit im Internet?

Folge 9: Wie funktioniert Barrierefreiheit im Internet?

Barrierefreiheit ist fester Bestandteil des Alltags für alle Menschen geworden. Die Braille-Schrift auf den Knöpfen im Fahrstuhl, die Rampe vor dem Buchladen – jeder kann mindestens ein Beispiel dafür nennen und weiß wo sich diese Beispiele befinden.

Einige Beispiele sind sogar gar nicht so offensichtlich, fördern aber trotzdem mehr Barrierefreiheit in der Gesellschaft und mehr Akzeptanz für betroffene Menschen. Im Web hingegen ist beim Thema Barrierefreiheit noch einiges nachzuholen, obwohl unser Alltag zunehmend digital stattfindet.

Was genau versteht man eigentlich unter Barrierefreiheit im Internet? Wie sehen barrierefreie Inhalte im Internet aus? Was muss man wissen, um Barrierefreiheit auf Social Networks umsetzen zu können? Wie schreibt man eigentlich barrierefrei? Und welche Wege muss man gehen, um am Ende bei einer eigenen, barrierefreien Website anzukommen? 

In der neunten Folge unseres Podcasts erklären uns Tim Neumann, Dominik Fels und Lara Zeyßig, was sie über dieses Thema wissen. Sie sind Mitglieder der Organisation PIKSL. Das ist eine Initiative, die die Fähigkeiten von Menschen mit und ohne Behinderung nutzt, um digitale Barrieren im Web abzubauen. Außerdem helfen sie Vereinen und Unternehmen dabei, Dienstleistungen und Produkte barrierefrei zu entwickeln.

Transkript

Off-Stimme:Social Media-Expertenwissen. Der K12 Podcast. Folge 9.

Felix: Barrierefreiheit ist im Alltag ein wichtiges Thema. Die Rampe vor dem Buchladen oder die Brailleschrift auf den Knöpfen im Fahrstuhl. Aber wie sieht Barrierefreiheit eigentlich im Internet aus? Welche Wege muss man gehen, um am Ende bei der eigenen barrierefreien Website anzukommen? Und wie kann man sie eigentlich umsetzen, wenn man sich auf anderen Plattformen befindet, auf die man keinen Einfluss hat z.B. Social Networks? Das erklären uns in der neunten Folge unseres Podcasts Tim Neumann, Lara Zeyßig und Dominik Fels von PIKSL. Die Organisation mit Sitz in fünf deutschen Städten baut digitale Barrieren ab und hilft Unternehmen und Vereine dabei, Produkte und Dienstleistungen für alle Menschen zu entwickeln. Mein Name ist Felix und ich bin bei K12 Junior Berater für Digitale Kommunikation. Viel Spaß bei der Folge.

Off-Stimme:Social Media-Expertenwissen. Interview.

Dominik Fels: Integration wird niemals von alleine passieren. Das ist viel zu viel Arbeit.

Felix:Dieser Meinung ist Dominik Fels, einer unserer drei Gäste. Dominik arbeitet seit knapp anderthalb Jahren in den Bereichen rund um Online-Marketing und Social Media im PIKSL Labor. Seine Meinung: Jedes Unternehmen, das keine Social Media-Kanäle betreibt, lässt ganz schön viel Potenzial liegen.

Tim Neumann:Mein Name ist Tim Neumann. Ich leite das PIKSL Labor hier in Düsseldorf am Standort. Bin eigentlich von Haus aus Heilpädagoge und koordiniere als Leitung des PIKSL Labors die Bildungsangebote und die Durchführung.

Lara Zeyßig:Mein Name ist Lara Zeyßig. Ich bin Medienpädagogin und arbeite für PIKSL, nicht für das PIKSL Labor und verantwortet dort die Bereiche Medienbildung, Wissensmanagement und auch aktuell unsere Social Media-Kanäle und begleite neue Träger, die ein eigenes PIKSL Labor gründen wollen, darin quasi das Wissen zu bekommen, was sie brauchen, um das gut umzusetzen vor Ort.

Felix: Aber wie sieht Barrierefreiheit im Internet jetzt eigentlich aus? Brailleschrift auf dem Smartphone ist wohl schwer umzusetzen.

Lara Zeyßig:Also ich glaube, grundsätzlich ist unter dem Begriff der Barrierefreiheit das zu fassen, dass man sagt, dass eigentlich alle Menschen die gleiche Möglichkeit haben, digitale Medien für sich nutzen zu können. Das heißt, ob sie jetzt eine Einschränkung haben oder nicht. Trotzdem vollen Zugang zu digitalen Medien, zu digitalen Netzwerken, sozialen Netzwerken erhalten, ungehindert davon, ob sie jetzt vielleicht eine Sehbeeinträchtigung beispielsweise haben oder Probleme damit haben, komplexe Texte oder Ähnliches zu erfassen. Und Barrierefreiheit würde halt dafür sorgen, dass alle das so nutzen können, wie sie es für sich brauchen.

Felix: Das klingt eigentlich gar nicht so schwierig. Aber der Teufel steckt im Detail: Untertitel Bildbeschreibungen oder kontraststarke Bilder. Wo fängt man da eigentlich an?

Dominik Fels:Es kostet dich nicht viel, mal eben eine App runterzuladen, die deine Instagram Stories mit Untertiteln versehen. Und macht nicht nur diejenigen, die vielleicht nicht so gut hören können, glücklich, sondern auch die, die gerade in der Bahn sitzen und das nicht verstehen können. Von daher schlägst du direkt zwei Fliegen mit einer Klappe und hast da nicht viel Aufwand bei.

Felix: Ein Untertitel für ein Video? Okay, das geht noch. Was aber, wenn alle Inhalte angepasst oder verändert werden müssen? Ganz eigennützig stellt sich darauf natürlich die Frage, weshalb der ganze Aufwand eigentlich? Doch Barrierefreiheit ist nicht nur wichtig, sie erweitert auch die eigene Zielgruppe enorm.

Dominik Fels:Die meisten beschweren sich, dass sie keine Kommentare kriegen und dann behaupten sie, dass sie alles über ihre Follower wissen. Das einzige, was sie eventuell wissen, ist das Geschlecht und das grob geschätzte Alter ihrer meisten, ihrer größten Zielgruppe.Das heißt, ich gehe nicht davon aus, dass man sagt, dass man in Ärzte-Wartezimmer gehen kann und genau weiß, wer von diesen Menschen, der da gerade sitzt, eine psychische Erkrankung hat.Das würde auch niemand behaupten. Aber man geht immer so schnell davon aus, weil man sich selbst sieht in seinem eigenen Social Media-Kosmos, dass man sagt: „Ne, warum sollten die denn? Warum sollten die sich denn für Beauty Hacks interessieren? Damit haben die eh nix zu tun, die haben ja mit ihrer Behinderung zu kämpfen.“

Felix: Wir wissen jetzt, was Barrierefreiheit ist und weshalb wir sie ernst nehmen sollten. Aber wo fängt man im digitalen Marketing eigentlich an, barrierefrei zu agieren? Gibt es eigentlich Standards, an denen man sich orientieren kann?

Tim Neumann:Also es gibt grundlegende internationale Standards. WCAG-Standards, die ins Deutsche übersetzt wurden, in Deutsch nochmal aufgearbeitet wurden, hier ist es dann BITV und das sind dann ganz konkrete Kriterien, wie beispielsweise Internetseite gestaltet sein muss vom Programmiercode, der dahinter steht, bis hin zur Gestaltung von Inhalten und so weiter. Und die Standards, da orientieren sich sehr viele dran, aber der ist halt auch so umfangreich, dieser Katalog, dass der noch nicht in allen Seiten wirklich umgesetzt werden kann. Weil es eben sehr umfangreich ist. Aber es ist gilt als Orientierung. Es war auch quasi der Maßstab, dass man sagt, man hat einen Katalog an Maßnahmen, an Kriterien, die erfüllt sein müssen, um eine Internetseite quasi zu zertifizieren, als barrierefrei oder -arm da gibts dann verschiedene Kriterien.

Felix:Dazu muss man sagen: Im Open Web, also z.B. bei eigenen Websites, gibt es wesentlich mehr Möglichkeiten zur barrierefreien Gestaltung als innerhalb der starren Strukturen sozialer Netzwerke. Aber wie kann man eigentlich die eigenen Social Media-Auftritte, abgesehen von Untertiteln, so gestalten, dass sie möglichst für alle zugänglich sind? Auf die Darstellung von Facebook und Co. hat man ja leider keinen Einfluss.

Lara Zeyßig:Wir beschäftigen uns damit im Alltag schon, dass wir sagen: „Okay, wie muss eigentlich so ein Beitrag gestaltet sein, dass er möglichst viele Nutzerinnen und Nutzer ansprechen kann?“ Also Alternativtexte,ja, das nervt vielleicht im ersten Moment. Man sagt: „Okay, ich muss die Zeit nochmal extra aufwenden.“ Aber ja, damit ist die Zugänglichkeit für eine neue Nutzergruppe einfach gegeben. Genauso ist es beim Verfassen der Beiträge selbst. Also muss sich komplexe Sprache benutzen oder kann ich die Dinge, die ich nutze, muss ich unbedingt Anglizismen verwenden beispielsweise? Oder gibt es dafür keine deutsche Übersetzung, die ich einfach nutzen kann? Muss der Text, den ich schreibe, sehr komplex sein oder kann der auch vielleicht einfach aus mehreren Hauptsätzen bestehen, also auch dazu gucken, dass man sowas zur Verfügung stellt. Vielleicht aber auch für Leute, die nicht lesen und schreiben können, beispielsweise zu sagen: „Gibts die Möglichkeit, Texte anzusprechen, dass die sich das anhören können?“

Felix:Die Liste der barrierefreien Themen ist also riesig. Dabei kommt es zum Glück gar nicht darauf an, alles abzuarbeiten. Denn auch mit kleinen Schritten kommt jedes Projekt irgendwann ans Ziel.

Lara Zeyßig:Ich glaube, auch da braucht es nicht unbedingt immer schon den fertigen Standard, sondern das fängt eigentlich beim einzelnen Nutzer, bei der einzelne Nutzerin schon an, dass man sagt: „Okay, wen möchte ich eigentlich erreichen in meiner Community? Wie kann ich eigentlich mein Kanal, mein Post möglichst inklusiv gestalten, dass davon viele profitieren können?“Und wir sagen eigentlich immer etwas, was von Menschen mit einer Lernschwierigkeiten beispielsweise was die verstehen. Davon profitieren eigentlich alle Nutzerinnen und Nutzer.

Felix: Genug darüber, was wir persönlich gut machen können. Zurück zu den Plattformen an sich: Welche sozialen Netzwerke sind eigentlich schon barrierefrei?

Dominik Fels:Also das ist traurig, dass man das so sagen muss.Aber am besten und am einzigen funktioniert eigentlich YouTube. Die Untertitel von YouTube, die automatisch generiert werden, sind schon mal ein guter Ansatz. Im Zeugnis würde man glaub ich werden stets bemüht, aber besser als gar nicht. Die anderen Social Media-Kanäle ziehen da auch nur noch mit, weil sie jetzt langsam merken, dass sie es tun sollten. Ich meine, viele von uns vergessen immer, dass hinter Social Media auch Social steht. Das heißt, wenn wir wirklich daran interessiert sind, barrierefreier zu werden, können wir genauso einfach wie wir in fünf Minuten Post machen, auch einfach mal fragen: „Hey Leute, ich hab xy Follower. Wie viele von euch haben eigentlich eine Einschränkung? Und was würde euch helfen?“

Felix: Weshalb wir trotzdem nie zu dem perfekten barrierefreien Netzwerk kommen werden, weiß Dominik.

Dominik Fels:Es gibt keine perfekte Welt für Menschen mit Behinderung, weil es noch nicht einmal für einen scheinbar uneingeschränkten Menschen eine perfekte Welt gibt. Weil so individuell wie jeder Mensch ist, ist auch jede Behinderung individuell. Das heißt, du kannst ein Video hochladen und denkst dir: „Ja cool, damit hab ich ja alle bedient, die nicht die nicht Lesen können, weil ich habe ja geredet.“ Und dann kommt jemand, der gehörlos ist, zu mir und sagt: „Ja, wie kannst du denn nur unfair sein und ein Video machen? Das kann ich ja gar nicht hören.“ Also du willst alles richtig machen, aber wirst niemals alles richtig machen können. Du musst halt individuell fragen: „Hey, wie heißt du? Was hast du für eine Schwierigkeit und wie kann ich dir dabei helfen?“ Aber das heißt nicht, dass dem Nebenmann damit auch geholfen ist. Und zu denken, dass man irgendwas entwickeln kann, dass man möglichst nah an alle herankommt, ist utopisch.

Felix:Barrierefreiheit ist also wie eine eierlegende Wollmilchsau. Klingt super, aber ist eigentlich nicht umsetzbar. Wie man trotzdem beginnt und mit wenig Aufwand viel erreichen kann. Erklärt uns Lara.Sie hat einen Tipp zu einer Plattform, die wir alle in Zukunft häufiger besuchen sollten.

Lara Zeyßig: Die Initiative Barrierefrei posten z.B., die ist ein Konsortium aus ganz unterschiedlichen Stakeholdern, die sich – Stakeholder zum Beispiel auch schon ein schwieriges Wort – also Personen, die sich treffen, um gemeinsam eine Idee weiter voranzutreiben, das sind Menschen mit und ohne Behinderung aus unterschiedlichen Bereichen, die sich quasi mit so Standards auseinandersetzen. Wie kannst du z.B. ein Hashtag so setzen, dass er dann auch von einem Screenreader z.B. gut gelesen werden kann? Ich wusste, ich bis dann auch nicht. Wir haben diesen Hashtag, machte es einfach. Ich hab den ganz normal klein geschrieben, aber eigentlich ist es so, dass du jedes Wort dann wieder mit einem Großbuchstaben beginnst. Dass das Wort dann auch gut vorgelesen werden kann.

Felix:Bisher ging es viel um Sprache. Es ist klar, dass manche Formulierung verständlicher als andere sind. Übrigens: Es gibt einen Unterschied zwischen der sogenannten leichten und einfachen Sprache.

Lara Zeyßig: Leichte Sprache,da gibt es schon ein spezifisches Regelwerk, sag ich mal. Das ist noch nicht genormt, aber da gibt es dann die Begrenzung, beispielsweise auf sechs Wörter in einem Satz, den kompletten Verzicht auf Nebensätze, den Verzicht auf starke Fremdwörter, Fachbegriff, Ähnliches. Und bei der einfachen Sprache sind, ich sag mal, die Regeln ein bisschen loser. Bei leichter Sprache ist auch so: Es richtet sich vor allem an Menschen mit Lernschwierigkeiten, während die einfache Sprache sich einfach noch an größere Zielgruppen richtet. Das kann halt der Mensch mit einem Migrations- oder Fluchthintergrund sein. Das kann aber auch eine Seniorin/Senior sein, die halt einfach ein bisschen Unterstützung brauchen beim Lesen. Also da sind die Regeln noch nicht so, so klar definiert tatsächlich.

Felix: Und wenn ihr euch manchmal unwohl bei der Anwendung von leichter oder einfacher Sprache fühlt.Keine Sorge, das ist ganz normal und geht auch schnell vorbei.

Dominik Fels:Wenn man das erste Mal von einfacher Sprache hört und sich dann versucht darauf zu sensibilisieren, auch einfach zu sprechen. Dann kommst du dir direkt so vor, als würdest du dein Gegenüber für blöd verkaufen wollen, weil du unweigerlich versuchst zwei, drei Sprachniveaus runterzugehen. Es geht aber gar nicht darum, dann mit der Stimme hochzugehen und so zu reden wie mit deinem Hund Zuhause, der auf dich warten und den für alles zu loben, was er richtig sagt. Sondern eventuell, wenn du gerade gemerkt hast, dass du eventuell holprig geredet hast, du den Satz erklärt, dass dir vielleicht ein bisschen komplizierter war, den einfach nochmal in anderen Worten zu erklären. Und das kann schon geholfen haben.

Felix:Stellenweise klingt das so, als würden Facebook und Co. mehr schaden als wirklich helfen. Aber nicht nur für die Essensversorgung während der Quarantäne war das Internet ein Segen. Denn das Wort sozial steht bei sozialen Netzwerken nicht grundlos an erster Stelle.

Lara Zeyßig: Also die Möglichkeit zu haben, mit jedem irgendwie in der Welt in Kontakt zu treten, der gleiche Interessen, gleiche Herausforderungen was auch immer hat und diese Grenze zu überschreiten, sich zu trauen, das zu machen, dass es durch das Internet einfach viel besser möglich.

Felix:Damit können wir jetzt guten Gewissens in die Zukunft blicken. Unsere drei Gäste haben auch ein paar Ideen, wie die eigentlich aussieht.

Tim Neumann:Ich glaube, dass vor allem sich einfach die Zielgruppen wieder sehr stark verändern werden. Also wird man sowieso schon gemerkt, es gibt verschiedene Plattformen, die kommen und gehen. SchülerVZ kennen vielleicht ein paar noch z.B. und das hat sich auch mit dem Wandel der Zielgruppe mit neuen Angeboten ergeben. Und Facebook ist vielleicht auch nicht mehr lange am Markt, weil es andere Möglichkeiten gibt. Es wird vielleicht kurzlebiger. Und die Zielgruppen, das finde ich halt das Positive, das wir viele Anfragen bekommen jetzt von Einrichtungen, die möchten gerne, dass auch ihre Klienten geschult werden, dass sie selber auch mit denen Medienkompetenz entwickeln. Und ich glaube, das geht so in Zukunft, dass immer mehr die Leute befähigt werden, einerseits dazu, Medien zu nutzen, digitale Medien zu nutzen, soziale Plattformen zu nutzen und auf der anderen Seite aber auch die Technik voranschreitet und diese Möglichkeiten, wie du sagtest, mit Sprachnachrichten Funktionen immer mehr reinkommt in die Plattformen und dadurch den Leuten ermöglicht, es noch einfacher zu nutzen als zuvor.

Dominik Fels:Wenn diese Sprachcomputer unabhängig von Datenschutzprobleme und so davon will ichjetzt nicht anfangen, sondern nur von dieser scheinbar perfekten Welt, über die wir reden. Dass wenn Alexa immer besser versteht, was gesagt wird. Sogar bei jemandem, der eine Spastik in der Stimme hat und nicht so gut und ausdrücklich sagen kann, was er möchte, nimmt dieser Sprachcomputer eventuell schon extrem viel ab, was eigentlich der Betreuer machen müsste.

Felix: Aber nicht nur soziale Netzwerke werden sich wandeln. Auch PIKSL hat große Pläne, wie sie die Barrierefreiheit in Zukunft vorantreiben können.

Lara Zeyßig: Wir arbeiten auch noch schwerpunktmäßig an dem Bereich inklusive Lern-Lernmedien. Also wie kann man eigentlich Menschen nicht nur in den Laboren, sondern überall auf der Welt dazu befähigen, bestimmte Dinge tun zu können? Und ja, Lern-Lernmedien inklusiv zu gestalten, ist eigentlich genau die gleiche Herausforderung wie Social Media Postings möglichst für unterschiedliche Nutzerinnen und Nutzer aufzubereiten.

Das ist etwas, womit wir uns beschäftigen und auch zu schauen: Wo findet Lernen eigentlich zukünftig statt?

Off-Stimme:Social Media Expertenwissen. In and out.

Felix: Barrierefreiheit Das Thema bereitet vielen virtuelle Bauchschmerzen. So viel zu lernen, so viel zu beachten. Da sieht man stellenweise den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Dieser Podcast hat euch aber hoffentlich gezeigt, dass es gar nicht so schwierig ist. Und es ermöglicht nicht nur die digitale Teilhabe von möglichst vielen Menschen, sondern erweitert auch die eigene Zielgruppe. Das Motto einfach mal machen.

Dominik Fels:Wenn es nicht aus dir herauskommt, dann macht es auch keinen Spaß. Solange es dir Spaß macht. Mir haben die Untertitel am Ende nur noch Spaß gemacht, weil ich, weil ich gemerkt habe: „Hey, du machst dir grad ein Video, das im Prinzip auf dem lautesten Orte der Welt verstanden und gesehen werden konnte, weil jeder kann Wort für Wort mitlesen.“ Und wenn dir das Spaß macht, Lösungen zu finden für Barrieren, dann ist es auch nicht mehr so ein verkrampftes Thema. Dann verstehst du den Sinn dahinter und sobald du den Sinn von Sachen verstehst, machst du sie gerne und dann ist es gar nicht mehr so schlimm.

Felix:Ihr habt Fragen zum Thema Barrierefreiheit? Die beantworten wir natürlich gerne. Schickt uns einfach eine Mail an:

Off-Stimme: somex@k-zwoelf.com

Felix: Wenn ihr uns loben wollt oder anderen Input habt, könnt ihr uns natürlich auch sehr gerne schreiben. Auf unserer Website könnt ihr euch alle bisherigen Folgen anhören. Da reden wir unter anderem über Videos in sozialen Netzwerken und die Möglichkeit von Pinterest.

Off-Stimme: somex.k-zwoelf.com

Felix: Ich bedanke mich bei euch fürs Zuhören meiner ersten Folge und freue mich aufs nächste Mal. Bleibt gesund

Off-Stimme: Und nicht vergessen: Abonniere uns und rede mit deinen Freunden darüber.

Folge 8: Wie können Unternehmen auf Pinterest erfolgreich sein?

Folge 8: Wie können Unternehmen auf Pinterest erfolgreich sein?

Pinterest besteht aus den englischen Worten „pin“ (anheften) und „interest“ (Interesse). Die Plattform bietet Nutzern die Möglichkeit virtuelle Pinnwände („Pin Boards“) mit Grafiken und Fotografien zu gestalten. Dazu kann man die visuelle Suchmaschine nutzen oder eigene Inhalte hochladen. Das soziale Netzwerk von Pinterest ist eine optionale Funktion, primär handelt es sich um eine Suchmaschine.

Pinterest hat weltweit über 300 Millionen Nutzer die monatlich aktiv sind. Inzwischen verursacht die Webseite einen ähnlich hohen Datenverkehr wie Google, Instagram oder Twitter. Für Marketing Zwecke stellt die Plattform einem Unternehmen „Promoted Pins“ und „Pinterest Ads“ zur Verfügung. 

Deshalb ist Pinterest für viele auf der eigenen Website ein „Website Traffic Booster“. Diesen Ansatz verfolgt auch Claudia Mellein vom Online-Shop Miomodo in ihrer Online-Marketing Strategie. Pinterest sorgt auf ihrer Website für extrem hohe Besucherzahlen, was sich auch in den Abverkäufen niederschlägt. Dafür nutzt sie allerdings auch rund 20 eigene Pins – pro Tag!

In der achten Folge unseres „Social Media Expertenwissen“ verrät sie uns, welche Vorteile Pinterest Marketing für Unternehmen hat und was man dabei beachten muss. Sie spricht auch darüber wieso nicht nur B2C sondern auch B2B auf Pinterest wunderbar funktioniert. Und sie verrät euch, warum Pinterest grade jetzt für eine Online Marketing bzw. Social-Media-Marketing Strategie nützlich sein kann um Kunden zu erreichen.

Transkript

Off-Stimme:Social Media-Expertenwissen. Der K12 Podcast. Folge 8.

Saskia: Ein soziales Netzwerk mit vielen schönen Bildern, das ungefähr so aussieht wie Instagram.So würden vielleicht einige Pinterest beschreiben. Die anderen sind total genervt, dass die ganze Zeit bei Google Pinterest Ergebnisse angezeigt werden und sie sich dann dafür auch noch extra anmelden müssen. Pinterest ist aber tatsächlich viel mehr als das. Und vor allem Pinterest ist gar kein soziales Netzwerk, sondern eine visuelle Suchmaschine, die auch dafür sorgen kann, dass sowohl B2C als auch B2B Unternehmen ihre Abverkäufe fördern und ordentlich Website Traffic generieren können. Was man in Sachen Pinterest Marketing als Unternehmen unbedingt beachten muss, welche falschen Vorurteile bestehen und warum Pinterest die wahrscheinlich letzte Plattform mit einer bedeutenden organischen Reichweite ist. Das erklärt uns Claudia Mellein. Claudia hat 2014 Miomodo gegründet, das ist ein Online Shop für Verpackungsmaterial und arbeitet darüber hinaus als Beraterin für Unternehmen, die auf Pinterest durchstarten wollen. Ihre Experten Tipps und Tricks in puncto Pinterest gibt es in dieser Folge von Social Media Expertenwissen. Mein Name ist Saskia Kaufhold und ich freue mich, dass ihr zuhört.

Off-Stimme:Social Media-Expertenwissen. Interview.

Saskia: Pinterest steht bei vielen Unternehmen nicht gerade an erster Stelle im Marketing. Aber warum eigentlich? Um das beantworten zu können, gehen wir mal ganz zurück zu den Anfängen. Im März 2010 wurde Pinterest gegründet und 2019, also letztes Jahr, hatte Pinterest in Deutschland sieben und global 322 Millionen monatlich aktive User. Genug los ist da auf jeden Fall schon mal! Und genau das hat Claudia Mellein für sich erkannt und schon relativ früh auf Pinterest losgelegt. Wie sie das genau gemacht hat, das hat sie uns erklärt.

Claudia Mellein: Also Pinterest nutze ich schon seit Anfang an. Seit 2014, seit ich meinen Online Shop gegründet habe. Tatsächlich habe ich Pinterest genutzt, noch bevor ich wusste, was Instagram ist. Und ja, von Anfang an war Pinterest mein größter Traffic-Bringer. Ist es heute auch immer noch und von dem her war Pinterest ein wichtiger Bestandteil und hat sehr positiv für die Entwicklung, zur Entwicklung beigetragen meines Online Shops.

Saskia: Der größte Traffic-Generator für ihren Online Shop. Und das, obwohl Claudia auch noch auf Facebook und auf Instagram unterwegs ist. Wie das auch bei anderen Unternehmen klappen kann, Claudia hat ihre Erfahrungen mit uns geteilt:

Claudia Mellein: Pinterest nutze ich hauptsächlich zur Steigerung der Markenbekanntheit und natürlich, um Traffic in meinen Online Shop zu leiten. Ich möchte mit den Pins oder mit den Fotos Inspirationen geben, möchte natürlich meine Produkte vorstellen oder meine Zielgruppe visuell darstellen. Praktisch nutze ich das täglich, ich pinne 20 Pins pro Tag und das seit über fünf Jahren. Regelmäßig erstelle ich auch neue Pins, je nach Anlass oder neues Produkt mir immer wieder neue Pin Designs erstellt und werden dann auch wieder regelmäßig gepinnt.

Saskia: 20 Pins pro Tag, seit über fünf Jahren. Wirkt vielleicht erst einmal abschreckend für andere Unternehmen. Aber keine Sorge, es ist kein Muss, 20 Pins am Tag zu veröffentlichen.

Claudia Mellein: Ja, es gibt keine offiziellen Zahlen von Pinterest, es gibt keine offizielle Empfehlung. Manche erreichen sehr viel Traffic auch nur mit fünf Pins pro Tag. Ich habe mich jetzt auf 20 Pins pro Tag, ja, eingepegelt. Wichtig ist eben, dass man regelmäßig pinnt, ob es jetzt fünf sind pro Tag oder 20, das muss man einfach mal testen, wie es ankommt. Aber wichtig ist, dass man diese Plattform auch täglich bespielt und täglich Pins hochlädt.

Saskia:Das klingt doch gar nicht so schlecht. Wir haben uns da natürlich die Frage gestellt, wieso Pinterest von so wenigen Unternehmen genutzt wird. Claudias Meinung dazu: Die Plattform wird häufig einfach falsch verstanden.

Claudia Mellein: Viele denken, Pinterest ist so was ähnliches wie Instagram und gehört zu den sozialen Netzwerken. Aber Pinterest hat zwar soziale Komponenten wie eine Kommentarfunktionen, das wird aber nicht so stark genutzt wie auf Instagram. Also auf Instagram ist mehr dieses Community Feeling, Community Building und das ist auf Pinterest eben nicht. Pinterest ist eine Suchmaschine, funktioniert also eher wie Google als Instagram.

Saskia:Pinterest ist also eine Suchmaschine und kein Social Network. Das haben wir schon mal verstanden. Die nächste wichtige Frage: Müssen dann alle Beiträge SEO optimiert sein?

Claudia Mellein: Man sollte wie bei Google auch eine Keyword-Recherche durchführen. Das kann man auf Pinterest selbst machen, es gibt auch eine Autovervollständigung und diese Keywords kann man dann in die Pin-Beschreibung und in die Pinwand-Beschreibung einfügen, so funktioniert Pinterest SEO. Und ja, es gibt kein Ranking wie jetzt bei Google. Man kann jetzt nicht auf Platz eins ranken, aber man wird eben mit den Pins den Suchen entsprechend dargestellt.

Saskia:Kritiker der Plattform würden jetzt sagen, dass so ein Thema wie Verpackungen natürlich perfekt für Pinterest geeignet ist. Es gibt schöne Produkte, die man zeigen und verkaufen kann. Aber was ist mit Dienstleistungen oder auch komplexen Services, die man nicht hübsch abfotografieren kann?

Claudia Mellein:Ne, es macht für viele Unternehmen Sinn. Der Trend geht stark zu E-Commerce. Also Pinterest hat viele Features für den E-Commerce-Bereich veröffentlicht. Aber auch Dienstleister oder Unternehmen können sich super platzieren auf Pinterest. Wenn man z.B. nach Suchmaschinenoptimierung sucht oder nach Webdesign, dann findet man sehr, sehr viele Pints mit Tipps zu diesem Thema. Und wenn man da draufklickt, landet man auf einer Firmenwebseite oder einen Firmenblog und kann da eben noch weitere Infos bekommen. Also wenn man ein bisschen kreativ anstellt, dann kann man auch als Dienstleister oder normales Unternehmen dort sehr gut platzieren.

Saskia:Jetzt ist schon mehrmals das Stichwort E-Commerce gefallen. Das kennen wir ja bereits zu Teilen aus der Instagram Shopping-Funktion. Wie sehen denn hier die Features aus? Kann Pinterest im E-Commerce schon mehr als Instagram?

Claudia Mellein:Ja,Pinterest hat in letzter Zeit sehr viele E-Commerce-Funktionen veröffentlicht, unter anderem Pinterest Lens, bald sind auch Shop The Look Pins möglich. Das kennt man vielleicht von Instagram, da kann man Produkte dann im Pin markieren und wird dann so direkt in den Online Shop geführt. Pinterest Lens ist so ähnlich wie die Kamera Funktion von Amazon. Da kann man ein Produkt fotografieren und bekommt dann dieses oder ein ähnliches Produkt angezeigt. Das ist eine visuelle KI und die funktioniert schon sehr, sehr gut. Und ja, der Trend geht sehr stark in Richtung E-Commerce.

Saskia:Pinterest Lens und Shop The Look Pins spannende Kombination. Wie sieht es eigentlich aus, wenn ich als Unternehmen Produkte verkaufen möchte? Wie soll hier die Produktbeschreibung aussehen, damit der Pin für User möglichst ansprechend ist? Instagram zum Beispiel wandelt sich ja immer stärker vom visuellen Social Network zur Microblogging-Alternativer, d. h. die Bild-Captions werden immer relevanter und auch immer länger. Müssen wir das auch bei Pinterest beachten?

Claudia Mellein:Nein, also die Beschreibung ist auf Pinterest relativ unwichtig, weil Pinterest ist eine Suchmaschine. Es ist kein Netzwerk, diese 500 Zeichen, die man in der Pin-Beschreibung nutzen kann, nutze ich für Keywords. Und ja, also die Texte unter den Bildern werden kaum gelesen. Der Fokus liegt fast nur auf dem Pin-Design, auf dem Foto selbst.

Saskia:Bedeutet also grundsätzlich weniger Arbeit pro Beitrag, aber mehr Beiträge pro Tag. So wie das klingt, ist Pinterest das perfekte Netzwerk für die nächste E-Commerce-Kampagne. Claudia fasst die Vorteile für uns noch einmal kurz zusammen:

Claudia Mellein: Die Vorteile von Pinterest sind z.B. die sehr, sehr hohe organische Reichweite, die man schon erreichen kann. Dann ist ein weiterer Vorteil auch im Vergleich zu Instagram, dass man in jedem Pinn einen anklickbar Link einfügen kann. Und was viele auch nicht wissen ist, dass Pins bei Google indexiert sind. Das heißt, die Pins werden bei Google angezeigt und das ist auch ein sehr großer Vorteil im Vergleich zu Instagram. Die Beiträge von Instagram oder Facebook erscheinen nicht in der Google-Suche, Pinterest Pins schon.

Saskia:Organische Reichweite gibt’s gefühlt auch nur noch selten auf Social Media. Aber so lange werden wir uns daran wohl bei Pinterest auch nicht mehr erfreuen können. Davon ist Claudia überzeugt.

Claudia Mellein: Also Pinterest ist schon 10 Jahre alt. Das wissen viele nicht, wie all diese Plattformen schon ist. Und erst in letzter Zeit wird diese Plattform monetarisiert es in Anzeigen möglich. Pinterest ist an die Börse gegangen und natürlich werden die die organische Reichweite auch einschränken. Meiner Meinung nach. Warum sollten die das nicht machen? Facebook, Instagram überall wird die Reichweite, die organische gedrosselt. Und ja, ich denke, dass das auf Pinterest in den nächsten Jahren auch der Fall sein wird. Das ist bis jetzt noch ein sehr, sehr guter Zeitpunkt, um auch organisch bei Pinterest noch sehr viel zu erreichen.

Off-Stimme:Social Media-Expertenwissen. In and out.

Saskia: Pinterest verstehen, die Zielgruppe kennen und die Möglichkeiten des Pin-Designs voll ausnutzen. Mit diesen Leitlinien können wir gut arbeiten. Aber was sollte man denn lieber sein lassen? Auch auf diese Frage hat Claudia eine Antwort parat:

Claudia Mellein: Unternehmen auf Pinterest sollten zu allererst mal die Plattform verstehen. Das ist wie auf allen Plattformen, wenn man die Plattform nicht versteht, dann kann man sie auch nicht richtig nutzen. Erstmal die Plattform selbst nutzen, verstehen, wie die Plattform tickt, wie die Pinterest User ticken. Und dann eben ist es sehr wichtig, dass man in Interessen denkt, also die Interessen der Zielgruppe berücksichtigt. Und ja, experimentieren mit dem Pin-Design und Pinterest-Anzeigen.Das würde ich empfehlen für Unternehmen auf Pinterest.

Saskia: Pinterest verstehen, die Zielgruppe kennen und die Möglichkeiten des Pin-Designs voll ausnutzen. Mit diesen Leitlinien können wir gut arbeiten. Aber was sollte man denn lieber sein lassen?Auch auf diese Frage hat Claudia eine Antwort parat:

Claudia Mellein: Auf gar keinen Fall darf man auf Pinterest z.B. quadratische Fotos pinnen. Das funktioniert nur im Hochformat. Also auch sind über 80 Prozent der Pinterest User mobil unterwegs. Und ja, das Pin-Design, das Format sollte im Hochformat sein. Auf jeden Fall ein No-Go ist auch unregelmäßig pinnen. Also einmal in der Woche ein Pin hochladen hat null Effekt. Ich würde regelmäßig täglich empfehlen fünf bis 20 Pins.

Saskia:Pinterest ist also ein Traffic-Garant mit vielen E-Commerce Features. Regelmäßige Beiträge sind wie auf anderen Plattformen sehr wichtig. Hier kommt es jedoch nicht auf den Beitragstext an, sondern nur auf die Gestaltung des Pins. Vorsicht immer im Hochformat und auch auf die Auswahl der Keywords. Denn Pinterest ist eine Suchmaschine und kein Social Network. Ganz schön viel gelernt zum Thema Pinterest Marketing in dieser Folge von Social Media-Expertenwissen. Ihr habt aber noch weitere Fragen zum Thema? Die beantworten wir euch natürlich gerne. Schickt uns diese einfach per Mail an:

Off-Stimme: somex@k-zwoelf.com

Saskia: Wenn ihr uns loben wollt oder anderen Input habt, könnt ihr uns natürlich auch sehr gerne schreiben. Auf unserer Website könnt ihr auch alle bisherigen Folgen anhören. Da reden wir unter anderem über Data Storytelling und die Social Media Trends für dieses Jahr.

Off-Stimme: somex.k-zwoelf.com

Saskia: Ich bedanke mich bei euch fürs Zuhören und freue mich schon auf die nächste Folge.

Off-Stimme: Und nicht vergessen: Abonniere uns und rede mit deinen Freunden darüber.

Folge 7: Wie wird das Social Media-Jahr 2020?

Folge 7: Wie wird das Social Media-Jahr 2020?

Co-Marketing, Working Out Loud, Künstliche Intelligenz, Augmented Reality, Purpose: Reine Buzzwords? Auf keinen Fall! (Mega-)Trends prägen Marketing und Kommunikation seit jeher. Das zeigen auch Entwicklungen wie Influencer Marketing, bei dem „Influencer“ in sozialen Netzwerken durch User Generated Content Werbung gemacht wird. 

Für den Bereich Social Media Marketing und Content Marketing haben wir untersucht, welche Trends 2020 wichtig werden und was das Ganze für die Arbeit von Marketing- und Kommunikationsverantwortlichen bedeutet. 

Es geht um eine vielfältige Palette: Welche Social Media Plattformen sind relevant? Was ist die „richtige“ Marketing Strategie in sozialen Netzwerken? Es werden nicht nur neue Trends angesprochen, sondern auch Trends die in den letzten Jahren schon da gewesen sind, vor allem in den sozialen Medien, und weiter ausgebaut werden. 

Darunter sind AR-Technologien und Virtual Reality, Influencer-Kampagnen, Social Commerce und die wichtigsten Social Media Trends. No-Edit und ein Fokus auf Authentizität und mehr Inklusion werden 2020 besonders wichtig. Für Unternehmen sind auch Entwicklungen wie Shop-Now-Buttons, das Potenzial von Video-Content und Anregungen für neue Perspektiven in der Content-Strategie interessant. 

Transkript

Off-Stimme: Social Media Expertenwissen. Der K12 Podcast. Folge 7.

Saskia: Heute blicken wir bei Social Media Expertenwissen ein bisschen in die Zukunft, die aber gar nicht mal so fern ist. Denn wir schauen uns an, was in diesem Jahr an Marketing und Kommunikationstrainer vor uns liegt. Ob es jetzt um Facebook geht, ob es um LinkedIn in geht, um TikTok, Snapchat, Video Content, Audio Content oder auch um ganz allgemeine Kommunikationstrends. Wir haben die wichtigsten Punkte für euch zusammengefasst und stellen auch vor, was ihr daraus lernen könnt und was sie auch für das eigene Arbeiten mitnehmen könnt. Mein Name ist Saskia Kaufhold und ich freue mich sehr, dass ihr zuhört.

Off-Stimme: Social Media Expertenwissen. Interview.

Saskia: Im ersten Schritt lohnt es sich auf jeden Fall, bevor wir auf die ganzen Netzwerke schauen und sehr ins Detail gehen, den Blick fürs große Ganze zu öffnen und zu schauen: Okay, was passiert denn so generell in der Kommunikation und im Marketing? Und für die allgemeinen Kommunikationstrends habe ich unsere liebe Teamleiterin, Social Media und Content Marketing, Jo gefragt, was uns denn in diesem Jahr so grundsätzlich interessieren muss.

Jo: Marketing- und Kommunikationstrends im Jahr 2020. Da blicken wir auf eine vielfältige, breite Palette an Trends, die auf uns zukommen. Trends, die auch einfach schon da gewesen sind und die aber ausgebaut werden oder auf die Unternehmen sicherlich noch aufbauen können. Dazu gehört neben der künstlichen Intelligenz, von der wir seit Jahren sprechen, ein Punkt: Interaktion. Das heißt beispielsweise, dass Augmented Reality und Virtual Reality – die ja ohnehin Nutzer-Erlebnisse schon sehr emotionalisieren – für die breite Masse im Grunde genommen zugänglich, oder leichter zugänglich, werden durch Anwendungen und Apps wie Facebook Horizon oder auch Spark. Ein weiterer Trend in der Kommunikation 2020 ist der Punkt: Partizipation. Wir reden davon – „Audience Matters“. Das heißt, die Nutzer oder vielmehr die Konsumenten werden noch mehr in die Entwicklung eines Produktes, aber eben auch in die Content Kreation einbezogen. Produkte werden weiterhin personalisiert und Communities bilden sich viel mehr aus sich selbst heraus, werden aber moderiert, beispielsweise von Unternehmen. Ein sehr wichtiger Punkt für die Kommunikation und für das Marketing in 2020 ist der Ansatz „Human First“. In den letzten Jahren haben sich bereits Buzzwords wie „purpose“ etabliert und darauf wird in diesem Jahr noch weiter aufgebaut. Das heißt: Authentizität und Transparenz stehen in der Kommunikationsarbeit von Unternehmen im Fokus. Wir haben viel Nachhaltigkeits-Kommunikation, wir haben viel Werte-Kommunikation. Was sich beispielsweise ausdrückt in „Working-Out-Loud“-Methoden. Und Unternehmen sollten da einen genauen Blick drauf richten. Wichtig hierfür ist immer, dass auch intern tatsächlich, natürlich, diese Werte, die kommuniziert werden, auch gelebt werden. Auch ein sehr wichtiger Punkt für die Kommunikation im Jahr 2020 von Unternehmen sind tatsächlich, sehr simpel, Fusionen und Kooperationen, also sogenanntes Co-Marketing. Das heißt: Unternehmen, die in bestimmten Produkten, Produktgruppen oder auch Kampagnen eine Überschneidung der Zielgruppen haben, tun sich zusammen und erkennen, dass sie Synergien schaffen kann können, wie man so schön sagt. Sodass eben aus diesen Partnerschaften und Kooperationen die Reichweite verdoppelt werden kann. Dass man gemeinsam Leads generieren kann. Und vor diesem Hintergrund können wir nur empfehlen, dass Unternehmen sich zusammentun und erkennen, wo sinnvolle und effektive Potenziale zu finden sind.

Saskia: Das Facebook-Network ist ja nach wie vor super, super wichtig für Social Media und Content Marketing. Sei es jetzt Facebook, sei es Instagram, WhatsApp, was auch immer. Da geht ja immer noch sehr, sehr viel und da tut sich auch sehr, sehr viel. Was das genau ist und was vielleicht auch bei Pinterest ganz interessant werden kann, das hat meine liebe Kollegin Ari zusammengefasst.

Ari: Uns erwarten 2020 einige spannende Trends im Facebook-Network. Der Trend geht sehr, sehr stark hin zum Social Commerce. Das heißt, dass wir Kauf-Prozesse komplett im sozialen Netzwerk abbilden. Bedeutet ein User geht zu Facebook, bleibt bei Facebook, bekommt Produkte vorgeschlagen, kann sie innerhalb des Networks direkt kaufen. Und mit einer neuen Bezahl Methode – nämlich Facebook Pay – wahrscheinlich auch direkt von Facebook aus bezahlen. Das heißt, wir haben keine Absprünge mehr zu irgendwelchen Onlineshops oder zu anderen Apps. Und ja, die Consumer Journey wird komplett in einem Netzwerk, in einem sozialen Netzwerk, abgebildet. Hat natürlich für Facebook den Vorteil, dass gesamte Prozesse verfolgt werden können, dass man User besser targeten hatten kann, dass man quasi, ja, die gesamte Journey innerhalb von Facebook abbilden kann. Das wird auf jeden Fall sehr spannend. Bei Instagram ja, werden uns auch einige spannende Trends erwarten. Insgesamt geht der Trend hin zu dem No-Edit Content. Das bedeutet, wir haben wenig Überarbeitungen, wenig Filter, viele authentische Inhalte. Und ja, wir haben auch sehr viel das Thema Inklusion, was auch bei Instagram immer stärker sichtbar wird. Das wird uns auf jeden Fall 2020 erwarten. Außerdem, ja, auch das Thema Shopping bei Instagram. Also wir werden mit AR und VR die Möglichkeit haben, Produkte mit Filtern anzuprobieren, virtuell anzuprobieren, Kosmetik zu testen, uns Hüte aufzusetzen und so weiter. Und Gegenstände in unserer Wohnung zu platzieren. Sodass wir quasi die Möglichkeit haben, Produkte direkt über Instagram zu testen und bestenfalls auch direkt in Instagram zu kaufen. Genau. Ja und bei WhatsApp gibt’s auch einige Neuerungen. Im Business Bereich wurde das Feature der Mass-Newsletter abgeschafft. Es gibt nicht mehr die Möglichkeit Mass-Newsletter über WhatsApp zu verschicken. Was jetzt einfach bedeutet, dass Unternehmen über WhatsApp, wenn sie mit Kunden in Kontakt treten wollen, irgendwie authentisch und über einen richtigen, echten Service Dialog mit dem Kunden in Kontakt treten möchten und sollen. Beim regulären WhatsApp, also WhatsApp regular, gibt’s die Self-Destruct Nachrichten. Also Nachrichten, die sich selber nach einer gewissen Zeit löschen. Das ist ja ein Feature, was wir aus anderen sozialen Netzwerken kennen. Was aber jetzt bei WhatsApp auch ausgerollt werden soll. Es wird auch noch ein paar andere Features geben, wie den Dark Mode Boomerangs und Fingerprint-Lock-Mode. Ja, bleiben wir mal gespannt, was da kommt. Genau. Ansonsten habe ich noch das Thema Pinterest mitgebracht. Pinterest ist ja ein super spannender, visueller Inspirations-Kanal. Eine visuelle Suchmaschine. Aber auch Pinterest wird immer mehr zur Shopping-Plattform. Womit der Trend des Social Commerce sich auch dort zeigt. Es gibt die Möglichkeit Produkte, einen ganzen Produkt-Katalog, über einen sogenannten Shopping-Tab innerhalb von Pinterest darzustellen. Und ja, dann kann man quasi direkt Produkte über Pinterest kaufen. Ja, das ist eine der großen Neuerungen. Und gucken wir mal, wohin sich das entwickelt.

Saskia: Ein Kanal, den mittlerweile auch tatsächlich wieder mehr Marketer auf dem Schirm haben, ist Twitter. Ob es jetzt für ne Event-Kommunikation oder für Pressearbeit oder für Journalisten-Ansprache genutzt wird. Mittlerweile wird es sehr, sehr, sehr verstärkt, tatsächlich wieder forciert, Twitter zu verwenden. Und was uns dieses Jahr bei Twitter besonders beschäftigen sollte, das hat mein Kollege Felix zusammengefasst.

Felix: Ich freue mich vor allem auf die Tool-Erweiterung und die UX-Optimierung, die Twitter für die nächsten Monate angekündigt hat. Sei es die Optimierung von Conversation-Threads, die Optimierung von Topics, die Einführung einer In-App Scheduling Funktionen. Und natürlich die Reply-Einschränkung, die das Harassment-Problem von Twitter, welches in den letzten Jahren aufgekommen ist, möglichst reduzieren sollte. Wünschen würde ich mir für das Social Media Jahr 2020, dass Unternehmen tief hinterfragen auf welchen Plattformen sie Inhalte teilen. Und ob diese Plattformen bzw. der Standpunkt dieser Plattformen zu unserem freiheitlichen Grundverständnis, mit dem eigenen Unternehmen bzw. auch mit den eigenen Werten übereinstimmt.

Saskia: Business-Netzwerke sind ja mittlerweile nicht nur Plattformen, um sich beruflich zu vernetzen oder um auf Jobsuche zu gehen. Sondern auch um eigene Inhalte zu veröffentlichen, um beruflich relevante Inhalte zu lesen. Und was sonst noch so abgeht in den beruflichen Netzwerken und was vor allem in LinkedIn passiert, Im Jahr 2020, das hat meine Kollegin Christina zusammengefasst.

Christine: Ja, ähnlich wie auf anderen Plattformen wird es bei LinkedIn auch in die Richtung gehen, dass verstärkt Bewegtbild Content wichtiger wird, mehr ausgespielt wird. Das kann sich sowohl auf Live Content beziehen, also dass es mehr möglich sein wird Livestreams auch auf LinkedIn zu senden. Natürlich ne tolle Chance für Business-Events oder auch Webinare. Kann aber auch für Bewerbungsprozess beispielsweise genutzt werden. Und ja, sowohl für Werbeanzeigen, bei denen mit Bewegtbild gearbeitet wird, zeigen sich einfach eine höhere Klickrate als auch bei organischen Post die Videos benutzen. Da sieht man halt auch, dass die tendenziell eher geteilt werden und somit auch eine größere Reichweite erzielen. Eine weitere, ja, wichtige und interessante Entwicklung werden die LinkedIn Events sein. Da ist es nämlich auch seit kurzem möglich Events anzulegen, auf der Plattform, seine Kontakte dazu einzuladen, dann auch in diesem Event zu diskutieren, sich auszutauschen zu der Veranstaltung. Und da steckt einfach auch nochmal viel Potenzial hinter sich, ja, mit seinen Business Kontakten kurzzuschließen, neue Leute kennenzulernen und auch seine eigenen Veranstaltungen bekannt zu machen auf der Plattform.

Saskia: Wer die Worte TikTok und Snapchat hört, der denkt sofort an ziemlich junge Menschen, die ziemlich coole und komische und lustige Sachen abfilmen und produzieren. Aber mittlerweile sind diese Kanäle wirklich Marketing- und Kommunikations-relevant geworden. Da steckt sehr, sehr viel Potenzial drin. Und was ich in diesem Jahr, also im Jahr 2020, bei TikTok und Snapchat tut, das hat meine Kollegin Delia für euch.

Delia: TikTokk hat bisher sechs Werbeformate. 2020 werden wahrscheinlich noch sehr, sehr viele weitere folgen, weil gerade auch verschiedene Formate schon in diversen Ländern ausprobiert werden. Außerdem sind natürlich die Influencer auf TikTok ein sehr, sehr großes Thema, weil die einfach aus einer ganz, ganz anderen Sparte erwachsen bzw. aufgetreten sind. Da wird es auch in diesem Jahr jetzt noch weitere und größere Kooperationen mit den verschiedenen TikTok-ern geben, die so auf dem Deutschen und auch auf dem internationalen Markt zu finden sind. TikTok ist ja eine App, die aus Asien, also aus China kommt. Und da wird es 2020 wahrscheinlich auch noch einen ziemlichen Boost geben, gerade für westliche Unternehmen und Marken, die sich auf dem asiatischen Markt dort eben platzieren können. Weil: Die TikTok-Community in Asien ist mit Abstand noch die größte. Bereits vor einiger Zeit hat es bei Snapchat schon verschiedenste AR-Inhalte gegeben und Möglichkeiten eben die Realität zu erweitern. Das wird auch 2020 wieder ein Thema sein, oder weiter ein Thema sein. Weil man es gerade in staatlichen Einrichtungen und Institutionen einfach, ja, dazu nutzen kann, sich auch mit diversen Themen ein bisschen spielerischer auseinanderzusetzen. Außerdem hat Snapchat vor kurzem das Feature „Cameo“ gelauncht, was mit diesen momentan sehr stark kritisierten Deep-Fakes zu tun hat, und einfach so ein weiterer Filter, Gesichts-Filter, ist. Der aber genau bzw. gerade nur in der Chat-Funktion von Snapchat stattfindet. Was so ein bisschen diese Funktion einfach noch weiter hervorheben soll und den USP von Snapchat noch ein bisschen weiterentwickelt. 2020 wird es auf Snapchat das sogenannte Bitmoji-TV geben. Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere daran, was Bitmojis sind. Das sind ja diese kleinen, cartoonisierten, ja, Charaktere die man erstellen kann von sich selbst, oder auch von anderen. Und da gab’s vor ein paar Monaten schon die Bit-Stripes, also eine Cartoon Reihe, die man mit diesen Bitmojis erstellen kann. Und jetzt soll halt in den Snap-Originals, also im Discover-Bereich, dann auch noch das Bitmoji-TV integriert werden. Was also dann teil-animierte Inhalte für die User bereithält, wo sie sich dann untereinander austauschen können und ihre Bitmojis in verschiedenste filmische Sequenzen einbinden können.

Saskia: Natürlich müssen wir auch einen Blick auf das Thema Video und Audio werfen, also auch auf die Themen YouTube und Podcast Marketing. Und dem hab ich mich angenommen. Mal davon abgesehen, dass generell ja Video Content immer DER Content ist den Social Media-Verantwortliches spielen wollen, ist das Thema Social Commerce sicherlich auch bei Video Content ganz, ganz wichtig. Zum Beispiel mit Shop-baren Videos. Bedeutet einfach nur, dass Produkte in Videos markiert werden und ich die, quasi, während ich das Video angucke in der jeweiligen App kaufen kann. Das wird, glaube ich, dieses Jahr ganz, ganz groß. Und das ganze Thema Personalisierung, Automatisierung – gerade auch da mit dem KI-Thema, dass beispielsweise Algorithmen aus verschiedenen Content Snippets Video Inhalte selbst kreieren, die dann individuell ausgespielt werden können. Da ist einfach nur wichtig bei diesen sogenannten „schlauen Videos“, dass sie im Endeffekt auch wirklich relevant sind für die Menschen, die sie sehen. Das also nicht einfach nur – irgendwelche – Snippets aneinandergereiht werden, sondern dass die Videos wirklich „schlau“ sind und, ja, nicht einfach nur automatisch generiert. Und bei dem Thema Personalisierung, das einfach viel mehr Inhalte auf die User abgestimmt werden können. Aber auch andersherum: Das eben, wenn ich selbst Inhalte anfertige – Thema User-Generated-Content – dass ich das personalisieren kann und dann quasi so eine Art Co-Kreation von User und Unternehmen stattfindet. Genau. Und das ganze Thema „Länge“ ist auch ganz spannend. Weil ja früher die Tendenz war: Ok – Je kürzer, desto besser. Mittlerweile ist es aber auch so, dass längere Videos gut konsumiert werden. Vor allem auf YouTube. Also gerade auch Facebook gibt mittlerweile recommendations raus, dass Videos ab 3 Minuten supergut performen. Das ist sicherlich immer an den Content gebunden. Aber so generell ist zu sagen, dass wenn man eben vielschichtigen Content hat, mehr Inhalte hat, tiefergehende Inhalte hat – das die sehr, sehr gut mit langen Videos eben dargestellt werden können. Zum ganzen Thema Audio – Audio Marketing, Podcast Marketing – ist natürlich auch ein total spannendes Thema von uns, was wir sehr, sehr beobachten. Da ist das Thema Monetarisierung in diesem Jahr auf jeden Fall in der Top 3 sozusagen von Trends. Weil ja immer mehr Inhalte einfach zu Geld gemacht werden, auch im Audio Bereich. Sei es jetzt durch so Affiliate Marketing, Affiliate Links. Also das heißt ich kaufe dann irgendein Produkt, was mir empfohlen wird, und der Host oder der Podcaster kriegt dafür Geld. Das wird sicherlich auch noch weiter steigen. Und das ganze Thema Paywalls, also das quasi die Inhalte des Podcasts hinter einer Bezahl-Wand liegen. Also sehr bildlich gesprochen. Dass ich mich einfach irgendwo anmelden muss, um den Inhalt zu konsumieren. Und eben auch mit Abo-Modellen. Also dass ich wirklich Geld bezahle um Podcasts zu hören, gerade weil es ja immer mehr Content gibt. Also diese Content-Flut, die es eben immer weiter gibt, auch beim Thema Podcast Marketing, ist ja für Social Media Experten nix neues. Ist beim Podcast Marketing auch so. Und da muss man eben Wege finden, dieser Flut Herr zu werden oder aus dieser Flut herauszustechen. Zum Beispiel indem man eben Premium Content in einem Abo anbietet. Und einfach auch guckt: Okay, was hab ich da nebst dem Podcast? Also dass man nicht nur den Podcast als einzelnes Medium betrachtet, sondern eben auch schaut: Okay, welchen Content gibt’s denn links und rechts davon und was hängt mit dem Thema zusammen? Und wirklich immer vom Thema ausgeht und nicht vom Medium. Das wird, glaube ich, in Zukunft noch wichtiger. Damit eben die Inhalte auch wirklich da konsumiert werden, und auf die Art konsumiert werden, wie es beabsichtigt worden ist. Thema Werbung hatte ich ja gerade schon mal angesprochen durch die Monetarisierung. Wird auch personalisierter. Zum Beispiel hat ja Spotify vor kurzem die Streaming-Ad-Insersion ausgerollt. Sprich: Dass, während ich einen Podcast höre, mir personalisierte Werbung reingespielt wird. Und im Idealfall kann ich dann auch sofort mit der Werbung interagieren. Also das ist quasi der nächste Schritt – dass man nicht nur durch den Social Commerce irgendwie in Social Media durch Bild und Video Content interagiert und kauft, sondern dass sich das gleiche mit dem Content, mit der Werbung, während sie läuft, durch eben einen Podcast oder durch Audio Medien machen kann.

Off-Stimme: Social Media Expertenwissen. In and Out.

Saskia: Ja, das ist erstmal ganz schön viel Futter für Marketing und Kommunikation im Jahr 2020. Wichtig ist einfach, aus unserer Sicht, die Augen offen zu halten, Dinge auszuprobieren und vor allem auch immer, ja, mutig zu sein. Und nicht Angst zu haben, irgendwie etwas falsch zu machen, sondern einfach Erfahrungen zu sammeln. Auch gerade wenn es um neue Netzwerke oder neue Technologien geht. Und so ein paar weitere Tipps, auch ganz grundsätzlich für das eigene Arbeiten, haben wir jetzt auch noch für euch gesammelt:

Christine: Also ein Tipp, der vielleicht auch plattformübergreifend wichtig ist, ist einfach immer auszuprobieren. Das mache ich einfach sehr gerne, weil es einfach so am besten ersichtlich ist wo das Potenzial hinter den verschiedenen neuen Funktionen steckt. Wenn man das einfach mal selbst testet, guckt wie sind die Reaktionen, die Zahlen dahinter. Also sich einfach zu trauen, neue Features auf den Plattformen selbst anzuwenden.

Delia: Als Tipp kann ich nur mitgeben, sich immer selber auszuprobieren. Und, ja, idealerweise vielleicht auch als stiller Teilnehmer einfach sich in den Netzwerken anzumelden, beobachten. Und auch Entwicklungen verfolgen, um einfach irgendwann abwägen zu können, ob denn dieses Netzwerk auch was für mein Unternehmen, für meine Marke, am Ende ist.

Saskia: Wie immer gilt: Wenn ihr Fragen oder Anmerkungen zum Thema habt, vielleicht eigene Trends oder Rückfragen zu den Trends habt, dann könnt ihr uns einfach eine E-Mail schreiben an:

Off-Stimme: somex@k-zwoelf.com

Saskia: Alle Folgen von Social-Media Expertenwissen, die wir bisher veröffentlicht haben – sei es beispielsweise zum Thema Social Video oder zum Thema Data Storytelling – die findet ihr auf unserer Website.

Off-Stimme: somex.k-zwoelf.com

Saskia: Und wie immer gilt: Wir freuen uns sehr wenn ihr uns abonniert, wenn ihr uns folgt, wenn ihr mit uns interagiert und uns einfach in diesem Content Marketing und Social Media Jahr 2020 begleitet. Ich bedanke mich wie immer fürs Zuhören und freue mich schon sehr auf die nächste Folge.

Folge 6: Wie funktioniert Affiliate Marketing?

Folge 6: Wie funktioniert Affiliate Marketing?

„Affiliate Marketing“ ist ein Fachbegriff aus dem Bereich des Online Marketings. „Affiliate“ bedeutet Partner. Das beschreibt schon, worum es beim Affiliate Marketing geht: Werbung durch Kooperationen, sogenannte Partnerprogramme, zwischen Unternehmen und Partnern wie Bloggern, Influencern oder Einzelunternehmen. 

Große Unternehmen sind oft Teil eines Affiliate Netzwerks (z.B. Amazon PartnerNet), dass Partner vermittelt und die nötige technische Infrastruktur zur Verfügung stellt. Sie verwalten unter anderem die E-Mail Adressen von registrierten Partnern und generieren Affiliate-Links. 

So erhalten nicht nur die Unternehmen Geld beim Verkauf. Sondern dank Provisionen auch die Partner, die bestimmte Produkte empfehlen. Je nach Affiliate-Programm unterscheidet man unter verschiedenen Arten von Provision, beispielsweise Pay-per-Click (pro Klick) oder Pay-per-Sale (pro Bestellung).

Aber wie genau funktionieren solche Kooperationen mit Affiliate-Programmen? Was macht Affiliate Marketing so erfolgreich? Wie passen Social Media Kanäle in das Online Marketing? Und was haben Füchse damit zu tun? Das erzählt uns Daniela Frößler in Podcast-Folge 6.

Sie hat die „Cyberzwerge“ gegründet. Bei ihren Partnerprogrammen empfiehlt sie Produkte für Eltern von Babys und Kleinkindern. Wenn dank ihrem Content die Zielgruppe auf die Affiliate-Links klickt, hat das Marketing funktioniert. Im Podcast erzählt sie von ihren Erfahrungen und gibt Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene. Also: Ohren auf und Notizen gemacht!

Transkript

Off-Stimme: Social-Media Expertenwissen. Der K12 Podcast. Folge 6.

Saskia: Ein anderer kauft etwas ein – und ich bekommen dafür Geld. Das klingt vielleicht erst einmal utopisch, ist aber quasi die Basis des Affiliate Marketings. Das englische Wort „Affiliate“ bedeutet Partner und beschreibt schon ganz gut, worum es im Prinzip geht. Personen, Blogger, Einzelunternehmen oder andere Gruppen gehen eine Kooperation mit einem Unternehmen ein, um dessen Produkte zu vermarkten auf ihren eigenen Plattformen. Wie einer Website oder Social-Media. Das tun Sie, indem sie einen Link zum jeweiligen Produkt veröffentlichen. Wenn jemand dann über diesen Link etwas kauft, gibt es eine Provision. Sie sind also nett formuliert „Partner“ des Unternehmens und kriegen Geld dafür. Und das Unternehmen macht mehr Umsatz. Um etwas tiefer in die Welt des Affiliate Marketings einzutauchen haben wir mit Daniela Frößler gesprochen. Sie betreibt die „Cyber Zwerge“, ein Online-Auftritt, der Eltern von Babys und Kleinkindern Produkte empfiehlt. Mein Name ist Saskia Kaufhold und ich kläre euch heute auf, was Affiliate Marketing ausmacht, welche Fähigkeiten man mitbringen muss, wie so Kooperationen laufen und was es sonst noch zu beachten gibt.

Off-Stimme: Social Media Expertenwissen. Interview.

Saskia: Produkte empfehlen und dafür Geld bekommen. Klingt nach Influencer Marketing. Kann es auch sein. Denn Influencer Marketing ist Teil des Affiliate Marketings, also der Werbung mit und durch Partner. Influencer werden dabei aber eher als starke Meinungsführer betrachtet, die eine gewisse Reichweite haben und oftmals direkt Verträge mit Unternehmen abschließen – damit deren Produkte möglichst natürlich in Szene gesetzt werden. Affiliate Marketing kann aber wesentlich offensiver sein und bedient sich dabei teilweise anderer Mechaniken. Aber ich lasse das mal Daniela erklären.

Daniela: Interessant ist, finde ich, dass eigentlich jeder damit schon mal zu tun hatte, ohne es zu wissen. Also bestimmt jeder von uns hat schon mal einen interessanten Artikel gelesen, wo jemand schrieb: „da gibt’s ein super Buch zu“, und dann ist der Link dadrin. Auf den klickt man und landet bei Amazon. Das ist eine Affiliate Links, ganz sicher. Das machen die meisten Leute nicht zum Spaß oder aus Nettigkeit, sondern weil man damit Geld verdienen kann. Und genau darum geht es. Also ich bin als Publisher über Partnerprogramm mit Firmen verbunden. Und durch diese Verbindung in Partner-Netzwerken kann ich Tracking-Links zu Produkten erstellen. Das heißt, ich finde jetzt einen Baby-Strampler, wo ich denke: „tiptop, ist ein Fuchs drauf, meine Zielgruppe wird ihn lieben.“ Und solange ich mit dem Anbieter dieses Fuchs-Strampler verbunden bin im Partnerprogramm kann ich einen individuellen Tracking-Link erstellen. Den ich dann einbinde in Facebook, auf meiner Website, oder wo auch immer. Wenn Leute dann klicken und kaufen bekomme ich eine Provision.

Saskia: Und wer jetzt denkt: „Moment mal, wo kommt der Fuchs-Strampler her?“, für den fangen wir mal ganz von vorne an und zwar mit Daniela’s Vita.

Daniela: Ich heiße Daniela, bin 43 Jahre alt, habe zwei kleine Jungs, die sind vier und sechs. Beruflich komme ich aus „der Werbung“, wie man so schön sagt. Ich habe da angefangen als Kundenberater, vor Jahren, und in Köln und Düsseldorf in netten Agenturen gearbeitet. Bin irgendwann nach Dublin gezogen und habe mich da bei einer Firma namens „Arvato“ tätig getan im Business Process Outsourcing. Das heißt, wir haben für unseren Kunden Microsoft alles gemacht, was die nicht machen wollten. Da hab ich auch viel gelernt über Kunden, Kundenzufriedenheit und all all diese Sachen. Das war auch eine spannende Zeit. Das habe ich auch zurück in Deutschland weiter betrieben, bis ich mein erstes Kind bekam und in Elternzeit gegangen bin. Das führte dann zu einer längeren Pause. Natürlich, wie das so ist, bei zwei Kindern, die eng aneinander sind. Und merkte dann, dass ich zwar zurück will in den Beruf – es mir aber Bauchschmerzen bereitete, wie man das alles so unter einen Hut kriegt. Ein typisches Mutter Problem, was den meisten Müttern bekannt sein wird. Ich war früher ein Workaholic, hab 60 Stunden gearbeitet. Und bin jetzt Mama-holic, mach’ das ebenso gerne und konnte mir schwer vorstellen, wie man als Teilzeit-Mutti irgendwie einen befriedigenden Job macht. Ich weiß, das ist möglich, aber ich konnte es mir in meiner Branche einfach schwer vorstellen.

Saskia: Und Daniela hat sich gedacht, ich nehme das Mama-sein und generiere daraus ein Business. Die Idee dazu hatte letztendlich auch ihr Mann, der im Affiliate Marketing tätig war. Der hat zu ihr gesagt:

Daniela: „Weißt du was, Leute verdienen Geld mit diesen Deal-Seiten – mach du doch so was mal“.  Naiv sagte ich: Ok. Und das war eigentlich der Anfang. Das ist der Werdegang, wie ich zum Affiliate Marketing gekommen bin. Und warum ich mich so viel mit Social Media und diesen Dingen auseinandersetze, mit denen ich vorher beruflich überhaupt nichts zu tun hatte.

Saskia: Daniela’s Ansatz: Sie ist ihre eigene Zielgruppe, um möglichst authentisch zu sein. Ihr Business nennt sie „Cyber Zwerge“.

Daniela: Also die Cyber Zwerge haben als Website gestartet und sind jetzt auch auf Facebook und Instagram, Pinterest und in einem Newsletter vertreten. Worum es da geht ist, dass ich für meine Zielgruppe – also Eltern von Säuglingen und Kleinkindern – Produkte vorstelle und Angebote vorstelle und Tipps verbreite. Also da geht es wirklich drum: „Es gibt 20 Prozent auf Kinderschuhe, yay, ich mache ein Post und alle freuen sich, dass sie das günstiger bekommen.“ oder „Ich habe exklusive Gutscheincodes, wo man, wenn man auf meiner Seite diesen Code findet, eben 10 Prozent auf Still-Kissen bekommt“ oder sowas. Also es geht wirklich um Produktangebote, Produkttipps, aber natürlich auch Eltern-Sprüche zum Schmunzeln und so, also alles was so eine Community dann auch bei Laune hält.

Saskia: Also Daniela erhält Geld, wenn jemand aus ihrer Community über einen Affiliate-Link ein Produkt kauft. Die entscheidende Frage ist aber zunächst: Wie kommt man an solche Links und an Partner, die einem die Links zur Verfügung stellen?

Daniela: Man registriert sich. Also es gibt verschiedene Netzwerke, z.B. Avon. Avon ist groß, da sind mehrere jetzt zusammengeschlossen worden. Man geht z.B. zur Avon und sucht in seiner Kategorie. In meinem Fall würde ich Baby eingeben und schauen „was sind da alles für Firmen unterwegs“. Da kann ich mich dann bewerben, sozusagen. Ich schicke denen einfach die Informationen, die sie brauchen. Da gibt’s ein Formular: Seine Website, seine Facebook-Seite, alles gibt man an, beschreibt so ein bisschen, was man tut. Und dann wird entweder von der Firma oder häufig auch von der Agentur, die die betreut, entweder akzeptiert oder abgelehnt. Man sieht in diesen Netzwerken auch was die bieten. Das heißt, man sieht, was die Provisionen sind und was man darf, was man nicht darf. Manche Sachen darf man einfach nicht direkt verlinken, z.B. von Facebook. Oder man darf keine Werbung auf Google schalten oder sowas. Da muss man dann ein bisschen schauen. Dann gibt’s auch Kunden, die ihr eigenes Netzwerk haben. Amazon z.B. ist für Anfänger sozusagen immer sehr, sehr einfach, weil man einfach sich nur bei Amazon anmelden kann und dann natürlich alle möglichen Produkte bewerben kann. Und Amazon machen es einem sehr, sehr einfach. Das ist ein sehr, sehr leicht zu handelndes Netzwerk. Und dann kann man eigentlich schon loslegen. So, das ist erst einmal das anonyme Zusammenarbeiten. Man macht links, man kriegt Geld, fertig. Und sobald es besser läuft, kommen die Kunden auf einen zu. Also das merkt man dann. Ein guter Affiliate-Manager z.B. schaut sich seine Daten an, täglich oder wöchentlich. Und irgendwann merken die „Oh, warum kommen denn da so viele Klicks und so viele Sales von diesen Cyberzwergen“, und schauen sich das genauer an und rufen dann in der Regel an. Das ist bei mir so In den letzten zwei Jahren passiert, dass eigentlich alle Großen, mit denen ich zusammenarbeite, irgendwann mal angeklopft haben und man jetzt einfach eine persönliche Arbeitsbeziehung hat. Was es natürlich einfacher macht. Die sagen einem vorab Bescheid, was passiert, oder fragen, was man da tun kann. Und das ist natürlich toll und ist für beide Seiten dann auch fruchtbar.

Saskia: Affiliate Marketing bedeutet also auch, wirkliche Beziehungen zu den Partnern aufzubauen, um davon langfristig zu profitieren. Das heißt auch, dass man vor allem Zeit investieren muss.

Daniela: Man braucht Fleiß. Den Willen, fleißig zu sein. Grundsätzlich, glaube ich, wirkt es so, als wäre es leicht verdientes Geld. Ist es auch, weil man muss ja keinen Wareneinkauf machen, muss nicht viel Geld investieren. Eigentlich. Trotz allem kommen die Leute ja nicht einfach zu einem. Es ist ja nicht so, dass man einfach eine Facebook-Seite öffnet und plötzlich kommen hunderttausende von Leuten und klicken auf irgendwelche Beiträge. Deswegen ist es sehr leicht, diese Links zu bekommen und zu erstellen. Aber man muss natürlich erstmal eine Audience haben, die sich dafür interessiert. Und da kommt Fleiß ins Spiel, finde ich. Also jeder, der schon mal versucht hat auf Facebook über seine hundert Abonnenten zu kommen, weiß man muss was tun und das ist dabei auch… die Menge macht’s natürlich, die Reichweite macht’s. Denn es sind natürlich keine Riesenbeträge, die man jetzt für ein verkauftes Buch verdient oder so. Da macht es natürlich die Menge. Man muss ein Auge für seine Zielgruppe haben, natürlich. Bringt nichts, wenn man ständig Sachen postet und tolle Links drin hat, die einem viel Geld geben könnten, wenn das niemanden interessiert. Das ist natürlich wichtig. Das heißt, grundsätzlich ist es gut, wenn man sich ein bisschen marketingtechnisch auskennt oder ein Auge hat für Bildsprache oder so. Weil man natürlich irgendwie diese Links verpacken muss, entweder in guter Sprache oder in schönen Bildern. Und wie gesagt, die Leute müssen irgendwie zu einem kommen. Wenn man nicht gerade die Frau von Mats Hummels ist oder irgendein anderer interessante Influencer, dann muss man ja irgendwie dafür sorgen, dass sie auf einen aufmerksam werden sollen.

Saskia: Das Wichtigste beim Affiliate Marketing sind aber weder die Partnerunternehmen noch die Assets, sondern das Wissen um die Interessen und Bedürfnisse der Zielgruppe. Wen will ich erreichen? Wer soll die Produkte kaufen? Und worauf achten diese Personen überhaupt? Daniela hat ihre Affiliate Marketing Strategie folgendermaßen aufgebaut:

Daniela: Erstmal hab ich natürlich versucht, für mich selber eine Nische zu finden, wo ich das vielleicht ein bisschen anders als die Konkurrenz mache. Nicht dramatisch, aber man merkt so wie laut will ich z.B. sein. Wie sehr will ich meine Leser anschreien: „Kauft das jetzt“, „Ich bin günstig.“ Oder will man vielleicht ein bisschen mehr auf eine schöne Bildsprache wert legen oder sowas? Da muss man erst einmal schauen: Welche Zielgruppe will ich überhaupt? Mütter? Ist ein Riesenfeld. Und welche Art von Mütter möchte ich ansprechen? Welche Interessen möchte ich ansprechen? Dann wird einem natürlich irgendwann bewusst, worauf die Zielgruppe anspringt, z.B. für mich sind es Füchse. Meine Zielgruppe liebt Füchse. Alles, wo ein Fuchs drauf ist, wird gekauft. Hätte mich das Anfang 2017 jemand gefragt – keine Ahnung warum. Warum mögen die Leute Füchse? Früher waren es Eulen. Dann kommen die Alpakas. Aber Füchse gehen immer. Sowas finde ich interessant. Das sind kleine Sachen, die man lernt. Aber womit Umsatz wahrhaftig gemacht wird, weil man weiß ich habe jetzt ein Produkt in 4 Ausführungen, und eine davon eine Fuchs Ausführung ist, nehme ich die. Das finde ich ganz interessant. Und man muss natürlich immer darauf achten, dass Mütter nicht die Produkte kaufen, die ihre Kinder mögen, wenn es um so kleine Kinder geht wie bei meiner Zielgruppe. Die Mutter kauft natürlich, was ihr gefällt. Das heißt… Disney – Disney ist etwas für Mütter. In dem alter, ein Säugling, dem es egal ob er einen Bambi Strampler an hat oder nicht. Hauptsache der zwickt nicht. Aber Müttern geht das Herz auf, wenn das Baby irgendwie in Winnie Pooh gekleidet ist oder so. Also da muss man immer überlegen, wem soll es gefallen und wer hat das Geld? Bei größeren Produkten weiß man genau, da wird abends auf dem Sofa nochmal der Vater des Kindes zur Freigabe herangezogen. Auch das lernt man so ein bisschen. Welche Produkte werden sofort gekauft? Bis zu welchem Preis wird die Entscheidung sofort getroffen? Wenn es zu lange dauert, habe ich sie wahrscheinlich schon wieder verloren.

Saskia: Aber natürlich macht Daniela nicht nur über ihre Website Umsatz. Ihre Zielgruppe bewegt sich, wie viele andere Zielgruppen auch, sehr stark in sozialen Netzwerken. Die Auftritte der Cyberzwerge haben sich dabei nach und nach entwickelt. Der wichtigste Treiber: Facebook. Damit macht Daniela auch heute noch 80 Prozent ihres Umsatzes.

Daniela: Facebook kam sofort, natürlich. Weil, ehm, so schnell, wenn man einfach nur eine Website aufbaut, Ist es ja nicht ao, dass Google sich denkt  „Tipp topp, Cyberzwerge sind da“, und wenn jetzt jemand nach Angeboten sucht, stehe ich sofort ganz oben auf der Such Liste. Von daher kam Facebook sofort. Nachdem ich die Webseite aufgebaut hatte, habe ich mit Facebook begonnen, um auch über Facebook Leute auf meine Seite zu lenken. Und dann kam Instagram danach, weil mir natürlich bewusst ist, Facebook liegt mir jetzt nahe und ist für mich einfach – aber ich bin schon gar nicht mehr meine Zielgruppe. Ich bin so am Rande, was mein Alter betrifft. Und die nachrückenden Mütter, an die ich mich ja wende, haben vielleicht mit Facebook schon gar nichts mehr am Hut. Das wissen wir alle, dass es ja in Richtung Instagram, oder was auch immer, schon wieder das Neueste ist. Deswegen beschäftige ich mit Instagram. Aber es ist nicht so groß für mich wie Facebook, weil es viel schwieriger ist für mich, da immer viel Marketing zu Rande zu kommen. Da ich natürlich über links mein Geld verdiene und man schwer klicken kann bei Instagram. Natürlich kann man mittlerweile Produkte verlinken, die muss man aber irgendwo erst in einem Katalog anlegen. Es ist alles wesentlich komplizierter. Von daher baue ich das sehr langsam auf. Ich weiß aber – das ist auch das Signal, was Facebook einem gibt – dass sich das mit der Zeit jetzt vereinfachen wird und ähnlicher wird. Da hab ich jetzt erstmal den Stamm aufgebaut, damit ich da intensiver weitermachen kann. Pinterest, zum Beispiel, ist natürlich auch etwas, wo man merkt das wird immer, immer beliebter. Und gerade bei so gröberen Themen, wenn man sagt – Geschenkideen für Kinder oder so – also jetzt nicht ein Produkt, sondern so themenspezifisch. Und da kann ich natürlich auch ganz gut meine Leser erreichen. Aber das ist auch etwas, was jetzt nach und nach einfach kommt.

Saskia: Wie immer gilt: Nicht nur das Netzwerk ist entscheidend, auch die inhaltliche Strategie, also die Content Strategie. Daniela’s Ansatz: Sie möchte keine klassische Werbung oder Preis-Leistung kommunizieren, sondern mit den Details und Besonderheiten der einzelnen Produkte arbeiten. Ihr Credo: Sie ist keine Verkäuferin, sondern quasi eine gute Freundin, die Produkte empfiehlt. Dadurch stellt sie eine gewisse Nähe her und schafft langfristige Bindungen ihrer Leser bzw. Kunden an sich.

Daniela: Einerseits gibt es natürlich die Möglichkeit, Geld auszugeben und Facebook-Gefällt-Mir-Anzeigen zu schalten. Das tue ich auch konstant. Dann poste ich nicht nur Produkte, die gekauft werden müssen, sondern auch welche, worüber man einfach spricht. Das ist dann einfach Content zum Liken, zum Teilen, zum Kommentieren. Ein Beispiel: Es gibt so ein Baby Strampler, der gleichzeitig ein Wischmopp ist, mit dem man die Wohnung putzen könnte. Der Traum einer jeden Mutter. Kauft natürlich keiner. Oder in den drei Jahren, den ich bewerbe, haben den vielleicht drei Leute über mich gekauft. Ich kann das natürlich sehen in den Netzwerken. Aber es wird geklickt, geteilt und darüber gesprochen. Und dadurch kriege ich natürlich auch neue Follower. Oder ich habe morgens um sechs immer einen Post, wo es einen Eltern-Spruch gibt. Das sind Sprüche, die ich mir von Twitter oder so ziehe und natürlich die Quelle brav benenne und hoffe, dass ich den Leuten auch noch ein paar neue Follower verschaffe. Sechs Uhr ist so die Zeit, da liegen die Mütter noch im Bett, und stillen ihre Kinder, sind aber natürlich schon wach. Und das ist so die Zeit, wo man auch liked und einfach so ein bisschen durch die Gegend scrollt. Und da muss man natürlich so ein bisschen den Tagesablauf einer Mutter auch kennen und da mitgehen. Und so versuche ich natürlich, erstens meine bestehenden Follower frisch zu halten. Die dümpeln ja auch manchmal da seit ein paar Jahren rum und sind nicht mehr so aktiv und die kann man natürlich mit so emotionalen Sachen auch ganz gut wieder aufwecken. Und je mehr Leute kommentieren, desto mehr sehen das natürlich andere Leute in ihren Feeds bei Facebook und kommen dann hoffentlich auch mal vorbei.

Saskia: Apropos kommentieren – Das bietet natürlich auch die Möglichkeit, dass sich die User, also die potentiellen Kunden, mit Feedback zurückmelden. Das ist essentiell für ihre Arbeit, sagt Daniela.

Daniela: Natürlich habe ich meine Zielgruppe wahnsinnig gut kennengelernt. Und das freut mich immer wieder, wenn ich ein Produkt finde und ganz, ganz tief auf Etsy gekramt habe z.B., und denke „Oh, das ist jetzt aber was für meine Mädels“, sozusagen, und ist dann so gut ankommt, wie ich es erwartet habe. Da freue ich mich jedes Mal riesig drüber. Also was ich gelernt habe, was aber jeder Social Media Mensch weiß, ist: Man muss zuhören. Man muss unheimlich viele Kommentare lesen und dann auch rausfinden „Was ist es, was gut läuft?“ Ist es dieser Schlafsack? Oder ist es, weil es wiederum der Fuchs Schlafsack ist, zum Beispiel? Ich finde, da tut man sich keinen Gefallen, es mechanisch zu machen und einfach nur posten, posten, posten. Und ich kenne Wettbewerber, bei denen scheint das auch zu funktionieren, aber die hauen einfach die Post raus wie ihre. Geht wahrscheinlich dann auch am Ende des Tages. Wenn man aber wirklich lernen will, mit wem man es zu tun hat, muss man lesen, kommunizieren und das alles. Und auch Vorschläge annehmen. Also wenn ich z.B. eine Lunch Box für den Kindergarten bewerbe und viele Leute sagen „Hey, wir haben mal bei dir und die, die es viel besser.“, muss man zuhören und die sofort auch mal bewerben. Oder direkt schreiben, sagen „Hey super, danke für den Tipp, ich versuche das auch mal.“ und dann kann man auch sehr schön beim nächsten Post sagen „Hat uns eine Leserin vorgeschlagen“, schaut mal her, schaut euch das nochmal an. Man muss lesen, zuhören.

Saskia: Diesen Input könnte man auch im weitesten Sinne als User-Generated-Content bezeichnen. Also Inhalte, die User selbst im Kontext einer Marke erstellen. Dadurch, dass Daniela Empfehlungen ihrer Zielgruppe wahrnimmt, sie einbindet und aktiv mit den Usern kommuniziert, stärkt sie die Bindung innerhalb ihrer Community. Und auch an die Marke Cyberzwerge. Inhalte planen und veröffentlichen. Kundenkontakt und Kundenakquise. Redaktion, Grafik, Community Management, Social-Media Werbung. Daniela hat alle Hände voll zu tun. Damit nichts untergeht, strukturiert und priorisiert sie ihren Arbeitsalltag durchgehend. Das Wichtigste dabei: Absprachen und Verträge mit den Kunden – müssen – eingehalten werden.

Daniela: Wichtig für mich ist natürlich, dass ich im Kopf behalte „was habe ich meinen Kunden versprochen?“, weil ich natürlich jetzt nicht mehr so wie am Anfang einfach nur Produkte suche und die vielleicht bewerbe. Sondern ich habe natürlich auch engen Kontakt zu den meisten Kunden und die fragen mich auch spezifisch an oder geben mir Geld oder exklusive Codes oder so für bestimmte Kampagnen. Das heißt, ich muss gucken: Okay, welchen Kunden hab ich für heute was versprochen? Oder für morgen, in dem Fall, weil ich immer am Tag vorher gucke, dass ich meine Facebook-Post vorbereite. Das ist z.B. erst mal wichtig, zu schauen „Was ist los? Was hab ich versprochen?“ Dann: fangen irgendwelche interessanten Sachen an? Oder gibt’s Produkt-Launches, von denen ich weiß, die genau heute sind? Da will ich natürlich die erste sein, die darüber berichtet. D.h. das hab ich immer alles schon notiert für die gewissen Daten, sodass ich erst einmal gucke „Was ist morgen los? Und wie mache ich das alles fertig?“

Saskia: Die laufende Betreuung findet dabei nicht nur auf Social Media statt. Auch ihre Webseite muss Daniela pflegen, sodass immer neue Inhalte erscheinen und alles SEO optimiert läuft. Also die Inhalte so optimiert sind, dass sie von Suchmaschinen wie Google bestmöglich gefunden werden können.

Daniela: Dann geht es natürlich weiter, dass ich schaue, dass meine Website immer wieder aktualisiert ist. Sind meine Gutschein-Seiten aktuell? Wo kann ich nochmal neue Produkte reinbringen? Damit die Seiten natürlich auch frisch bleiben und Google sie deswegen mag. Das sind die Sachen, die gemacht werden müssen. Und dann, wenn ich dann Zeit habe, geht es darum, dass ich neue Produkte suche, neue Trends kenne.

Saskia: Affiliate Marketing eignet sich im Übrigen für beinahe jede Branche, sagt Daniela. Das wichtigste: Thematisches know-how und Kenntnisse über die Bedürfnisse der Zielgruppe.

Daniela: Ich sehe das Travel auch ziemlich aktiv ist. Also das sehe ich gerade, natürlich, weil die meisten Leute irgendwann mal irgendwo hinreisen. Aber auch, weil man da natürlich mit Bildern toll arbeiten kann. Das ist natürlich auf Facebook super. Wenn man da irgendwie schöne Bilder aus der Karibik hat, dann denkt jeder sofort, er möchte vielleicht auch mal wieder verreisen. Also Travel sehe ich funktioniert. Und Mode funktioniert natürlich gut. Also da lässt man sich glaub ich auch schnell mal verleiten drauf zu klicken, wenn da doch mal wieder Schuhe im Angebot sind oder sowas. Jeder braucht Anziehsachen und viele interessieren sich sehr dafür. Das sind so Gebiete, wo ich sehe, die funktionieren gut und da folgen auch viele. Aber ich glaube es gibt sehr viele Nischen, die man auch gut besetzen kann und da auch mit Fachliteratur, oder so, wahrscheinlich auch vorankommen kann. Aber das sind natürlich nicht die großen Beträge, da muss man glaub ich ganz schön strampeln, um dann einen Lebensunterhalt damit zu verdienen. Aber ich glaube immer da, wo Leute begeistert sind. Ich habe z.B. schon oft gedacht, man müsste vielleicht irgendwas mit Haustieren machen oder so für Tierliebhaber. Das ist ein bisschen ähnlich wie Mütter. Man hat sie lieb und will nur ihr Bestes und da geben die Leute dann auch Geld aus. Also ich glaube, man kann alles mal versuchen. Wenn man selber begeistert ist davon, dann ist es natürlich auch leicht, andere Leute wiederum davon zu begeistern.

Off-Stimme: Social-Media Expertenwissen. In and Out.

Saskia: Wer als Affiliate Marketing Manager durchstarten will oder die Disziplin in seinem Unternehmen ausbauen möchte, der muss die richtigen Partner finden. Partner, die zur eigenen Marke bzw. zum eigenen Thema passen und die für die Zielgruppe relevant sind.

Daniela: Wichtig ist, dass man sich nicht verkauft. Natürlich. Es gibt wie in jeder Werbe-Geschichte Anfragen, wo man sagt „Ach, will ich eigentlich überhaupt nicht machen.“ Weil man sagt „das passt nicht zu meiner Zielgruppe.“ Da will jemand, der vorher mit dir gearbeitet hat – das sind natürlich häufig z.B. Agenturen, und ich verstehe das total – die merken „okay, dieser eine Kunde läuft prima bei dir“ und die haben dann einen anderen Kunden, der vielleicht auch irgendwann mal was mit Kindern so ganz entfernt zu tut hat, und sagen „dann mach das doch auch mal. Läuft doch alles und wir haben so gut zusammengearbeitet.“ Und wenn man da schon so ein schlechtes Gefühl hat, sollte man das nicht zum Gefallen dieses jetzt doch so liebgewonnenen Agentur Kollegen machen. Weil das bringt nichts. Man verschenkt einen Post, man baut Hoffnung auf beim Kunden. Und wenn man schon sofort merkt, es ist zu teuer, es ist zu was auch immer, es passt nicht zu meiner Zielgruppe, sollte man es lassen. Und nicht, weil man Leute glücklich machen will oder weil man jeden Cent hinterherjagt. Ich glaube, da macht man sich und seine Zielgruppe mit unglücklich und das merkt man dann nachher auch.

Saskia: Anders gesagt: In eine gute Affiliate Marketingstrategie gehört das Matching von Zielgruppeninteressen und Unternehmen am Markt. Ein wichtiger Schritt: Genau – die – richtigen Zielgruppen zu finden.

Daniela: Such dir erstmal die Partner, die wirklich gut zu dir passen. Also überleg erst einmal wirklich was willste machen? Wie sollen die Leute aussehen, mit denen ich spreche? Und passen die Marken, die ich mir aussuche, wirklich dazu? Dann vielleicht lieber als meine Handvoll. Und man setzt sich wirklich mit den Produkten auseinander. Das ist, glaube ich, sehr wichtig. Dann muss man am Anfang ein bisschen Geld in die Hand nehmen, um seine Community aufzubauen. Wenn man immer nur mit zehn Leuten spricht, können nicht mehr zehn Leute kaufen. Das tun sie nicht täglich. Also man muss natürlich gucken, auch wenn man nicht in Waren oder so investieren muss am Anfang, dass man ein bisschen Geld in die Hand nimmt. Dass man die Community aufbaut, wachsen lässt, weil man merkt natürlich sofort, sobald die Reichweite da ist, läuft das Geschäft natürlich auch. Und man muss Spaß haben. Wenn man jetzt merkt: Das ein Thema, was mir gar nicht so viel Spaß macht, aber ich denke, da ist Geld drin… Ich glaube, das hört man in den Posts und das sieht man in den Produkten, die beworben werden. Kann man wahrscheinlich auch irgendwie Geld mit verdienen. Aber ich denke, auf lange Sicht wird man damit auch die Partner nicht zufrieden stellen. Die Kunden merken das auch, ob man weiß, wovon spricht oder nicht.

Saskia: Wer jetzt denkt „Super! Ich will das auch machen“, für den hat Daniela zusammengefasst, was man an Fähigkeiten fürs Affiliate Marketing mitbringen muss.

Daniela: Neugierig sein, auf jeden Fall. Man muss grundsätzlich motiviert sein, das Ding loszutreten. Das ist, glaube ich, immer – wenn man in der „Start-up Branche“ etwas Neues anfängt – muss man erst mal Lust haben. Wenn man denkt „Oh, mach ich jetzt mal“, wird das nichts. Man muss Spaß an der Freude haben, wie man hier im Rheinland sagt. Und man muss Lust haben, loszulegen. Aber ich glaube, es ist auch sehr wichtig, dass man Teil seiner eigenen Zielgruppe ist. Also wenn ich jetzt versuchen würde, eine Fußball Seite zu eröffnen, hab ich glaube ich schon ein Problem. Dann brauche ich Leute, die mir sagen was ist jetzt gerade „hot“ und worauf stehen die Leute. Es ist viel einfacher, wenn man Teil seiner eigenen Zielgruppe ist. Dann hat man auch viel mehr Lust, sich mit diesen Leuten auseinanderzusetzen und Kommentare zu lesen. Und weiß, was sie vielleicht lustig finden. Also das finde ich wichtig. Man muss natürlich sprachlich ein bisschen Freude haben und sich ausdrücken können. Wenn einem jeder Post schwerfällt und man sich jeden Satz aus den Fingern saugen muss, macht es weder Spaß, noch kommt man wirklich um die Runden. Und man muss natürlich ein bisschen Gefühl haben für Grafiken. Und technisch muss man auch ein bisschen versiert sein. Man muss nicht der IT-Nerd sein, aber man muss natürlich ein bisschen verstehen, wie das alles so läuft, gerade auch um Facebook zu verstehen. Wie funktioniert das? Was bedeutet Reichweite? Und wie kann ich das alles hinkriegen mit Facebook-Werbung, dass ich Reichweite und Impressionen, alles in der Waage halten? Wenn ich mich überhaupt nicht für solche Dinge interessiere, habe ich auch schon ein Problem.

Saskia: Beim Affiliate Marketing geht es also nicht nur darum, ein paar Links zu posten und dann ordentlich Geld zu machen. Es erfordert zum einen eine umfassende, allgemeine, aber auch Kanal spezifische Strategie. Die richtigen Assets wie Texte und Bilder sowie eine umfassende Kenntnis der Zielgruppe. Ist für Social Media Experten meist nichts Neues, doch oftmals etwas, bei dem der Aufwand deutlich unterschätzt wird. Daher an dieser Stelle vielen Dank an Daniela Frößler, die ihre Erfahrungen mit ihrem Affiliate Business Cyberzwerge mit uns geteilt hat. Ihr habt noch mehr Fragen zum Thema Affiliate Marketing? Das ist kein Problem. Die beantworten wir gerne. Schickt einfach eine E-Mail an:

Off-Stimme: somex@k-zwoelf.com.

Saskia: Wenn ihr uns loben wollt oder anderen Input habt, könnt ihr uns natürlich auch sehr gerne schreiben. Auf unserer Website könnt ihr alle bisherigen Folgen nachhören. Da reden wir unter anderem über Data Storytelling und das Perfekte Social Video.

Off-Stimme: somex.k-zwoelf.com

Saskia: Ich bedanke mich fürs Zuhören bei euch und freue mich auf die nächste Folge.

Off-Stimme: Und nicht vergessen – abonniere uns, und rede mit deinen Freunden darüber.

Folge 5: Wie produziere ich gute Social Videos?

Folge 5: Wie produziere ich gute Social Videos?

Würde man den König des Content krönen, so wäre das ganz klar: das Video. Das sagen zumindest die meisten Statistiken über Online-Videos. Alleine YouTube hat über 1,5 Milliarden aktive Nutzer im Monat.

Video Content verzeichnet durchschnittlich vier Mal mehr Interaktionen als Texte oder Bilder. Deshalb erlauben auch Apps wie Twitter und Instagram das Posten von Video Content. Ein Grund mehr, richtig gute Videos für Social Media zu produzieren, denn Video Marketing hat großes Potenzial.

Fast jedes Thema eignet sich für Social Videos. Es können kurze Videos wie Instagram Stories sein oder längere Filme auf YouTube. Um erfolgreich zu sein ist es wichtig den Nutzer möglichst schnell abzuholen. Ausprobieren und etwas Mut haben sind dafür grundsätzlich ein guter Ansatz. Ebenso wie die richtigen Sozialen Netzwerke und Video-Formate für die jeweilige Zielgruppe des Videos zu wählen. 

Doch wie gehe ich eine Videoproduktion an? Welche Technik brauche ich? Was hat es mit „Storytelling“ auf sich?Und wie kann ich mehr aus nur einem Dreh herausholen? Wir haben Antworten und Tipps für euch. Unser Video-Experte Yannik Schulz erklärt in der fünften Podcast Folge, wie das perfekte Social Video gelingt – und was ihr dafür braucht.

Transkript

Off-Stimme:Social Media-Expertenwissen. Der K12 Podcast. Folge 5.

Saskia: Wenn man den König des Contents krönen würde, wäre das ganz klar das Video. Zumindest sagen die meisten Statistiken, dass Videos im Vergleich zu Bildern oder Texten am besten im Social Web ankommen. Ist ja auch eigentlich ganz einfach: Ich klicke Play und ab geht’s. Aber wie produziere ich überhaupt so ein Video jetzt speziell für Social Media? Welche Technik brauche ich und wie sorg ich dann am Ende dafür, dass meine Zielgruppe meine Videos auch anschaut und im Idealfall auch noch gut findet? Wir haben in dieser Folge von Social Media-Expertenwissen Antworten auf diese Frage. Mein Name ist Saskia Kaufhold. Ich freue mich, dass ihr zuhört.

Off-Stimme: Social Media-Expertenwissen. Interview.

Saskia: Wieviel Videos schaut ihr pro Tag auf Facebook, Instagram, YouTube und Co? Bei mir, ja sind so schätzungsweise fünf, arbeitsbedingter Konsum jetzt mal außen vor. Ich wage mal zu behaupten, dass das im weltweiten Vergleich ziemlich wenig ist. Immerhin hat allein YouTube über eineinhalb Milliarden aktive Nutzer im Monat. Das ist nur ein Beispiel dafür, dass Videos das erfolgreichste Format im Social Web sind. Doch Social Video ist nicht gleich Social Video. Um zu erläutern, was ein wirklich richtig gutes Social Video ist, habe ich mir keinen geringeren als meinen Kollegen Yannik geschnappt. Er ist Teil unseres Video Teams, das logischerweise nichts anderes macht, als Videos zu produzieren. Meine erste Frage an ihn: Wieso kommen Videos im Social Web eigentlich so gut an?

Yannik: Bilder, die gut erzählt sind, mit richtig guten Sounds und einer schönen Story, auch egal wie kurz sie sein können, bewegen uns, glaube ich mehr oder können unsere Fantasie mehr anregen als so mancher Text.

Saskia:Okay, das habe ich verstanden. Doch bevor ihr euch jetzt das Smartphone schnappt und auf Record drückt, hat Yannik das ideale Vorgehen für euch skizziert. Von der ersten Idee bis zur Umsetzung. Die einzige Voraussetzung: Das Thema und die Zielgruppe passen zur Nutzerdemographie der jeweiligen Plattform.

Yannik:Wenn das gegeben ist, dann natürlich zu schauen: Wo sind die, wo ist die Zielgruppe. Wo ist das Ziel dieser Maßnahme? Und zu schauen, dass es nicht einfach nur irgendwo hochgeladen wird und dann nach zwei Monaten 400 Views hat. Ok, da freut man sich nicht wirklich, dass man dann schon mal schaut: Wie kann man das noch weiter als Kampagne denken? Und da kommen wir schon in die Konzeption. Wird es angereichert mit Voiceover-Text, wird es angereichert mit Texteinblendungen?Wie ist die die Sprache? Wie wie sollen die Themen in ein Bild umgewandelt werden? Mit Analogien oder mit mit Beispielen? Und dann geht man in so einen erste, einen ersten Entwurf, wie so ein Bild aussehen könnte. Das wird dann natürlich immer abgestimmt mit dem Kunden und dann kommt es zum Dreh. Man schaut, wen kann man alles dazu buchen? Brauche ich großes Licht? Brauche ich nur ein Kameramann oder kann ich das hier mit unserer Inhouse-Kamera bewältigen? Oder schlage ich sogar vor, dass der Kunde oder der Produzent des Videos selber das Video macht und man man begleitet ihn dazu oder empowert ihn. Genau, dann muss natürlich auch festgelegt werden, wie die Länge des Videos ist, dass man von vornherein schon schaut wie kann ich so ein Video clustern? Also ich habe drei Themen und dann mache ich ein langes Video daraus und schaue dann so in der Produktion, dass ich halt meine Pause habe, um das zu aufzuteilen. Und dann geht’s in die in die Postproduktion: Tonbearbeitung, Schnitt, der erste Rohschnitt geht drüber. Dann hat man so einen ganzen Rundumschlag bis hin zum finalen Video.

Saskia:Keine Sorge, auf die einzelnen Aspekte kommen wir nochmal zurück. Fest steht aber auch: Einfach drehen und fertig ist nicht. Die wichtigste Formel: Zuerst ein Video, ein Thema.

Yannik: So viele Themen in ein kleines Video reinzupacken, was gerade mal 15 oder 30 Sekunden ist, für die Instagram Story mal betrachtet, ist halt viel zu viel und gerade der Rezipient kann sich dann auch nur auf ein Thema konzentrieren. Und sich zu überlegen, ja, ich habe jetzt ein kleines Video und da packe ich jetzt meine fünf Strategien rein, um meine fünf Themen, meine fünf Bauchschmerzen. Da, da wird keiner lange draufschauen.

Saskia:Grundsätzlich eignet sich laut Yannik übrigens jedes Thema für Social Videos. Ein paar besonders gute Beispiele hat er mal zusammengefasst:

Yannik: Ideale Themen für Social Videos, besonders wenn man als Unternehmen sich mehr positionieren möchte oder das noch ausbauen möchte, sind natürlich Vorstellungen der Mitarbeiter, Vorstellung der einzelnen Führungskräfte oder des Vorstandes mit kurzen Statements sehr authentisch produziert. Dann Produktvorstellung, wir sind auf irgendeinem Event, wir sind auf einer Messe zugegen, kommt vorbei. Kleine Teaser für halt längere Filme, zum Beispiel Imagefilme. Dann Take Overs, also man hat ja z.B. einen Mitarbeiter oder einen Influencer gefragt, der mal ein Takeover macht. Dafür sowas halt supergut. Live-Video, als Social Video. Da ist es halt eine sehr, sehr gewinnbringende Sache, halt authentisch auch mal über längere Zeit an Live-Video zu starten, um Einblicke zu bekommen.

Saskia: Stichwort Live-Video. Mittlerweile ja eine oftmals genutzte Möglichkeit, um Aufmerksamkeit und Reichweite zu erzeugen.

Yannik: Aber das Problem ist, wenn man dann auf live drückt, ist man auch wirklich live.

Saskia: Ja, das stimmt wohl. Und damit das nicht wirklich zum Problem wird, gibt’s auch hier Videotipps vom Profi.

Yannik: Man muss sich vorher eine Strategie überlegen. Also live hört sich immer sehr spontan an, aber man sollte schon ein Themenpapier sich vorher erstellen. Fünf, sechs Punkte, die man gerne besprechen möchte mit dem Gesprächspartner, der vielleicht neben einem ist. Und wichtig ist auch, was mir mal geholfen hat, ist eine Stoppuhr machen. Also wirklich daneben noch ein zweites Handy oder ne Uhr packen. Man nimmt sich nur 20 Minuten vor oder man nimmt sich fünf Minuten vor und das wirklich einzuhalten. Dass man dann auch so einen Spannungsbogen erhält. Die technische Voraussetzung ist auch sehr wichtig, dass man sich vorher wirklich überlegt Welches Handy nehme ich, wo produziere ich das? Für welche Kanäle mache ich das? Wo, wo ist wirklich auch die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich da viele Leute anspreche?Dann einfach mal ausprobieren.

Saskia: Ausprobieren und etwas Mut haben. Sind grundsätzlich sehr gute Berater beim Thema Social Video. Neben der Frage, welches Format es letztendlich werden soll, ist natürlich auch der Veröffentlichungskanal entscheidend, wenn es um die Videoproduktion geht. Ein quadratisches Format für den Instagram Feed, ein Hochformat für die Facebook Story oder ein Querformat für LinkedIn, der Kanal bedingt das Video zu großen Teilen.

Yannik:Also es wirkt sich sehr auf die Produktion aus, weil man vorher überlegen muss, wo wird dieses Video angeschaut? Drei von fünf Personen schauen Onlinevideos mobil und da ist es halt entscheidend, wie sie das schauen, ob sie das unterwegs schauen mit Kopfhörern. Ob sie das schauen, einfach nur mal eben nebenbei in der U-Bahn. Da muss man halt vorher überlegen, dass die Bildsprache schon mal viel transportiert. Aber dass man halt auch durch gezieltes Einblenden von Untertiteln oder von Infografiken oder von kurzen Statements die Leute abholt.

Saskia: Die Leute abholen, ist das Stichwort.Das sollte im Idealfall nämlich schon ab der ersten Sekunde passieren. Sonst scrollen bzw. swipen die User nämlich einfach weiter.

Yannik:Schaue ich mir den YouTube-Kanal an, schaue ich mir Facebook oder LinkedIn oder TikTok oder ein längeres Format, wie es jetzt von Instagram mit IG TV oder Facebook Watch ist. Da muss man halt immer spezifisch schauen, wie da die Länge sein muss, die maximalen oder die minimale Länge und dass man da die Zuschauer nicht auf halbem Weg verliert, dass nach drei Sekunden gleich keine Lust mehr haben. Und man muss natürlich, was ja auch jeder Action-Film oder jeder Trailer für einen guten Kinofilm hat. Man muss sofort gleich Gas geben, man muss sofort am Anfang Tempo reinkriegen und wirklich die Menschen nicht zum Weiterswipen oder zum Wegklicken bringen, sondern gleich Vollgas geben.

Saskia: Ok, wir merken uns: Das Video muss für den entsprechenden Kanal aufbereitet werden. Das betrifft nicht nur das Format, sondern auch die Länge. Hierfür schaut ihr am besten beim jeweiligen Netzwerk nach. Die professionelle Empfehlung ist aber: Je prägnanter und kürzer, desto besser. Bei Facebook sind zwar mehrere Minuten Video möglich, jedoch solltet ihr in 30 bis 90 Sekunden auf den Punkt kommen. Bei einer Instagram Story bleiben euch pro Slide 15 Sekunden, hier könnt ihr jedoch mit mehreren Slides arbeiten und ein fortlaufendes Video einstellen. Auf LinkedIn funktionieren Videos auch sehr gut. Hier gilt ähnliches wie bei Facebook, was die Länge angeht. Oftmals bringen hier die Nutzer aber etwas mehr Zeit für professionelle Videos mit Mehrwert mit. Schauen wir uns jetzt die Umsetzung an. Da hat Yannik gute Neuigkeiten: Es muss nicht immer die krasseste Technik sein, um die krassesten Videos zu machen.

Yannik: Die technischen Voraussetzungen sind erst einmal sehr simpel. Man muss einen ruhigen Raum haben. Man muss ein normales Licht haben, also kein zu sehr direktes Licht oder das Licht, was von oben kommt, dann kriegt man sondern so einen Gruselschatten unter der Nase und man musste sich locker bewegen können. Man darf jetzt nicht mitten in irgendeiner Menge stehen. Man darf jetzt nicht irgendwie in der Mensa sich aufhalten und da mal eben ein Video machen. Natürlich wenn man auf einer Messe ist oder auf einem Event, kann man das ruhig mal machen. Sich mal irgendwo hinstellen, wo es vielleicht ein bisschen lauter ist, dass es ja auch authentisch. Beim Ton, da gibt es halt kleine Mikrofone. Aber ich glaube auch die heutigen Smartphones, wenn man da ein Stativ dran baut oder ein kleines kleines Licht, was oben noch draufgesetzt wird. Damit kann man schon viel bewirken. Aber ich würde dann gerade beim Licht halt viel mit Available Light drehen. Also mit Licht, was schon dort ist, aber nicht zu, zu viel experimentieren. Auch nicht zu sehr, irgendwie ich muss jetzt hier einen Schlagschatten haben. Oder ich muss jetzt hier noch irgendwie fancy einen Glow im Gesicht haben. Genau, da würde ich dann eher dezenter auftreten. Von der Kameraposition ist halt auch wichtig, dass man nicht irgendwie in einer untersichtigen oder odersichtigen Einstellung ist, also dass man halt irgendwie von unten ins Gesicht schaut oder von oben, dass man einen klaren Blick hat auf die Personen oder wenn mehrere da sind. Und da halt überlegen, auch von der technischen Seite, ist halt die hochkantige oder die querformatige Variante entscheidend. Bevor ich anfange zu drehen, muss ich mir diese ganzen Dinge überlegen, bevor ich auf den Rec.-Knopf drücke.

Saskia:Vorbereitung ist das halbe Video, mal eben bei einem spontanen Eventvortrag mitfilmen? Klappt auch. Besser ist es aber, den Dreh umfassend vorzubereiten und Technik sowie Manpower zu sichern. Mittlerweile kann man auch mit dem Smartphone hochwertige Aufnahmen machen. Yannik weiß, wie das geht.

Yannik:Also man nimmt ein sehr hochwertiges Smartphone. Da gibt es zurzeit sehr, sehr gute, Devices die supergute Bildformate oder Bildqualität anbieten können. Auch bei Low Light, also bei wenig Licht. Und da einfach mal in den Einstellungen gucken, dass man die höchste Auflösung nimmt, die es gibt. Also von Full HD – es gibt, glaube ich auch mittlerweile schon mehr, Ultra HD – dann Tipp: Das Handy auf Flugmodus schalten. Während der Aufnahme kommt ein Anruf rein. Es ist immer blöd oder es vibriert. Dann im Querformat oder im Hochformat, wie man möchte, filmen.Vorher einfach Mal testen. Ist es okay, dass ich da mit filme und dann vielleicht auch die Schärfe-Einstellungen wählen, die Licht-Einstellungen. Und wenn es um die Bildkomposition geht, dann ist natürlich der sogenannte goldene Schnitt wichtig, also dass man die Bildaufteilung so wählt, dass man halt ein dynamisches Bild hat, das man z.B. wenn die Personen, die man filmt, ja also im rechten Teil des Bildes ist. Wenn sie nach rechts schaut, dass sie mehr so im rechten Teil des Bildes ist, dass man genug Platz lässt, dass man nicht zu sehr close die Person filmt, dass man irgendwie der zu nahetritt. Natürlich ist die Bewegung des Bildes auch wichtig, wenn man ein Interview führt und möglichst mit Stativ filmen, das man nicht aus der Hand zu sehr wackelig wird. Und wichtig ist einfach mal ausprobieren. Mehrere Takes versuchen, einfach mal ein bisschen gucken. Vielleicht stellen wir die Person doch mal woanders hin. Wichtig ist auch, dass man verschiedene Versionen macht, also dass man nicht nur eine Version macht und glaubt, dass die die Richtige sei. Sondern wir haben halt festgestellt, dass wenn man mehrere Versionen macht, dass man da dann mit dem Handy, dass man da dann auch mehr Auswahlmöglichkeiten hat, dann ist man doch irgendwie ein Blitzer oder ist man doch irgendwie in Versprecher drin, dann kann man das auch so gut zusammenschneiden nachher, dass es passt.

Saskia:Übrigens nicht nur das Aufnehmen von mehreren Versionen hilft nachher bei der Produktion. Wenn ihr schon vorher bei einem Dreh überlegt, ob ihr das Material auch für Social Media verwenden könnt, holt ihr im Endeffekt mehr aus einem einzigen Dreh raus.

Yannik:Wir haben häufig Anfragen von Kunden, die sagen: „Wir möchten gerne mit Ihnen ein Video machen und wir wollen irgendwie auch Social Media miteinbeziehen. Wir möchten irgendwie da eine Strategie oder eine Kampagne raus machen.“ Und häufig ist es so, wenn wir dann vor Ort sind und dort einen längeren Film drehen, halt mit Interviews, mit großen Bildern, dass wir dann dort hingehen und nicht nur in einem Film denken, sondern auch in mehreren Filmen, dass wir auch noch ganz viel Material nebenher produzieren, wenn wir eh schon da sind. Diese sogenannten B Rolls, also Schnittmaterial mitnehmen, den einen oder anderen Interviewpartner noch mehr dazu holen. Wenn es jetzt z.B. ein Event ist, dass man dann noch mehr von dem Event mitnimmt, noch mehr Vox Pop, also Publikumsstimmen einholen, vielleicht auch noch ein Recap von einer Person, die dort beteiligt war, mitnimmt. Diese ganzen Dinge, die können dann nachher gesichtet werden, wie in welchen Themen-Cluster sie passen, die man vorher festgelegt hat. Und somit hat man dann aus einem Video vielleicht sogar gut verdauliche 30 Videos gemacht, die halt sehr schnell produziert werden können, oder halt auf den verschiedenen Plattformen gezielt eingesetzt werden können, um auf dieses lange Video hinzuweisen oder auf eine weitergeführte Strategie.

Saskia:Also wir brauchen ein Ziel, eine Zielgruppe, ein Thema, eine Storyline, die passenden Kanäle und den professionell aufgezogenen Dreh. Nehmen wir mal an, das alles ist gelaufen. Dann heißt das Stichwort Postproduktion.

Yannik: Jetzt geht es quasi an den Schnitt, also an die Aufbereitung für Social Media. Da ist es wichtig, dass man erst einmal schaut, was man für Material gesammelt hat. So einen groben Schnitt erst einmal zusammenstellt, vielleicht auch nochmal eine andere Person fragt, ob das so harmonisch ist. Klare Schnitte setzen nicht zu abrupt. Und wie gesagt, halt auch sofort mit den wichtigsten Themen anfangen. Und danach, wenn man diesen groben Schnitt hat, kann man in diese Feinheiten reingehen. Man kann vielleicht den Ton nochmal anpassen, der zu leise ist. Oder man kann nochmal das Bild korrigieren. Man kann aber grobe Farbkorrektur machen. Wenn es zu hell ist, kann man vielleicht den Kontrast nochmal ändern. Dann kann man auch in die die Bearbeitung gehen. Wenn es halt Spezifika gibt wie Intro, Outro oder besondere Texteinblendung, dann kann man sich nochmal von Assets bedienen, die vielleicht vorher angelegt wurden. Untertitel ist halt auch immer eine gute Sache, gerade wenn die Rezipienten nicht mit Kopfhörern mobil schauen oder die Mitarbeiter keine Kopfhörer am Arbeitsplatz haben. Da ist es halt auch wichtig, wenn gewisse Themen sehr wichtig sind, die eingeblendet werden sollen, dass man die halt auch präsent setzt an gewissen Punkten. Weil viele Menschen akustisch sehr viele Dinge aufnehmen, aber auch eine visuelle Guideline brauchen.

Saskia: Damit die Postproduktion gelingt, braucht man natürlich Erfahrung.Allein der Schnitt kann ziemlich kompliziert werden. Für alle, die da schon etwas mehr wissen bzw. sich mal ausprobieren wollen, empfiehlt Yannik sein Lieblingsschnittprogramm Adobe Premiere.

Yannik: Damit arbeite ich am liebsten, weil ich die unterschiedlichen Programme, die noch da dranhängen, also Illustrator für Grafiken, Photoshop für Fotobearbeitung oder halt After Effects für Animation, dass ich da eine große Bandbreite habe von Kombinationsmöglichkeiten. Wenn ich eine Grafik einblenden möchte, Titel oder Untertitel oder halt eine kleine Animation, die Dinge noch besser visualisiert. Da hab ich ein gutes Paket. Gerade für Social Videos ist diese Kombination aus diesen ganzen Programmen mit Premiere sehr vorteilhaft, weil man schnell und gute Produkte produzieren kann in unterschiedlichen Formaten. Somit halt auch ne, ne große Bandbreite abdecken kann.

Saskia:Aber was wäre ein Video ohne die passende Musik? Vorausgesetzt der User hört mit Kopfhörern. Natürlich können Songs und Sounds für das Video komponiert und erstellt werden. Wer dafür keine Zeit oder kein Budget hat, kann auch auf Material von Stock Agenturen zurückgreifen.

Yannik:Also es gibt sehr, sehr viele gute bis sehr gute Anbieter für Stock-Musik. Es gibt natürlich auch lizenzfreie Musik, die man umsonst auf irgendwelchen Portalen bekommt. Aber da weiß man halt immer nicht, wie weit das ausgereift ist und wie gut die Qualität ist. Wir sind häufig auf Artlist ist unterwegs. Das ist ein Abo, wo man halt sehr gute, gut abgemischt Musik bekommt, auch Sounds. Und da ist eine große Bandbreite von Popsongs bis hin zu dramatischen Filmmusiken, aber auch sehr gut abgemischte Vocal Songs, die kommen echt immer gut an. Man kann sie natürlich auch bei Shutterstock bedienen oder bei premiumbeat.com. Aber die Bandbreite da ist sehr, sehr gut und gut verschlagwortet.

Saskia: Für die Postproduktion gilt also: Nicht zu viel bearbeiten, sodass alles immer noch natürlich, authentisch bzw. glaubwürdig wirkt. Untertitel und gegebenenfalls visuelle Stützen wie Einblendungen von Grafiken nutzen, um den Zuschauer zu lenken. Wer dann noch auf Musik und Ton achtet, ist einem nahezu perfekten Social Video schon ganz nah. Wichtig ist, wie bei vielen anderen Bereichen von Social Media, einfach mal Mut zu haben und auszuprobieren. Wo wir auch schon beim Thema Trends wären. Yannik hat nämlich zusammengefasst, welche Trends er gerade besonders häufig sieht.

Yannik:Experimente mit 3D-Elementen, also sehr, sehr viel passiert da gerade, sehr kleine Sachverhalte auch mal in so einer dreidimensionalen, sehr kreativen Art zu zeigen. Da kann man Themen z.B. wie Perspektivwechsel oder Themen wie Veränderungen oder Themen wie immer auch in einer in einer anderen Dimension zu denken, reinschauen. Man kann es aber auch jetzt nicht ganz so kreativ sehen. Man kann es auch ein bisschen einfacher packen, dass man beispielsweise eine Person hat im Vordergrund, die spricht und wird quasi maskiert freigestellt und im Hintergrund läuft Text zu diesem, zu diesem Beitrag. Also da hat man dann auch eine kleine Dimension, kleine Tiefe im Bild. Diese Dinge beobachte ich sehr viel gerade. Dann wird auch viel mit Sounds experimentiert, dass man Elemente zeigt oder Videos zeigt, wo sehr viel hochwertiger Sound mit eingebaut wird. Also nicht nur Musik, sondern auch viel so selbst produzierte Geräusche, die zu diesem Thema passen. Wenn man das dann supergut mastert und halt auch darauf hofft, dass es halt viele hören, ist es eine sehr, sehr coole Sache. Dann ist mir auch aufgefallen, dass man auch viel durch, durch Personen, durch Emotionen geleitet wird in Social Videos. Wir haben ja gerade so eine Welle, die so eine Art politische emotionale Vermarktung geht. Da sehe ich auch viel, dass es da auch so eine Art Kinoästhetik geht. Also viele kleine Snippets oder Videos, die produziert werden, nicht nur in der Werbung. Die haben so eine, so eine Videoästhetik, das fällt mir auf. Es ist eher so eine Abwendung von diesem klassischen Erklärfilm hin zu einer mehr authentischen, emotionaleren Ansprache des Kunden.

Saskia: Persönlich soll es im Idealfall auf Social Media schließlich immer sein. Und das ist auch der Aspekt, den Yannik in Zukunft verstärkt im Social Web bei Videoinhalten sieht.

Yannik: Was noch viel mehr sein wird, meiner Meinung nach, ist die Verbindung von den Usern mit den Produzenten. Also die Kontakte, die geknüpft werden, dass z.B. Live-Videos gestartet werden und Leute dazu geholt werden, die nochmal Fragen beantworten können oder nochmal Impulse geben können.Das es da noch eine viel größere Vernetzung gibt.

Off-Stimme: Social Media-Expertenwissen. In and out.

Saskia:Ohne Videos kein Social Media. Naja, ganz so drastisch ist es zwar nicht, aber Videoinhalte kommen bei fast jeder Zielgruppe ziemlich gut an, wenn sie gut gemacht sind. Wie das geht, haben wir gerade von meinem lieben Kollegen Yannik gehört. Wer jetzt direkt das nächste Selfie Video abdrehen will, für den hat Yannik drei Tipps:

Yannik:Erst mal das Licht, dass man da in einem guten Licht steht. Dass man einen guten Ton hat, dass er nicht zu dumpf ist, nicht zu trocken. Dass man halt in einem Raum ist, wo man halt auch in Ruhe dieses Video machen kann und dementsprechend auch leise ist. Und die Themen: Wie präsentiere ich mich in diesem Video? Und das ist halt kurz und prägnant ist nicht zu lang.

Saskia: Und ganz wichtig:Die folgenden Sachen bitte vermeiden.

Yannik:Absolute Horrorvorstellung ist, wenn eine Person ein Video macht, ein Smartphone-Video und bei der Hälfte des Films, wo dann die ausschlaggebenden Punkte kommen, auf einmal das Format wechselt, also dann auf einmal das Video, die Videokamera dreht und dann mitten im Satz von horizontal auf vertikal wechselt, kommt selten vor, aber kann natürlich mal passieren. Aber bitte nicht machen. Ein weiteres No-Go ist auch, sehr verrückte Einstellungen zu wählen. Also auch das Framming ist dann halt auch sehr wichtig, nicht irgendwie ganz links am Rand steht. Oder halt eine ganz komische Perspektive von unten wählt, das Handy irgendwo abstellt und man sehr unvorteilhaft dort aussieht oder in keinem guten Verhältnis im Bild platziert ist.

Saskia:Okay, ganz so leicht lässt sich so ein Video für Social Media dann doch nicht machen. Falls ihr Best Practices habt, teilt sie gerne mit uns. Gleiches gilt natürlich auch für Fragen, Anmerkungen und Themenwünsche.Die schickt ihr einfach an:

Off-Stimme: somex@k-zwoelf.com.

Saskia: Wenn ihr uns loben wollt oder anderen Input habt, könnt ihr uns natürlich auch sehr gerne schreiben. Alle bisherigen Folgen z.B. zur Social Media-Strategie oder der DSGVO gibt es auf unserer Podcast Website zum Nachhören.

Off-Stimme: somex.k-zwoelf.com.

Saskia:Ich bedanke mich fürs Zuhören und freu mich schon auf die nächste Folge.

Off-Stimme:Und nicht vergessen: Abonniere uns und rede mit deinen Freunden darüber.

Folge 4: Wie setze ich die DSGVO richtig um?

Folge 4: Wie setze ich die DSGVO richtig um?

Die Datenschutz-Grundverordnung (kurz DSGVO oder EU-DSGVO) der Europäischen Union ist seit dem 25. Mai 2018 anzuwenden. Sie standardisiert die Verarbeitung personenbezogener Daten EU-weit. Zur Umsetzung sind laut EU-Recht alle Mitgliedstaaten verpflichtet. 

Bisweilen haben die vom Europäischen Parlament beschlossenen Richtlinien jedoch für viel Verwirrung gesorgt. Nicht nur bei Usern, sondern auch bei Unternehmen sowie Marketing- und Kommunikationsverantwortlichen. 

Was ist erlaubt und DSGVO-konform? Und vor allem: Was nicht? Was sollten Unternehmen und Datenschutzbeauftragte beachten? Welchen Umfang sollten interne Datenschutzvorschriften haben? Und was ist wichtig für betroffene Personen?

Dank Begriffen wie „öffentliches Interesse“ sind viele Abschnitte der DSGVO individuelle Auslegungssache. Wir haben uns trotzdem bemüht ein wenig Licht in den DSGVO-Dschungel zu bringen. Im Interview sprechen wir dafür mit Jurist Felix Meurer. Und ein DSGVO-Quiz gibt’s gratis dazu!

Transkript

Off-Stimme:Social Media-Expertenwissen. Der K12 Podcast. Folge 4.

Saskia: Zwei Dinge kann ich schon mal vorwegnehmen: Erstens das hier wird eine etwas andere Podcast-Folge als normalerweise. Und zweitens diese Aussage:

Felix Meurer: Ist ja so die berühmte Juristen-Antwort: Es kommt darauf an, weder ja oder nein.

Saskia: Werden wir des Öfteren zu hören bekommen. Diese Podcast-Folge von Social Media-Expertenwissen dreht sich nämlich um das Thema Datenschutzgrundverordnung oder kurz DSGVO. Die ist für die meisten Menschen nicht unbedingt selbsterklärend, sondern eher abschreckend. Dabei ist der Schutz unserer Daten ja eigentlich ne ziemlich gute Sache. Wer Daten allerdings für Marketing und Kommunikation z.B. auf Social Media nutzt, kommt schnell an seine Grenzen. Was ist erlaubt und vor allem was nicht? Um ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen, haben wir mit Felix Meurer gesprochen. Er ist Jurist und kennt sich aus im DSGVO-Dschungel. Doch reine Juristenantworten sind uns natürlich viel zu eintönig. Wir machen deshalb ein Quiz draus. Hierfür habe ich meinen Kollegen und Digital Berater Felix geschnappt. Willkommen zum Social Media Expertenwissen Podcast, Felix.

Felix Günther: Guten Tag Saskia.

Saskia: Ich freue mich sehr, dass du da bist.

Felix Günther: Ich mich auch als zweiter Felix.

Saskia: Genau. Und ich muss, bevor wir starten, mit unserem DSGVO-Quiz etwas ganz Wichtiges vorwegnehmen. Wir als Agentur machen nämlich keine …

Felix Günther: … Rechtsberatung.

Saskia: Als hätten wir es abgesprochen.

Felix Günther: Haben wir tatsächlich nicht.

Saskia: Also die Antworten kommen alle aus unserem Interview mit Felix Meurer und aus recherchierten Quellen von ihm. Alle Angaben ohne Gewähr.

Felix Günther: Genau, als würden wir Lotto spielen.

Off-Stimme: Social Media-Expertenwissen. Inside.

Saskia:Felix, wir stürzen uns direkt rein ins DSGVO-Abenteuer. So habe ich es mal genannt. Wir beide werden jetzt eine Art Frage-Antwort-Spiel durchführen. Ich stelle eine DSGVO-These in den Raum und du musst mir sagen, ob sie stimmt oder ob ich mir das ganze nur ausgedacht habe.

Felix Günther: Okay, verstanden.

Saskia: Verstanden, super. Legen wir los mit These Numero uno.

Felix Günther: Ichbin aufgeregt.

Saskia: Ach so, das vielleicht noch vorweg. Du kannst nichts gewinnen.

Felix Günther: Ach, schade.

Saskia: Außer …

Felix Günther: … Keine 1 Million Euro?

Saskia: Nein, außer meiner Anerkennung. Die ist dir sicher. Egal, wie du antwortest.

Felix Günther: Die ist mir aber natürlich sehr viel wert.

Saskia: Na siehst du. Und Wissen kannst du auch gewinnen, das gibt’s gratis. Toll, ne? Also fangen wir an. Erste These: Vor dem Jahr 2018 gab es keine Regelung für den Datenschutz in Deutschland. Richtig oder falsch?

Felix Günther: Das stimmt natürlich nicht.

Saskia: Und aus welchem Erfahrungsschatz stammt diese Antwort?

Felix Günther:Aus dem Erfahrungsschatz des gesunden Menschenverstandes. Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch vor 2018 und vor der DSGVO schon Datenschutzrichtlinien gab und Gesetze.

Saskia:Da hast du vollkommen recht. Ein Punkt, ein Punkt für dich, richtig?

Felix Günther: 50 Euro Fragestunden?

Saskia: Genau. Also diese These ist natürlich vollkommener Unsinn, denn es gab schon vorher bereits ein Datenschutzgesetz und eine Datenschutzrichtlinie.

Felix Meurer: Viele haben sich vor 2018 noch nie mit dem Thema Datenschutz beschäftigt, was im Grunde fahrlässig war. Denn auch vorher gab es schon viele, viele Jahre eine Datenschutzrichtlinie und ein Bundesdatenschutzgesetz, was der DSGVO in manchen Teilen sehr ähnlich ist. Aber das war vorher einfach nicht relevant. Und plötzlich kam dann 2016 die DSGVO in Kraft. Dann hatte man zwei Jahre Zeit, das Ganze umzusetzen. Das haben die meisten doch verpasst. Und dann war plötzlich, ganz plötzlich 2018 und viele haben dann erst gemerkt: „Okay, ich bin ein bisschen spät dran. Ich muss mich damit beschäftigen.“ Und dann wird es natürlich knapp. Und dann gab es natürlich auch viele, ich nenne es mal DSGVO-Mythen um Klingelschilder und Co, die das Ganze noch etwas verwirrender gemacht haben. Ich glaube, das hat man abgeschreckt, sich damit intensiv zu beschäftigen.

Saskia:Weiter geht es mit der zweiten These: Wenn ich Daten von Usern sammle und verwerten will, muss ich diese darüber im Vorhinein informieren, und zwar über alles, was ich mit den Daten nachher anstellen will.

Felix Günther:Das stimmt meiner Meinung nach wieder.

Saskia: Willst du das begründen?

Felix Günther: Ich könnte es nicht begründen. Ich könnte es nur durch gehörtes Wissen und Artikel begründen, die ich eventuell durchgelesen habe zu diesem Thema, auch im Kontext der Arbeit natürlich.

Saskia:Du hast vollkommen recht. Auch dieser Punkt geht an dich, Felix. Denn grundsätzlich gilt: Es muss jeder Bescheid wissen, wann seine Daten für welche Zwecke erhoben werden und was danach überhaupt mit ihnen geschieht. Das hat uns auch Felix Meurer erklärt.

Felix Meurer: Was wirklich wichtig ist, dass man die Betroffenen tatsächlich zum Zeitpunkt der Erhebung der Daten darüber informiert, welche Daten verarbeitet werden, durch wen und zu welchen Zwecken. Also sagen Informationspflicht nachkommt und dass die Daten eben auch auf einem sicheren Weg erhoben werden, also dass man entsprechende technische Maßnahmen und organisatorische Maßnahmen trifft, damit die Datensicherheit gewährleistet ist.

Saskia:These Nummer drei: Für die Erhebung und Verwertung der Daten reicht eine Datenschutzerklärung aus. Datenschutzerklärung bedeutet, dass man eine Erklärung auf seiner Website oder ähnlicher Plattform hat, die erläutert, wofür man die Daten verwertet. Reicht das aus, um Daten zu erheben?

Felix Günther:Stimmt natürlich nicht, weil die User/Nutzer müssten ja ihr Einverständnis geben.

Saskia:Felix!

Felix Günther: Das weiß ich.

Saskia: 100 Punkte für dich ich, als hättest du mein Skript gelesen.

Felix Günther: Ich durfte mich nicht vorbereiten.

Saskia: Das stimmt. Du hast aber natürlich vollkommen recht. Natürlich muss man zum einen die User informieren. Aber wenn ich Daten von meinen Kunden oder anderen Personen erhebe z.B. sag ich mal für einen Newsletter versandt oder für personalisierte Werbung, muss ich darüber natürlich nicht nur informieren, sondern auch sagen: „Hey, ist das okay für dich?“ Und der User muss aktiv zustimmen.

Felix Meurer:Die Datenschutzerklärung ist ja im Grunde nur die Information, die ich erteile. Das ist unabhängig davon, was für eine Rechtsgrundlage ich für die Datenverarbeitung, also die Weitergabe der Daten habe. Es nur in die Datenschutzerklärung zu schreiben, reicht wohl nicht aus, denn damit hat man keine wirksame Einwilligung nach den Vorgaben der DSGVO. Etwas anderes könnte es sein, wenn ich die Daten aufgrund eines berechtigten Interesses verarbeiten möchte. Im Rahmen der berechtigten Interessen muss man aber eine Abwägung zwischen den eigenen Interessen und den Interessen der betroffenen Personen, also der Kunden, vornehmen. Und in dem Fall, indem ich Kundendaten, also Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen an eine Plattform weiterreichen und weiterleiten, werden wohl die Interessen der Betroffenen überwiegen, sodass es keine ausreichende Rechtsgrundlage wäre.

Saskia:Du machst dich sehr gut, Felix, übrigens.

Felix Günther: Und ich hatte noch Angst, mich zu blamieren.

Saskia: Ach Quatsch, wir sind doch Profis in allem, was wir tun. Thema Datenschutzerklärung hatten wir ja gerade schon. Ihr braucht jeder, soviel ist ja klar. Aber die Frage ist: Wie muss die genau aussehen? Ich behaupte bei These Nummer vier: Die Datenschutzerklärung muss mindestens zehn Seiten lang sein.

Felix Günther:Es würde mich überraschen, wenn’s da ein Mindestmaß an Datenschutzerklärung gibt.

Saskia:Felix, du bist echt ein Fuchs.

Felix Günther: On fire.

Saskia: Du hast schon wieder Recht. Es ist zumindest grob festgelegt, wie die Datenschutzerklärung gestaltet sein muss, zumindest was drinstehen sollte.

Felix Günther: Ah okay.

Saskia: Aber es ist natürlich vollkommener Unsinn, dass sie mindestens zehn Seiten oder maximal 20 Seiten lang sein muss. Auch das hat uns Felix Meurer erklärt.

Felix Meurer:Die Informationspflichten müssen in verständlicher Weise und transparent und vor allem in leicht und verständlicher Sprache dargelegt werden. Das heißt, wenn man irgendwo einen Datenschutzhinweis platziert oder eine Einwilligung einholt, dann sollte der Text erstens leserlich sein. Zweitens groß genug und drittens auch nur einen Umfang haben, den ein Nutzer in der jeweiligen Situation überhaupt wahrnehmen kann. Es bringt nichts, wenn ich eine Datenschutzerklärung habe, für die man 24 Stunden braucht, um sie zu lesen. Das ist wohl nicht mehr verständlich oder transparent. Und als Nutzer hat man tatsächlich inzwischen auch Möglichkeiten, im Falle von möglichen Datenschutzverstößen dagegen vorzugehen. Man kann unter Umständen auf Unterlassung klagen oder man kann sogar Schmerzensgeld oder Schadensersatz geltend machen. Aber natürlich gibt’s noch andere Kriterien, die dafür relevant sind.

Saskia:Jetzt gibt’s meine fünfte These für dich, Felix. Du machst dich sehr gut, deswegen bin ich optimistisch.

Felix Meurer: Okay.

Saskia: Und zwar geht es darum bzw. ich behaupte: Dass sowohl Facebook als auch der Seitenbetreiber einer Facebook-Seite beide für die Erhebung und Verarbeitung der Social Media-Daten verantwortlich sind.

Felix Günther:Das stimmt, ja. Was natürlich im Praxisfall zu Problemen führt, weil man als Unternehmen ja überhaupt nicht weiß, was Facebook mit den userbezogenen Daten macht.

Saskia: Genau.

Felix Günther: Bzw. nicht dahinterkommt.

Saskia:Ja, also es gibt zumindest nicht den hundertprozentigen Einblick …

Felix Günther: Ja.

Saskia: …in was da alles vonstattengeht.

Felix Günther: Eben.

Saskia: Und es ist natürlich in der Praxis, wie du schon gesagt hast, nicht so super leicht umzusetzen. Felix Meurer hat uns das im Interview mal anhand des ja wichtigsten Urteils dazu erklärt.

Felix Meurer:Dazu hat es im vergangenen Jahr die berühmt-berüchtigte Facebook Fanpage Entscheidungen des EuGH gegeben, der ja entschieden hat, dass Betreiber einer Facebook Fanpage gemeinsam mit Facebook für die Datenverarbeitung verantwortlich sind. Das hat viele aufgeschreckt, denn genau das war das Argument. Wir wissen ja gar nicht, was Facebook eigentlich mit den Daten im Hintergrund macht. Außerdem haben wir gar keinen Einfluss darauf und auch gar keinen Zugang zu den Daten. Der fehlende Zugang war dem EuGH erst einmal egal, weil er gesagt hat: „Okay, ihr sorgt dafür, dass Facebook die Daten überhaupt verarbeiten kann. Deswegen seid ihr auch mitverantwortlich.“ Ende Juli gab’s die Fashion ID-Entscheidungen des EuGH. Da ging es um Social Media Plugins, insbesondere den Social Media Gefällt-mir-Button von Facebook. Und da hat der EuGH das Ganze, so wie ich es verstehe etwas eingeschränkt und hat gesagt: „Naja, man muss schauen auf welche Datenverarbeitungsvorgänge jemand überhaupt Einfluss hat und nur dafür kann er im Endeffekt haftbar gemacht werden.“

Saskia:Wer jetzt Panik bekommt seine Facebook-Seite abzuschalten, für den hat Felix Meurer nen Tipp:

Felix Meurer: Mein Tipp wäre Abwarten, ehrlicherweise. Natürlich kann man nie ausschließen, dass damit auch gewisse Risiken einhergehen, denn es gibt Aufsichtsbehörden in Deutschland noch einige mehr als in anderen Ländern. In Deutschland haben wir 17 Aufsichtsbehörden, die theoretisch aktiv werden können. Und natürlich fangen die erst mal bei den großen Unternehmen an. Das haben die auch so kommuniziert. Das heißt, ich würde sagen, ist man jetzt eher ein kleines Unternehmen. Eine Privatperson oder ein Verein, der eine Facebook-Seite als Beispiel betreibt. Dann sollte man erst mal nicht in Panik geraten. Man sollte sich informieren und am Ball bleiben und nicht einfach blauäugig weitermachen. Aber ich glaube nicht, dass man sich da große Gedanken oder Sorgen machen muss.

Saskia:Weiter geht’s mit unserem DSGVO-Quiz und wir kommen zu einem meiner Lieblingsthemen. Wenn man das so sagen kann. Es geht nämlich um Social Plugins, also die Einbettung von Inhalten oder z.B. Like-Buttons …

Felix Günther: Ja, natürlich.

Saskia: … von Facebook, Instagram und Co. auf der eigenen Website. Meine These dazu: Das Einbinden solcher Plugins ist durch die „neue“ in Anführungsstrichen DSGVO verboten.Stimmt das oder stimmt das nicht?

Felix Günther: Ich bin mir unsicher, ob es verboten ist. Ich meine allerdings, dass die Hürden, die man als Seite bewältigen muss, um diese Plugins einzubinden, deutlich erschwert wurden.

Saskia:Auch mit dieser Aussage hast du recht, Felix. Und zwar ist das an sich nicht verboten, …

Felix Günther: Ok.

Saskia: … also ist es grundsätzlich okay, sowas einzubinden. Aber wie du schon gesagt hast, die Hürden sind relativ hoch. Denn auch hier muss der Website-Besucher wieder zustimmen.

Felix Meurer:Vor ein paar Jahren war es noch so, dass jede Webseite die berühmten Social Plugins drin hatte von Facebook, von Twitter, von Pinterest, von Instagram und so weiter. Und die Daten oder diese Button haben automatisch von jedem Website-Besucher Daten generiert, erhoben und an die entsprechenden Plattformen weitergeleitet, ohne dass der Nutzer und der Website-Besucher das mitbekommen haben oder Einfluss darauf hatten. Danach hat es hat sich das Ganze dahingehend verändert, dass man gewisse zwei-Klick-Lösungen eingeführt hat, sodass erst der Button aktiviert werden musste, bevor überhaupt Daten erhoben werden konnten oder erhoben wurden und weitergeleitet wurden. Das Ganze passt zu der EuGH-Entscheidung von Ende Juli. Da ging es wie gesagt um den Gefällt-mir-Button von Facebook. Und grundsätzlich ist es so, dass ich als Websitebetreiber oder als Online Shop-Betreiber, der einen solchen Button einbindet, komplett erstmal dafür verantwortlich bin, was mit den Daten passiert. Das heißt, ich muss mich grundsätzlich darum kümmern, dass den Informationspflichten, wie gerade schon gesagt, nachgekommen wird und dass ich eine Rechtsgrundlage habe. Da das Ganze häufig nicht aufgrund einer Einwilligung passiert, sondern die Button integriert sind und der Nutzer im Zweifel einfach drauf klickt, werden viele die berechtigten Interessen als Rechtsgrundlage anwenden. Und man muss ehrlicherweise auch wieder im Einzelfall sagen: „Es kommt darauf an, wie die Datenerhebung und die Datenweitergabe ausgestaltet ist und wie viele Akteure und Empfänger die Daten weitergegeben werden, zu welchen Zwecken und was am Ende damit passiert.“ Was schon mal vorteilhaft ist, ist, dass der EuGH nun gesagt hat, dass man für gewisse Datenverarbeitungsvorgänge, die anschließend z.B. bei LinkedIn in oder bei Facebook passieren, unter Umständen nicht mehr verantwortlich ist und dafür nicht mehr haftbar gemacht werden kann. Und ich denke, das ist nun mal ein Schritt in die richtige Richtung für alle Website-Betreiber.

Saskia:Ich hab jetzt was richtig spezielles, für dich Felix. Die nächste Frage dreht sich um das Thema Retargeting. Also Beispiel: Ich habe Kunden auf meiner Website und der führt dort Handlungen aus. Zum Beispiel registriert sich für Newsletter, kauft irgendwas ein und ich zeige ihm auf Basis dieser Daten bei Facebook bestimmte Anzeigen.

Felix Günther: Ja.

Saskia: Meine These in dem Fall: Wenn mein Kunde mir einmal seine Daten gegeben hat, z.B. in dem er was gekauft hat, darf ich genau diese Daten auch für das Retargeting auf Facebook und Co verwenden.

Felix Günther:Nein, weil man gibt ja seine Erlaubnis zur Datenverwertung Plattform bezogen, meines Wissens nach. Also man muss das einmal auf der Website, einmal für Facebook, einmal für Twitter und Amazon und wie sie alle heißen, oder?

Saskia:Ja, das ist auf jeden Fall richtig. Das heißt, wenn ich meinem meine E-Mail-Adresse abgebe, wenn ich irgendwo was bestelle, dann tue ich das ja genau für diesen Zweck.

Felix Günther: Genau.

Saskia: Und wenn mein Kunde dann Daten von mir hat, kann er die nicht einfach so bei Facebook reinstellen, …

Felix Günther: Genau.

Saskia: … ohne mich vorher um Erlaubnis zu fragen. Man wiederholt sich da eigentlich. Wer Kundendaten fürs Retargeting verwenden will, braucht die Einwilligung seiner Kunden.

Felix Meurer:Das ist ein sehr heikles Thema. Natürlich ist es für jedes Unternehmen, das Retargeting betreiben will, attraktiv. Und es bietet aus Marketingsicht schon gute Möglichkeiten, seine Produkte anzubieten und zu verkaufen. Aus datenschutzrechtlicher Sicht ist das allerdings ein Thema, was mit der richtigen Rechtsgrundlage und der entsprechenden Informationen steht und fällt. Fakt ist: Aktuell funktioniert das Ganze nur auf Basis einer Einwilligung. Es ist nicht so, dass man im Datenschutz immer eine Einwilligung benötigt. Das gehört auch zu den Datenschutz-Mythen, dass man nur noch mit Einwilligung Daten verarbeiten darf. In dem Fall würde ich aber sagen, ist nur die Einwilligung die richtige Rechtsgrundlage. Das heißt, man sollte vorher, bevor man die Daten an andere Social Media-Plattform überträgt und weiterleitet, sollte man die Kunden, deren Daten man weiterleiten möchte, informieren und deren Einwilligung dazu einholen.

Saskia:Und Felix Meurer, mit dem wir gesprochen haben über das Thema, ist übrigens auch der Ansicht, dass wenn Kunden entsprechend informiert werden, sie auch tendenziell nichts dagegen haben, dass ihre Daten für Werbezwecke verwendet werden.

Felix Meurer:Ich glaube schon, dass viele bereit sind, wenn sie die eigenen Vorteile erkennen, nämlich dass ihnen personalisierte Werbung angezeigt wird, was prinzipiell, zumindest aus meiner persönlichen Sicht, nichts Negatives ist, personalisierte Werbung. Die Vorteile für sich selbst erkennen und je nachdem, um welche Arten von Daten es geht, dass manche Menschen schon bereit dazu wären, ihre Daten zu diesen Zwecken weitergeben zu lassen.

Saskia: Wir sind bei der letzten These.

Felix Günther: Und ich habe mich noch nicht blamiert.

Saskia: Nein, du hast jede Antwort mit Bravour bestanden. Vor allem, weil’s ja auch beim Thema DSGVO oft kennst, schwarz oder weiß gibt, sondern ganz viel im Graubereich stattfindet. Einfach weil das Thema relativ neu aufgetaucht ist. Und ich meine, die Uhren der Juristen ticken ja ein bisschen langsamer als die des normalen Bürgers, würde ich jetzt mal sagen.

Felix Günther: Sind Juristen keine Bürger?

Saskia: Juristen sind keine Burger.

Felix Günther: Ich hoffe, der Gag wird rausgeschnitten.

Saskia: Also letzte These für dich beim DSGVO-Quiz. Das ist jetzt ein ganz spezieller Fall. Deswegen keine, keine Schande, wenn du die Antwort nicht weißt. Es betrifft den Facebook Pixel …

Felix Günther: Ach du Schande.

Saskia:… oder das Facebook Pixel, genau. Also das ist ja dieses für alle Hörer das Schnippelchen Code, was man auf seiner Website einbinden kann und welches dann alle Handlungen des Users nachvollziehbar macht, also trackt. Ist super fürs Marketing, weil ich ja dann genau weiß, was mein Kunde auf meiner Seite macht, was er ansieht, was er vorher gemacht hat, was er nachher gemacht hat, also ganz nett. Meine These dazu: Die Verwendung des Facebook Pixels ist illegal. Was sagst denn jetzt dazu? Ist es verboten, das Facebook Pixel zu verwenden?

Felix Günther:Spontan würde ich sagen nein. Allerdings kann ich mir auch vorstellen, dass es ähnlich wie bei dem eigentlichen „Besitz“ in Anführungszeichen einer Facebook-Seite durchaus eine rechtliche Grauzone ist, bis etwaige Urteile kommen.

Saskia: Genauso ist es nämlich auch. Das heißt auch hier wieder, du hast die Frage richtig beantwortet. Denn bei einem Facebook Pixel oder der Verwendung dessen bewegen wir uns laut Felix Meurer tatsächlich in einem Graubereich.

Felix Meurer:Thema Tracking und Thema Cookies und Pixel. Das halte ich für ein sehr spannendes Thema, aus rechtlicher Sicht. Was natürlich für Unternehmen heißt: Naja, es ist ein sehr vages Thema. Wir müssen aufpassen und schauen, wie wir es handhaben. Aktuell ist die Rechtslage gerade in Deutschland etwas verquer, denn wir haben einerseits nationale Gesetze, die zum Teil den EU-Gesetzen, insbesondere der EU Privacy-Richtlinie aktuell widersprechen. Und das sorgt natürlich dafür, dass Unternehmen in Deutschland, die Tracking und den Facebook Pixel als Beispiel einsetzen wollen, aktuell etwas in der Zwickmühle sind und schauen müssen, wie sie sich verhalten. Tatsächlich hat es sich so herauskristallisiert, dass die Aufsichtsbehörden, die Datenschutz Aufsichtsbehörden, in Deutschland aktuell die Ansicht vertreten, dass ein Facebook Pixel nicht mehr rechtssicher eingesetzt werden kann. Ich finde natürlich, am Ende muss jedes Unternehmen für sich selbst entscheiden, wie groß das Risiko wirklich ist und ob es dieses Risiko eingehen will. Allerdings haben sich mit der DSGVO ja auch die Sanktionsmöglichkeiten verstärkt, sodass das Risiko auch erheblich zugenommen hat. Und das sollte natürlich in die Abwägung einfließen am Ende.

Saskia:Acht Thesen, acht Antworten und eine Menge Konjunktive, würde ich sagen und viel Graubereich. Beim Thema DSGVO und Social Media ist nicht immer alles eindeutig. Und eine abschließende Frage vielleicht Felix: Passt Datenschutz und Social Media denn überhaupt zusammen?

Felix Günther:Spontan würde ich sagen, dass es durchaus ein Ding der Möglichkeit ist. Allerdings ist wahrscheinlich das große Problem, dies dann auch im Endeffekt User-verständlich und User-freundlich zu gestalten. Und wahrscheinlich sind wir auch durch die DSGVO oder auch mit der DSGVO leider noch nicht so weit, dass wirklich jeder versteht, was mit seinen Daten passiert und wie sie verwaltet und behandelt werden.

Saskia:Das würde ich auch so unterschreiben. Aber dafür gibt es ja zum Glück unseren Podcast, der so ein bisschen Licht ins Dunkel bringt und der andere Felix, also Felix Meurer, der Jurist …

Felix Günther: Stimmt.

Saskia: Findet, der würde dir nämlich grundsätzlich zustimmen, und sagt, diese Themen widersprechen sich nicht und können sich sogar vielleicht ergänzen.

Felix Meurer:Ich glaube, Datenschutz und Social Media passt sehr gut zusammen, denn Social Media ist unweigerlich digital und Datenschutz und Daten sind natürlich auch in der Regel oder heutzutage ganz oft digitale Daten. Und ich denke, dass gerade in Social Media die Verknüpfungen zwischen den digitalen Möglichkeiten der Technik, die dahinter steckt, und der zwischenmenschlichen Kommunikation, also das Social in Social Media, viele auch Fallstricke, aber auch viele Möglichkeiten im Datenschutz bietet, das gut umzusetzen und weiterzuentwickeln. Im Grunde können wir Facebook dankbar sein, dass Facebook so viele Dinge ausprobiert und auch so manchen Fehler macht. Aber dadurch entwickelt sich auch das Datenschutzrecht weiter.

Saskia: Felix, ich danke dir …

Felix Günther: Ich habe zu danken.

Saskia: … von ganzem Herzen fürs Mitmachen beim DSGVO-Quiz.

Felix Günther: Acht Fragen, ohne sich zu blamieren.

Saskia: Ja, mit Bravour, wirklich. Dafür von mir einen kleinen Applaus für dich.

Felix Günther: Vielen Dank.

Saskia: Wie gesagt, zu gewinnen gab’s bzw. gibt’s ja nichts

Felix Günther: Ich dachte deine Anerkennung.

Saskia: Meine Anerkennung hast du sowieso. Und eine Menge Wissen haben wir ja beide dadurch gewonnen.

Felix Günther: Das stimmt.

Saskia: Wir sind jetzt reicher an Wissen und an Erfahrung. Das ist ja auch ein guter Preis. Vielen Dank, Felix. Ich finde, das hast du super gemacht.

Felix Günther:Vielen lieben Dank, Saskia.

Off-Stimme: Social Media-Expertenwissen. In and out.

Saskia: Ja, nein, ich mein jein. So gefühlt ist es oft beim Thema DSGVO nicht ganz eindeutig. Oftmals ist es eine Interpretationssache. Aber vieles, gerade im Bereich Social Media, ist noch in der Entwicklung, gibt’s ja auch noch nicht so lang. Jurist Felix Meurer hatte aber einen ganz positiven Ausblick für uns.

Felix Meurer:Ich glaube, diese Unsicherheit, die aktuell noch herrscht, weil viele Dinge noch ungeklärt sind und sich noch entwickeln, die wird weniger werden. Das Ganze dauert natürlich, denn wenn ein Verfahren beginnt, bis das Ganze am Ende mal vor dem Europäischen Gerichtshof in Brüssel ist. Das zieht sich einfach wahnsinnig lange hin. Und in dieser Schwebezeit herrscht einfach eine gewisse Unsicherheit. In der Zeit sollten gerade Unternehmen und gerade kleinere und mittelständische Unternehmen erst einmal abwarten und nicht panisch reagieren. Ich glaube, dass die Entwicklung schon dahin gehen wird, dass das Thema Datenschutz weiterhin große Relevanz haben wird und eben mehr Relevanz haben wird als noch vor fünf oder sechs Jahren. Ich glaube aber schon, dass es sich auch dahin entwickeln wird, das Datenschutzrecht nicht alles verbieten wird und plötzlich nichts mehr erlaubt ist. Und ich glaube, es wird zu einer guten Abwägung und zu einem guten Mittel kommen zwischen den technischen und digitalen Möglichkeiten, die wir heute Gott sei Dank haben und eben der größeren Sensibilität für das Thema Datenschutz auf der anderen Seite, sodass unsere Daten zwar verarbeitet werden, aber eben sicher.

Saskia:Was aber ganz klar ist, sind die DSGVO-No-Gos. Die hat Felix Meurer zum Abschluss nochmal für uns zusammengefasst:

Felix Meurer: Erstens sich keine Gedanken über das Thema Datenverarbeitung und Datennutzung in Social Media zu machen, denn das gehört inzwischen definitiv dazu. Das zweite No-Go, würde ich sagen, ist keine Datenschutzerklärung auf einer Facebook-Seite, bei LinkedIn in oder in irgendeiner Facebook-Gruppe vorzuhalten. Denn das ist einfach zu offensichtlich. Und damit setzt man sich einfach gewissen Risiken aus. Und das dritte No-Go, würde ich sagen, ist es DSGVO-Mythen zu verbreiten und Panik zu schüren. Das ist wirklich nicht angebracht, sondern das Thema Datenschutz ist zwar ein ernstes Thema, aber ein Thema, das sich einfach so entwickelt.

Saskia:Über die Datenschutzgrundverordnung könnten wir zwar noch x Jahre weitersprechen, für diese Folge soll das aber erst einmal reichen. Wie immer gilt: Wenn ihr hierzu oder zu anderen Social Media-Themen Fragen habt, dann schreibt uns gerne E-Mail an:

Off-Stimme: somex@k-zwoelf.com.

Saskia: Wir freuen uns natürlich auch über Lob oder anderen Input. Wer nicht genug bekommt, kann auch auf unserer Podcast Website vorbeischauen. Dort gibt es die bisherigen Folgen im Archiv zum Nachhören.

Off-Stimme:somex.k-zwoelf.com.

Saskia: Ich sag vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge.

Off-Stimme: Und nicht vergessen: Abonniere uns und rede mit deinen Freunden darüber.

Folge 3: Wie funktioniert Data Storytelling?

Folge 3: Wie funktioniert Data Storytelling?

Egal, was wir als User im Netz tun, überall hinterlassen wir digitale Spuren in Form von Daten. Mit den richtigen Tools können Unternehmen diese für Analysen nutzen – oder für sogenanntes „Data Storytelling“. Data Stories (Daten Geschichten) werden im Marketing immer wichtiger.

Die aus Daten gewonnen Informationen enthalten narrative Elemente, aus denen durch Visualisierung und einfach verständliche Vermittlung eine Story generiert werden kann. Eine gute Geschichte aus Daten ist dadurch charakterisiert, dass sie den Kunden emotional ergreifen kann.

Wer traditionelles Storytelling beherrscht hat schon eine gute Grundlage als Data Storyteller. Allerdings funktionieren die Präsentation von Data Stories doch noch ein bisschen anders als eine klassische Geschichte.

Jörg Hoewner ist Geschäftsführer von K12 und ein Daten-Experte. In Folge #3 des Podcasts erklärt er, was es genau mit dem Begriff „Data Storytelling“ auf sich hat, was gelungenes Data Storytelling ausmacht und wie ein solches Projekt erfolgreich umgesetzt werden kann. Folgt Jörg gerne auf TwitterXing und LinkedIn!

Transkript

Off-Stimme: Social Media-Expertenwissen. Der K12 Podcast. Folge 3.

Saskia: Name, Alter, Wohnort, aber auch die Lieblingsmarke, bevorzugte Uhrzeiten für das Checken von E-Mails, das Nutzungsverhalten via Smartphone. Wir hinterlassen überall im Netz unsere Spuren, und zwar in Form von Daten. Und diese kann man, wenn man möchte, als Gold des 21. Jahrhunderts bezeichnen. Um das Thema Daten kommt man also nicht drumherum. Vor allem auch, wenn man sich mit Marketing oder Kommunikation beschäftigt. Daten sind aber nicht nur für die Analyse der Zielgruppe oder für die Auswertung von Marketingmaßnahmen essenziell. Sie eignen sich auch ideal, um mit ihnen packende Geschichten zu erzählen. Und genau um dieses so genannte Data Storytelling dreht sich die dritte Folge unseres Social Media Podcasts.

Off-Stimme:Social Media-Expertenwissen. Interview.

Saskia: Wie schafft man es, aus nackten Zahlen eine packende Geschichte zu machen, die die Zielgruppe emotional abholt, um diese und weitere Data Storytelling-Fragen zu beantworten. Habe ich mit Jörg Hoewner gesprochen. Jörg ist nicht nur einer der Gründer von K12, sondern auch ein echter Datenexperte, der sich schon seit vielen Jahren mit dem Thema Daten im kommunikativen Bereich befasst.

Jörg:Data Storytelling ist ein Format, in dem aus Daten Stories generiert werden und in Form von Visualisierung, narrativen Elementen und einer anschaulichen Vermittlung von Daten komplexe Sachverhalte vermittelt werden können.

Saskia: Jörg ist übrigens zum ersten Mal mit dem Thema in Berührung gekommen, als er sich mit Datenjournalismus beschäftigt hat.

Jörg:Datenjournalismus ist n Disziplin, die gibt’s eigentlich schon ewig so. Mindestens seit den 60er Jahren. Und die hat in den letzten Jahren nochmal einen richtigen Hype erfahren. Und die Frage ist eigentlich, wie man diese Grundüberlegung des Datenjournalismus für die Kommunikationsarbeit nutzbar macht. Und daraus ist die Beschäftigung damit entstanden, weil ich gesehen habe, dass im journalistischen Bereich einfach supercoole Projekte am Start sind.

Saskia:Und supercoole Projekte lassen sich auch im Data Storytelling für bzw. als Unternehmen oder Marke umsetzen. Wer die Disziplin des klassischen Storytellings beherrscht, der hat schon mal gute Voraussetzungen für das Erstellen von Data Stories. Aber der Aufbau von Data Stories funktioniert noch ein bisschen anders.

Jörg:Im Data Storytelling hat man auch ein narratives Element, aber das hat nicht diese klassische Struktur mit Helden und einem Spannungsbogen. Sondern das narrative Element dient eher dazu, das, was in den Daten steckt, zu veranschaulichen, zu vermitteln, erlebbar zu machen. Und das ist einer der Unterschiede. Das heißt, es können Personen sein, die das narrative Element einer Data Story ausmachen, müssen es aber nichts. Während es beim klassischen Storytelling fast immer um Handelnde geht.

Saskia:Wir merken uns: Eine Data Story braucht nicht zwingend handelnde Personen, was sie aber ganz sicher braucht, sind Daten, und zwar die richtigen. Aber wie komme ich überhaupt an diese ganzen Infos?

Jörg:Es gibt natürlich öffentliche Statistiken, die man nehmen kann und mit denen man auch die eigenen Daten anreichern und kombinieren kann. Also wenn ich so zu demographische oder geographische Daten habe oder gerne wissen möchte, in welchen Straßenzügen bestimmte Durchschnittseinkommens oder Bevölkerungsstrukturen vorhanden sind, dann kommt man über Quellen wie das Destatis, also zum Bundesamt für Statistik oder Eurostat oder eben über andere Quellen, die es ja auch international gibt OECD, Weltbank und so weiter. Die führen alles, alle Datenbestände vor, die zum Teil öffentlich zugänglich sind und zum Teil auch dafür gedacht sind, dass sie ausgewertet werden. Dann gibt’s Branchenverbände, die solche Daten bereitstellen. Dann gibt’s auf Regierungsebenen oder Verwaltungsebenen eine ganze Reihe von Open Data-Initiativen, wo beispielsweise kommunale Daten bereitgestellt werden, von Budgetinformationen bis hin zu, hab ich gesehen, Fäkalverhalten von Haustieren auf Straßen. Also auch solche Geschichten gibt’s als Open Data und die kann man halt beliebig weiterverwenden. Und wenn, wenn es sowas nicht gibt, kann man drüber nachdenken, über Crowdsourcing-Initiativen was zu machen. Das heißt, dass man versucht, die Stakeholder zu aktivieren, selber Daten zu generieren oder zu liefern. Das können die Mitarbeiter sein. Das können Kunden sein, mit denen man das natürlich dann auch offenspielen muss und wo auch ein gegenseitiger Nutzen da ist. Und dann kann man eben auch Daten generieren, die vielleicht bis jetzt noch nicht da sind.

Saskia: Was wir als Agentur dabei öfter hören, ist: „Aber ich hab doch gar keine Daten. Was soll ich denn jetzt machen?“ Ja, da hat Jörg auch eine ganz klare Antwort drauf.

Jörg:Also ein Unternehmen, das keine Daten hat, gibt’s heutzutage gar nicht mehr. Also selbst wenn man „nur“, in Anführungsstrichen, also eine Boutique hat oder Frisör ist, hat man am Ende zumindest Kassendaten. Man hat Kundendaten oder was auch immer, mit dem man was machen könnte oder einfach nur wann die besten Zeiten sind, zum Haareschneiden beispielsweise. Also da kann man sich ganz, ganz viel ausdenken und eigentlich hat’s jeder. Die Frage ist eher: Wie komme ich da dran? Ansonsten kann man da total kreativ sein. Also da muss man glaube ich nur fünf Minuten drüber nachdenken und dann fallen einem ganz viele Sachen an. Also interessant ist ja immer, was Kunden mit den Produkten machen, die man selber so auf Markt bringt oder mit den Dienstleistungen. Wie wird damit umgegangen? Um auch zu veranschaulichen, wie ein bestimmtes Produkt auch im Tagesablauf eingebunden wird oder so. Oder wenn man vor einer bestimmten Herausforderung steht. Also ich bin jetzt als Unternehmen Infrastrukturanbieter, ich muss mich mit irgendwelchen Genehmigungsverfahren für Stromtrassen herumschlagen oder mit Breitbandausbau oder so. Auch da gibt’s ja ganz viele interessante Aspekte, die vermitteln können, wie, wie hoch der Bedarf zum Beispiel dafür ist. Da kann ich mit Strommengen oder Kapazitäten arbeiten. Also auch das sind ja Daten, die sind ja zum Teil sogar öffentlich zugänglich.

Saskia:Aber Vorsicht Daten können auch ein rotes Tuch sein, denn hier sind schnell Grenzen überschritten.

Jörg:Dass man jetzt einfach mit Kundendaten arbeitet und die unsensibel sind oder auch personenbezogene Daten veröffentlicht, das ist eh n No-Go. Und das ist jetzt einfach nochmal strikter. Und das ist ja auch nachvollziehbar. Was sich verändert hat, ist wahrscheinlich das Bewusstsein der Menschen, um die es vielleicht auch in einer Data Story geht. Das heißt, wenn ich eine Crowdsourcing-Aktivität plane, dann muss glaub ich mehr erklärt werden und mehr Transparenz geschaffen werden, was mit diesen Daten passiert.

Saskia:Also allein das Generieren bzw. Erheben von Daten kann eine ganz schöne Herausforderung stellen. Jörg hat mal den idealen Projektablauf für eine Data Story skizziert.

Jörg: Im Idealfall hat man schon eine grobe Idee, was man, was interessant wäre. Also eine Leitidee, zu der man sich dann überlegt: Ist die praktikabel? Also liegen da beispielsweise Daten vor, kommt man an die ran? Ist es ethisch einwandfrei, mit diesen Daten zu arbeiten? Beispielsweise werden auch Rechte verletzt, z.B. Datenschutz oder Persönlichkeitsrechte, wenn man mit diesen Daten arbeitet. Also das wird dann geklärt, nachdem man die Leitidee formuliert hat. Und wenn man die Daten dann einmal bekommen hat, geht es in die Datenbereinigung und dann wird man sich mit diesen Daten auseinandersetzen, dass man eine Exploration-Phase hat. Das heißt, man schaut: Gibt es Muster? Gibt es, bezogen auf die Idee oder Arbeitsthese, Belastbares, was darauf hindeutet? Und dann kann man die Idee entweder konkretisieren, verwerfen oder vielleicht findet man auch was ganz anderes, was vielleicht noch spannender ist und versucht auf der Basis noch zu überlegen, wie kann ich diese Informationen, die ich da jetzt finde, die Insights, wie kann ich die weiter veranschaulichen? Wie kann ich die visualisieren? Das heißt, ich arbeite einmal an den Daten weiter, an der Visualisierungsform. Auf der anderen Seite überlege ich mir: „Brauche ich Interviews dafür? Muss ich vielleicht jemanden ins Feld schicken, der vor Ort Aufnahmen macht? Oder wie kann ich das überhaupt redaktionell begleiten?“ Da ist man eigentlich dann bei einer ähnlichen Arbeitsweise, wie das sonst eben auch in der Redaktion stattfindet. So und dann wird es irgendwann eine Phase geben, wo man das zusammenführt. Also das Visuelle, das Narrative, in irgendeinem Format, das in der Regel dann natürlich digital ist, in Form einer Website zum Beispiel oder eines Long Reads und da sind wir dann bei klassischen Konzeptionsinstrumenten wie Wire Framing. Und dann stellt sich die Frage: „Wie vermarkten wir das Ganze?“ Also wir haben die Möglichkeit, einzelne Aspekte, einzelne Thesen, einzelne Botschaften einer Data Story jeweils separat z.B. in Social Media Posts zu vermarkten oder zu kommunizieren. Wir aber auch die Möglichkeit, über andere Maßnahmen nachzudenken, so kann man die Data Story mit nem Whitepaper kombinieren, also um Aufmerksamkeit zu schaffen, um dann Leads zu generieren. Dann sind wir dann bei einer klassischen Content Marketing-Aufgabe oder SEO wird ein Thema sein. Also da kann man dann schlicht und einfach über die Vermarktung nachdenken und dann ist das Projekt durch.

Saskia:Wer ein Data Story-Projekt umsetzen möchte, sollte sich dabei nicht nur idealerweise an den skizzierten Projektablauf halten, auch die entsprechenden Kompetenzen in Form von Manpower sind wichtig.

Jörg:Also auf Kundenseite brauchen wir jemanden, der ein Gefühl hat und das Potenzial sieht für, für so ein Format. Und auch bereit ist, mal ein Weg zu gehen, der jenseits einer: „Ich mache mal einen Text und suche mir zwei Stock-Bilder raus“, zu gehen ist. Innerhalb eines Teams: Selber hat man jemanden, der eine Datenkompetenz hat und es muss jetzt kein Spezialist sein. Es kann einfach jemand sein, der ein Gefühl für Daten hat und für Zahlen und auch keine Angst hat sich mit, mit Excel oder ähnlichen Tools auseinanderzusetzen. Visualisierung ist ein Thema, da braucht man eine grafische Komponente. Redaktionell braucht man jemand. Das heißt, es kann eben auch sein, dass man jemanden braucht, der sich mit Video auskennt, muss aber nicht. Am Ende braucht man auf jeden Fall jemanden, der schreiben kann und Web Development. Und um das alles zusammenzuführen jemand, der das Projektmanagement macht, der aber auch konzeptionell stark ist. Also im Extremfall sind‘s sechs Leute. Ich kenne aber auch Fälle im Freelancer-Bereich, wo es eine Person in Personalunion ist und das funktioniert auch. Da kriegt man auch coole Sachen hin.

Saskia:Ihr fragt euch, ob eure Branche für Data Storytelling geeignet ist? Die kurze Antwort: Bestimmt! Fast jede Branche eignet sich dafür. Besonders großes Potenzial sieht Jörg allerdings bei der Mobilitäts- und Energiebranche.

Jörg:Da geht‘s um Bewegung, da geht‘s um Energieverbrauch. Da geht‘s um die Geräte, die benutzt werden, Fahrzeuge und so weiter. Das ganze Verhalten und Switchen zwischen, wenn man als Privatperson n Auto nutzen, n Fahrrad nutzt oder n ÖPNV nutzt. Das ist ja nie eine Entweder-oder-Geschichte, sondern dahinter steckt immer ein bestimmtes Muster. Solche Zusammenhänge kann man natürlich auch schön aufbereiten, um so eben auch auf Themen hinzuweisen, die ansonsten sehr abstrakt bleiben. Und da sehe ich eigentlich auch keine Branche, wo man sagt ne, da ist das es so langweilig, dass man damit nichts anfangen kann.

Saskia:Aber was ist, wenn das Ganze nicht funktioniert bzw. was kann alles schiefgehen? Natürlich wollen wir das jetzt hier nicht schwarzmalen, aber ganz so leicht gehen Data Story-Projekte nicht von der Hand.

Jörg:Also die Haupt-Challenge bei dem ganzen Thema ist, dass innerhalb von Unternehmen häufig Datensilos vorhanden sind. Das heißt, man glaubt eigentlich, dass so ein modernes Unternehmen auf Datensätzen sitzt, die eigentlich nur noch exportieren muss. Und dann geht’s los. Häufig ist es halt wesentlich schwieriger, weil manchmal Sachen einfach gar nicht da sind oder eben der eine hat die Daten der andere jene, dann muss man diese unterschiedlichen Datenquellen miteinander kombinieren. Oder die unterschiedlichen Formate sind so inkompatibel zueinander und das ist einfach sehr aufwendig wird. Und das ist eigentlich die Haupt Hauptschwierigkeit bei dem ganzen Thema. Also man wird immer geile Sachen finden, aber für die Idee, die man hat, manchmal an die Daten ranzukommen, kann es eben schwierig sein. Und das zweite ist sicherlich, sich mit zu sehr um die Visualisierung zu kümmern und weniger um die Story. Es geht ja darum, dass man irgendetwas vermitteln will und da sollte man weniger draufschauen, was man mit irgendwelchen Programmen schön an Visualisierung rauskriegt. Sondern eher, was die Botschaft am besten vermittelt und was am meisten Spaß macht, auch für den Nutzer zu explorieren.

Saskia: Sind alle Herausforderungen gemeistert.Stellt sich die Frage der Vermarktung. Hier können soziale Netzwerke eine Möglichkeit sein, die Data Story effektiv einer großen Zielgruppe zur Verfügung zu stellen. Allerdings ist in Sachen Data Storytelling bisher noch wenig los auf Social Media.

Jörg:Hier fehlen mir noch die innovativen Ansätze. Also wenn ich Data Story habe, denke ich auch an die Story-Format auf Instagram oder Facebook beispielsweise. Da hab ich bisher aber noch nicht viel gesehen. Ob damit jetzt die riesen Reichweiten erzielt werden, dass man nur dafür eine Data Story entwickelt, da bin ich ein bisschen skeptisch. Aber als Begleitkanal, wo man aus ner Light Data Story weitere Unterformate für Social ableitet, das kann ich mir ganz gut vorstellen. Nur da passiert noch nicht viel. Also heißt, es ist noch ein großes Feld für alle Akteure.

Off-Stimme:Social Media-Expertenwissen. In and out.

Saskia: Data Storytelling mit Zahlen als Grundlage interessante Geschichten erzählen, ist eine Disziplin für sich. Die braucht nicht nur relevante Daten im ersten Schritt, sondern auch entsprechende Expertise in der Umsetzung. Dabei eignet sich Data Storytelling für Unternehmen, …

Jörg: … wenn sie komplexe Themen vermitteln wollen oder auch Themen, von denen sie denken: „Es interessiert sich keiner dafür, weil wir das auch nie richtig interessant vermittelt haben.“ Die werden eben auch die Chance haben, eine andere Vermittlungsform ausprobieren zu können.

Saskia: Für Social Media eignet sich Data Storytelling vor allem …

Jörg: … als Content-Lieferant für ganz viele unterschiedliche Aspekte eines Themas.

Saskia:Und ganz wichtig, der größte Fehler beim Data Storytelling ist:

Jörg: Davon auszugehen, dass Daten leicht zugänglich sind.

Saskia:Was allerdings leicht zugänglich ist, ist unser Wissen zum Thema Data Storytelling. Unser Geschäftsführer Jörg teilt es nämlich gerne mit euch, schreibt uns also bei konkreten Fragen zum Thema gerne eine E-Mail an:

Off-Stimme: somex@k-zwoelf.com.

Saskia: Wir freuen uns natürlich auch über Lob oder anderen Input. Wer nicht genug bekommt, kann auch auf unserer Podcast Website vorbeischauen. Dort gibt es die bisherigen Folgen im Archiv zum Nachhören.

Off-Stimme: somex.k-zwoelf.com.

Saskia: Ich sag vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge. Ach ja, und Jörg möchte da auch noch was loswerden.

Jörg: Vielen Dank. Abonnieren, danke. Abonnieren, bitte.

Folge 2: Welches Potenzial haben digitale Communities für Unternehmen?

Folge 2: Welches Potenzial haben digitale Communities für Unternehmen?

In Folge #2 unseres Podcasts blicken wir auf digitale Communities: Gemeinschaften, die sich virtuell über das Internet, in sozialen Netzwerken, zusammenfinden. 

Diese haben großes Potenzial für Unternehmen! Über eine digitale Community können sie mit Kunden auf persönlicher Ebene kommunizieren. Das kann dem Marketing wichtige Informationen, Ideen und Möglichkeiten liefern.

Nora Breuker erklärt uns, wie erfolgreiches Community Building und Community Management funktioniert. Wichtig ist dabei vor allem: Eine Community aufbauen benötigt Zeit und Geduld. 

Nora ist vom Start-up „From Fat to Finish Line“, welches selbst aus einer Community heraus gewachsen ist. Übrigens: Ihr findet sie auf Twitter und LinkedIn

Transkript

Off-Stimme:Social Media-Expertenwissen. K12 Podcast. Folge 2.

Saskia: Fakt ist, wir sind alle nur Menschen und als Menschen brauchen wir den persönlichen Kontakt. Diese Tatsache können sich Unternehmen und Marken zunutze machen, indem sie eine digitale Community aufbauen und dort mit ihrer Zielgruppe interagieren. Genau diesem Thema widmen wir uns in der zweiten Folge des K12 Podcasts Social Media-Expertenwissen und beantworten die Frage: Welches Potenzial haben digitale Communities für Unternehmen?

Off-Stimme:Social Media-Expertenwissen. Interview.

Saskia: Digitale Communities oder auch Online Communities sind Gemeinschaften, die sich in einem virtuellen Raum über das Internet zusammenfinden. Das kann zum Beispiel über ein Forum, einen Chat oder ein soziales Netzwerk funktionieren. Und weil dieser Austausch mit Gleichgesinnten für Menschen wichtig ist, in der Welt heutzutage sogar immer wichtiger wird, stellen auch soziale Netzwerke digitale Communities immer stärker in den Fokus. Diese sogenannten „Communities in der Community“ rückt Facebook mit seinen Gruppen beispielsweise in Zukunft noch stärker in den Fokus. Und auch in beruflichen Netzwerken wie LinkedIn gibt es zahlreiche Gruppen zu Business Themen oder Job-Spezifika. Das ganze Thema hat dabei unglaublich viel Potenzial für Unternehmen. Eine Expertin, die bereits mit einem Unternehmen aktiv ist, das auf digitalen Communities basiert, ist Nora Breuker. Sie ist vor einigen Jahren der Facebook-Gruppe „From Fat to Finish Line“ beigetreten, als sie mit dem Laufen anfangen wollte und Gleichgesinnte gesucht hat. Mittlerweile hat sich aus der Gruppe ein Start-up entwickelt, das Läufe organisiert, Merchandise vertreibt und weitere Produkte entwickelt hat. Und Nora Breuker hat zu dieser Entwicklung wesentlich beigetragen. Als Expertin für den Aufbau von erfolgreichen Communities war natürlich die erste Frage an Sie: Was macht eine gute Community aus?

Nora Breuker: Tatsächlich nicht das, was die meisten Leute immer denken. Solche Dinge wie: „Wie viele Mitglieder habe ich oder wie schnell wachse ich oder wie viele gehen aus meiner Community raus?“ Sondern es ist tatsächlich eher die Gesundheit der Community. Das heißt zum Beispiel: Wieviel wird da diskutiert, wie viele Interaktionen finden statt? Wie hoch ist der Anteil der aktiven Mitglieder? Das heißt, solche Zahlen sind viel wichtiger, um über den Zustand einer Community zu sprechen, als ob ich jetzt 20.000 Mitglieder oder 500. Wenn du 100.000 Mitglieder hast und keiner redet miteinander, dann ist das keine gute Community. Habe ich über 500 Mitglieder, die extremst viel Austausch betreiben, auf viele Dinge reagieren, dann ist für mich, ob als Brand oder einfach nur als Community Manager das wesentlich wichtiger und interessanter.

Saskia:Es kommt also auf den aktiven Austausch innerhalb der Community an. Das wäre geklärt. Allerdings stellen sich viele Unternehmen natürlich auch die Frage, wozu sie diesen Austausch bzw. eine digitale Community überhaupt benötigen. Oder vielmehr, ob sich ihre Branche oder ihre Marke für eine digitale Community anbietet.

Nora Breuker: Ich sage eigentlich immer: „Prinzipiell passt es überall rein.“ Natürlich gibt es einige Thematiken oder einige Branchen, die machen es sicherlich einfacher, eine Community aufzubauen.Habe ich jetzt zum Beispiel ein Unternehmen im Bereich Reisen oder Food oder Fitness, so die typischen Themen, die natürlich sowieso sehr gut im Internet funktionieren. Dann ist es das natürlich, dann macht es das ein bisschen einfacher, da halt um diese Themenvielfalt halt schon eine Community aufzubauen. Aber es gibt auch sehr, sehr viele gute und bekannte B2B Communities zum Beispiel, ob es jetzt ein Hub Spot ist oder ein Microsoft oder eine andere Richtung. Das heißt, es ist nicht nur relevant für den B2C-Bereich, sondern natürlich auch von Business zu Business, wenn es z.B. um Jobtitel oder sowas geht, wo sich die Menschen untereinander austauschen, wenn es um den Job allgemein geht, dann ist das sowieso immer sehr, sehr positiv für Communities, weil man allgemein gerne in sich selbst investiert.

Saskia:Es gibt also immer ein Thema, eine Geschichte oder einen Call-to-Action, den ein Unternehmen mit einer Community verknüpfen kann. Somit eignen sich digitale Communitys für nahezu alle Unternehmen und Marken. Für viele Themen gibt es allerdings schon erfolgreiche Communities, was Unternehmen davon abhält, selbst aktiv zu werden. Ein Tipp: Auf Glaubwürdigkeit und Authentizität statt bloßer Reproduktion der Community setzen. Wer beispielsweise eigene Mitarbeiter und Fans aktiv fördert und in der Community unterstützt, kann nachhaltige Fürsprecher für die eigene Marke gewinnen. Sogenannte Brand Ambassador das oder Brand Evangelist, die dann auch auf die positive Reputation des eigenen Unternehmens einzahlen. Und nicht nur das, auch die Inhalte, die die Community selbst entwickelt, können durch das Unternehmen genutzt werden. Das nennt man User generated Content und kann von einfachen Postings bis hin zu eigens kreierten Sub Communities reichen. Wer es richtig angeht, hat also nicht nur eine Gemeinschaft, sondern auch eine Gruppe, die eigenen Content produziert. Doch bevor die Community aufgesetzt wird, gilt es wie für alle Social Media-Maßnahmen auch, eine eigene Strategie zu entwickeln. Diese sollte sich in die des gesamten Unternehmens einfügen.

Nora Breuker: Eine klassische Community-Strategie, wie ich sie aufbauen würde, muss ich mir als Brand als allererstes mal einen Gedanken machen: „Ok, wo würde diese Community in mein Business reinpassen?“ Habe ich schon z.B. irgendwie ein gut funktionierendes Unternehmen? Dann muss ich mir einfach überlegen: „Wo, wo platziere ich diese Community?“ Ist das zum Beispiel in der Marketingabteilung? Ist es eine eigene Abteilung. Was genau soll mir diese Community als Unternehmen bringen? Und dieselbe Frage muss ich mir aber auch stellen bezüglich der Mitglieder: „Was für ein Problem löse ich für die?“ Mache ich jetzt einfach irgendwie eine die 500-millionste Community auf über – weiß ich nicht – veganes Essen oder sowas. Und ich habe mich wirklich nicht damit auseinandergesetzt, dass ich irgendein spezifisches Problem dann für diese Mitglieder, die ich anziehen möchte, löse. Dann wirst du dich wahrscheinlich nicht unbedingt von den anderen abheben. Das sind so die ersten Schritte, die du angehen muss. Dann musst du dir genau überlegen: „Was ist die Erfahrung, die die Mitglieder machen, wenn sie durch diese Community durchgehen?“ Und das fängt schon an mit potenziellen Mitgliedern. „Also was, was genau muss ich entwickeln? Was für Content? Um einen eine gewisse Erfahrung hervorzurufen, die diese Leute dann haben? Wie kriege ich das hin, dass ein neues Mitglied zu, zu einem aktiven Mitglied wird? Wie bekomme ich passive Mitglieder zu aktiven Mitgliedern? Wie schaffe ich das, vielleicht sogar aus meinen Mitgliedern richtige Power-Mitglieder oder Brand Evangelist zu machen?“ Das sind alles Fragen, die man sich ja wirklich schon genau überlegen sollte. Was, was für bestimmte Content-Maßnahmen mache ich für die einzelnen Mitgliedergruppen? Muss ich irgendwelche Programme und sowas alles dann noch entwickeln? Ähnlich wie man das in allen anderen Marketingmaßnahmen macht, braucht man auch da ein Content-Kalender. Ich muss mir überlegen, habe ich z.B. Budget zur Verfügung für diese Community? Denn wenn ich jetzt nicht unbedingt auf eine öffentliche Plattform wie Facebook oder so oder LinkedIn geh, sondern mehr eben eine eigene Plattform sozusagen aufbau bzw. eine Community auf einer Plattform aufbaue, dann braucht das halt einfach ein bisschen mehr Budget, weil man es halt schon spezifisch auf sich dann natürlich zuschneiden muss. Wie sieht das Team aus, was in der Community drin ist? Das sind alles Fragen, die man sich schon vorher in einer Strategie überlegen sollte. Wie positioniere ich mich mit dieser Community? Und ganz, ganz wichtig: Was sind die Guidelines, die ich da aufbaue, nach denen ich mich richte? Was ist der Ton, der da angeschlagen werden soll? Was sind No-Gos? Was sind Dinge, die ich unbedingt haben möchte von meinen Mitgliedern? Es steckt schon sehr viel dahinter. So eine Community aufzubauen, das ist jetzt nicht nur mal so nebenbei.

Saskia:In einer digitalen Community steckt also viel Arbeit und die soll sich natürlich auszahlen. Wie kann ich also als Unternehmen etwas aus meiner Community machen? Wie erhalte ich meinen Return on Investment?

Nora Breuker: Ich denke, das aller Allerwichtigste und das haben halt vor allem die Big Brands verstanden, die sowieso unseren Markt, so ein bisschen disruptieren, aus ihren Kunden oder potenziellen Kunden einfach mehr zu machen. Das heißt Fans, Follower, Leute, die mit vollem Herzblut sozusagen hinter meiner Marke stehen und sich halt wirklich richtig mit mir identifizieren. Gleichzeitig gibt es ganz, ganz viele tolle Communities, ob es ein LEGO oder ein Starbucks oder sowas ist, die das auch nutzen, um ihre Produkte weiterzuentwickeln. Das heißt, sie sammeln Ideen. Sie sprechen ganz explizit mit ihren Mitgliedern und natürlich Schrägstrich Kunden, was sie sich wünschen lassen, die teilweise selber Dinge entwickeln und bringen das dann auf den Markt. Also ganz klar, in der Produktentwicklung hilft eine Community ganz, ganz, ganz extrem und ist ja wirklich nur absolut empfehlenswert. Die Kundenbindung ist nirgendwo stärker, weil die Leute einfach ihre Freizeit und nicht nur in ihr Konsumverhalten in so einer Community abhalten. Und das sind so die wichtigsten Faktoren, warum Brands auf jeden Fall darüber nachdenken sollten, Communities aufzubauen.

Saskia:Eine gut funktionierende Community mit der richtigen Strategie dahinter kann sich auf lange Sicht für Unternehmen und Marken in verschiedenen Punkten auszahlen. Egal ob es jetzt um die reine Interaktion oder Reputation geht, um die Entwicklung neuer Produkte oder das Generieren und Verwerten von User Content. Doch wie sind Communities in Zukunft zu bewerten, wenn der Trend immer weiter hin zu Automation, Bots und Co. geht?

Nora Breuker: Ich glaube, klar die Trends gehen natürlich dahin. Viele Unternehmen haben – sage ich jetzt mal  – gerade ihren Kundenservice natürlich abgelöst durch Chatbots und so weiter. Und das ist auch eine gute Entwicklung, weil wir wollen halt einfach heutzutage nicht mehr ewig lange in irgendwelchen Warteschlangen am Telefon hängen. Wir wollen auch nicht irgendwie ewig lang auf ne E-Mail warten. Wir haben ja so ein bisschen Instant Gratification. Wir möchten immer sofort eine Antwort haben und ich denke, das ist schon ganz gut. Aber ich denke halt eben auch und das, das spiegelt sich ja ganz klar wider. Ich meine, das Internet hat uns wahnsinnig viele tolle Dinge gebracht, aber es hat auch viele Leute ein bisschen vereinsamt, weil man halt viel Zeit auf sein Smartphone und am Computer und so weiter verbringt und sich so ein bisschen isoliert. Und da helfen auch gerade im Marketing die Communities natürlich extrem weiter, weil schlussendlich – glaube ich, glauben auch viele andere – sehnen wir uns trotzdem immer nach irgendeiner Art Beziehung und vor allem nach einer persönlichen Beziehung. Und ich glaube ganz klar, dass da Community einen wesentlich größeren Fokus auf der ganzen Welt spielen wird. Die Amerikaner sind uns da natürlich schon ein Ticken voraus. Aber es kommt eben jetzt auch in Europa immer mehr, dass viele Brands das verstehen, dass viele Marketer das verstehen und eben dann genau solche Dinge aufbauen. Ich glaube persönlich, dass wir das viel, viel häufiger sehen werden. Auch aus, aus wirtschaftlichen Gründen. Wenn ich mir angucke, was in den letzten paar Jahren passiert ist, wie Communities z.B. auch teilweise aufgrund der Datenschätze dieser einfach da drin haben, aufgekauft worden sind für unglaubliche Summen von Geld, dann zeigt mir das halt schon, dass da eine große Zukunft drin liegt, weil es immer interessanter und relevanter wird. Ich würde mir tatsächlich wünschen, dass wir eben viel mehr Zeit und Aufwand investieren, solche Communitys aufzubauen. Und dann auch ein bisschen dafür zu sorgen wieder Persönlichkeit, aber auch eben diese, die die persönlichen Beziehungen ins Marketing wieder reinzubringen. Also ich denke, wir werden immer weiter Technologie natürlich vorantreiben, aber wir sind eine künstliche Intelligenz und so weiter ist, aber schlussendlich sehnen wir uns halt doch immer nach menschlichen Beziehungen.

Off-Stimme:Social Media-Expertenwissen. In and out.

Saskia: Menschen sind und bleiben Menschen und brauchen daher den persönlichen Kontakt. Das ist der Fakt, der digitale Communities so wertvoll für Unternehmen und Marken macht. Auch in Sachen Social Media werden Communities immer wichtiger. Facebook will beispielsweise Gruppen in Zukunft zu einem Hauptfokus des Netzwerkes machen. Ein guter Zeitpunkt also, um über den Aufbau einer eigenen Gemeinschaft nachzudenken. Wenn ihr für euer Unternehmen bzw. für das eines Kunden eine digitale Community aufbauen wollt, sind folgende Schritte wichtig: Erstens: Legt das Ziel der Community fest: Was soll sie für euer Unternehmen bringen? Möchtet ihr eure Kundenbindung erhöhen, Ideen von Kunden zur Produktentwicklung nutzen oder die positive Wahrnehmung eurer Marke steigern? Wichtig: Die Strategie der Community muss sich in die des Unternehmens einfügen. So wisst ihr im Vorhinein, auf welche Ziele ihr mit der Community einzahlt. Zweitens: Legt die Zielgruppe fest: Wen wollt ihr mit eurer Community erreichen und aktivieren? Und wo sind diese Menschen in Social Media aktiv? Drittens: Legt den Kanal fest. Wo soll die Community stattfinden? Bietet sich ein soziales Netzwerk an oder lohnt es sich vielleicht, eine eigene Plattform aufzubauen? Viertens: Macht klar, welche Inhalte in eurer Community stattfinden sollen. Welchen Content wollt ihr selbst veröffentlichen? Welche Interaktionen erhofft ihr euch von den Usern? Welches Erlebnis wollt ihr innerhalb der Community kreieren? Welche Call-to-Actions bindet ihr ein? Und wie bekommt und verwertet ihr User generated Content? Fünftens: Schätzt vorher genau ab, wieviel Arbeit das Ganze mitsichbringt, welche Ressourcen, also Zeit, Technik, Personal und so weiter ihr benötigt. Denn Community Building bedeutet Arbeit und nicht gerade wenig, wie Nora Breuker weiß.

Nora Breuker: Natürlich ist das wahnsinnig viel Arbeit. Absolut, stimmt definitiv. Aber auch wenn sich der Erfolg einer Community ein bisschen länger hinzieht als viele andere Marketingmaßnahmen, ist, wenn der Erfolg sich dann durchsetzt, nichts so erfolgreich wie tatsächlich eine Community. Das heißt, wenn es dir noch nicht mal wert ist, dann eben auch auf deine Leute zu reagieren. Und ich persönlich finde – egal was du machst – selbst wenn du keine Communities aufbauen, sondern du hast z.B. Social Media-Kanäle und dir ist das zu lästig, auf Kommentare oder sowas zu reagieren, dann hast du nicht so wirklich eine Berechtigung da zu sein und die Leute werden sowieso über dich reden. Entweder du reagierst dann darauf und schaffst es dann vielleicht auch eher, Vertrauen aufzubauen oder reagierst eben nicht darauf. Und du wirst es schaffen, dass die Leute dich dann eher negativ wahrnehmen. Also das hat für mich nur was mit Faulheit zu tun.

Saskia:Und Faulheit ist kein guter Berater beim Thema Social Media. Ein gutes Schlusswort für die zweite Folge des K12 Podcasts Social Media-Expertenwissen zum Thema digitale Communities. Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, her damit. Gerne helfen wir in Sachen Community Building auch weiter.Schreibt uns einfach eine E-Mail an:

Off-Stimme: somex@k-zwoelf.com.

Saskia:Wir freuen uns natürlich auch über Lob oder anderen Input. Wer nicht genug bekommt, kann auch auf unserer Podcast Website vorbeischauen. Dort gibt es die bisherigen Folgen im Archiv zum Nachhören.

Off-Stimme: somex.k-zwoelf.com.

Saskia: Und ich sag vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge.

Off-Stimme:Und nicht vergessen: Abonniere uns und rede mit deinen Freunden darüber.

Folge 1: Wie kann ich meine Social Media-Strategie optimieren?

Folge 1: Wie kann ich meine Social Media-Strategie optimieren?

In Folge #1 unseres Podcasts geht es um die Social Media-Strategie. Denn Social Media Marketing und Kommunikation funktionieren langfristig nur mit einer guten Strategie. Dazu gehört nicht nur, welche sozialen Netzwerke man für das Marketing auswählt.

Aber: Es soll nicht um das Erstellen gehen, sondern um die Nachbesserung. Um nah an der eigenen Zielgruppe bleiben zu können, ist es wichtig flexibel zu sein. In sozialen Medien ist die Interaktionsrate ausschlaggebend um zu entscheiden, welcher Content weiter produziert werden sollte. Dafür gibt es nur leider keinen Masterplan mit dem nötigen Know-How. 

Die Notwendigkeit eine Social Media Strategie anzupassen kann ganz unterschiedliche, individuelle Ursachen haben. Verschiedene Tools können Daten wie Follower-Wachstum, Shares, Kommentare, uvw. messen. Basierend auf gesetzten Zielen können große und kleine Unternehmen dann Maßnahmen einleiten, um die eigene Performance in Social Media Kanälen zu verbessern.

Für einige Einblicke in die Welt der Social Media Strategie sprechen wir mit der Stadtbücherei Düsseldorf und mit unserem K12-Teamlead Social Media und Content Marketing, Jo Volkwein. Wir erklären euch, wie ihr eure Social Media-Strategie auf ihren Erfolg überprüfen könnt – und wie ihr sie praxisnah verbessert. Übrigens: Jo findet ihr auch auf Twitter und LinkedIn.

Transkript

Off-Stimme:Social Media-Expertenwissen. Der K12 Podcast. Folge 1.

Saskia: Ohne Strategie erfüllt Kommunikation nur selten ihren vollen Zweck. Das gilt selbstverständlich auch für Social Media. Erst die Strategie, dann die Umsetzung im Idealfall. Das haben mittlerweile auch die meisten verinnerlicht und versuchen mit Struktur und Planung ihre kommunikativen Maßnahmen umzusetzen. Doch anders als bei einer Pressemitteilung, die man rausschickt, kann die Zielgruppe via Social Media direkt in den Kontakt, die Interaktion treten und so vielleicht die sorgsam überlegte Strategie auf den Kopf stellen. Diese Podcast-Folge soll daher zwei Fragen beantworten: Erstens, wie erkenne ich, dass meine Social Media-Strategie optimiert bzw. nachjustiert werden sollte? Und zweitens, wie setze ich das Vorhaben in der Praxis um?

Off-Simme:Social Media-Expertenwissen. Interview.

Saskia: Zwei Social Media-Experten, die das schon hinter sich haben, sind Karoline Kahmann und Stephan Schwerin von den Stadtbüchereien Düsseldorf. Als sie vor circa sieben Jahren mit Social Media angefangen haben, war klar: „Wir zeigen Bücher. Schließlich sind wir ne Bibliothek.“

Karoline Kahmann: Wir haben gedacht: Also bei Facebook mindestens einmal am Tag was posten, höchstens drei Mal. Und dann haben wir uns damals vorgestellt. Die Leute erwarten von uns Büchertipps, Medientipps, Filmtipps und haben dann gedacht, wir können die Leute damit unterhalten. Und jetzt sind wir natürlich viel klüger. Wir machen das jetzt anders. Aber wir haben einfach, wir haben einfach angefangen.

Saskia:Das Stichwort hier ist klüger. Das sind die beiden mittlerweile. Durch das Feedback der Community. Denn ihre Annahme, dass Medien und Bücher der einzige Content sind, der User interessiert, war nicht ganz zutreffend.

Karoline Kahmann:Das fing dann an, dass wir neben den Medientipps einfach auch die Sachen gepostet haben, die in der Bibliothek so halb privat passiert sind, den Mitarbeitern oder was wir für witzige Lesezeichen gefunden haben und so weiter. Und da haben wir dann gemerkt das kommt viel besser an als unser pädagogischer Auftrag, die Leute ans Lesen zu bekommen.

Saskia:Die Rückmeldungen der User, die interessante Inhalte mit Interaktionen belohnt haben, war und ist entscheidend für Karoline Kahmann und Stephan Schwerin. Annahmen werden in der Praxis ausgetestet und wenn sie nicht wie erwartet gut ankommen, wird nachjustiert. Das kann auch tatsächlich ganze Netzwerkauftritte betreffen.

Stephan Schwerin: Snapchat hatten wir auch mal eine Zeitlang …

Karoline Kahmann:… zwei Jahre.

Stephan Schwerin: zwei Jahre. Das ist auch ein Beispiel dafür, dass unsere Social Media-Sachen immer im Prozess irgendwie auch von uns gesehen werden. Als Instagram dann die Stories eingeführt hat, haben wir uns dann von Snapchat verabschiedet, weil man natürlich auch immer ein bisschen Personaleinsatz und dann die Reichweite ein bisschen auch gegenprüfen muss. Also ist der Aufwand wirklich gerechtfertigt für das. Und da haben wir irgendwann auch entschieden: Wir stellen Snapchat wieder ein und integrieren das bei den Stories bei Instagram. Also deswegen ist es auch wichtig, da aktuell zu bleiben, dran zu bleiben und der aktuellen Entwicklung Rechnung zu tragen.

Saskia:Also nicht nur das „wo“ kann sich bei einer Social Media-Strategie ändern. Auch das „wie“ ist im Prozess. Allgemein gilt ja, Video Content ist am erfolgreichsten von allen anderen Formaten. Aber auch in dem Punkt lohnt sich das Hinterfragen von Statistiken. Für die Aktivitäten der Stadtbüchereien Düsseldorf ist die Interaktionsrate der User, immer der entscheidende Faktor, um Inhalte und Themen und Formate zu veröffentlichen oder es eben nicht zu tun. Die Faustregel: Je höher die Interaktionsrate desto besser performt der Content.

Karoline Kahmann: Wir wundern uns jedes Mal, wie manchmal reine Text produzierte Posts super abgehen. Und das nicht nur auf Twitter, auch auf Facebook, ohne Bild, ohne Video. Einfach nur mal zugehört, wenn sich zwei Kinder unterhalten haben oder ein Gespräch mit dem Kunden oder so. Oder da ist was passiert, da fügt man mal ein Wort dazu oder einen halben Satz und schon ist es eine kleine Geschichte.

Saskia:Storytelling kann also auch ganz ohne Bild oder Video funktionieren, wie die Stadtbüchereien beweisen. Wer also in seiner Strategie stark auf Bewegtbild setzt, aber sieht das Bild- oder Textinhalte besser performen, der sollte seinen Fokus strategisch neu ausrichten. Der strategische Tipp von Stephan Schwerin zum Schluss: Wer bei der Umsetzung von Social Media intern auf Hürden stößt, soll sich dadurch nicht von seiner Überzeugung abbringen lassen. Und manchmal ist es ganz gut, Erwartungen nicht zu erfüllen.

Stephan Schwerin: Und sich nicht entmutigen lassen bei Widerständen.Weil ich glaube, es sind oft, wenn ich das mal so sagen darf, Widerstände auch von Leuten, die eben dort nicht aktiv sind. Und dann darf man sich deswegen nicht entmutigen lassen, wenn man ein Ziel verfolgt. Und man sollte ein gutes Konzept in der Tasche haben. Gute Überzeugungsarbeit dadurch.

Karoline Kahmann: Nicht nur Büchertisch.

Stephan Schwerin: Nicht nur Büchertisch, das haben wir gelernt. Das ist ganz interessant. Ist auch ein bisschen zwiespältig, weil natürlich auch von uns sowas mal erwartet wird. Aber wir glauben, unsere Facebook-Seite nur mit Postings über Büchertisch wäre langweilig.

Off-Stimme: Social Media-Expertenwissen. Inside.

Saskia: Die Interaktionsrate der User, neue Features von Netzwerken, hohe oder niedrige Akzeptanz von bestimmten Formaten, die Notwendigkeit, die eigene Social Media-Strategie anzupassen, kann ganz unterschiedliche Ursachen haben, wie wir gehört haben. Angenommen, ich erkenne jetzt den Bedarf einer Nachjustierung bzw. Optimierung. Wie gehe ich dann überhaupt vor? Um diese Fragen zu beantworten, begrüße ich Jo Volkwein bei uns. Sie ist die Leiterin Social Media und Content Marketing bei K12, hallo Jo.

Jo: Hallo Saskia.

Saskia: Schön, dass du da bist. Wir sprechen ja heute darüber. Wie kann ich erkennen, dass meine Social Media-Strategie vielleicht nicht so funktioniert, wie ich das gerne hätte? Und vor allem: Was mache ich dann, wenn es so ist? Wenn wir uns die Social Media-Strategie anschauen, wo fange ich denn da überhaupt an? Gehe ich da einfach ins Blaue hinein? Oder wie würdest du vorgehen?

Jo:Grundsätzlich lohnt es sich natürlich erstmal gewisse Vorannahmen aufzustellen, was wie funktioniert. Also wo möchte ich präsent sein. Das ist dann der Punkt, wo viele Unternehmen sich ganz am Anfang im Bereich Social Media erst mal für Facebook entscheiden. Einfach weil man gehört oder gelesen hat, dass dort die meisten User aktiv sind. Und dann schaut man meistens: „Was hab ich eigentlich schon an Content, den ich produzieren oder den ich leicht produzieren kann, den ich veröffentlichen kann?“ Und dann wird dieser Content – ich sage mal salopp – rausgehauen. Und schon hat man dadurch eigentlich die ersten Werte, die sich daraus ableiten, dass man z.B. über die Facebook Insights sehen kann: Was hat denn gut funktioniert, was nicht? Wie haben sich die ersten Zahlen bereits verändert? Das ist natürlich eine Herangehensweise. Die andere Herangehensweise ist schon in der strategischen Vorüberlegung, bevor ich überhaupt irgendwelche Kanäle aufsetze oder bespiele, die Sicht des Users einzunehmen oder des potenziellen Kunden. Auch sich einmal anzuschauen: Wo trifft eigentlich der potenzielle Nutzer oder der potenzielle Kunde mich im Internet an und darauf basierend zu überlegen: „Auf welche Kanäle gehe ich denn? Und was könnte den Nutzer eigentlich interessieren?“

Saskia:Das heißt, wenn ich jetzt im Idealfall recherchiert habe: Okay, da sind meine potenziellen Kunden, da muss ich auch sein. Ich habe die Inhalte festgelegt, die den Kunden hoffentlich interessieren. Wie messe ich denn dann? Oder wie mache ich messbar, dass das, was ich mache, überhaupt funktioniert? Es gibt ja Trilliarden Werte, die ich mir anschauen kann. Wie lege ich fest, das ist jetzt wirklich für mich und mein Unternehmen relevant?

Jo:Idealerweise überlege ich mir natürlich vorher, was ich eigentlich überhaupt erreichen möchte über die Social Media-Kanäle. Das heißt, welche Ziele möchte ich erreichen? Das kann bei manchen Unternehmen sein. Ich möchte mehr Anmeldungen für meinen Newsletter generieren. Das kann sein. Ich möchte meine Reichweite ausbauen. Das kann sein. Ich möchte Linkklicks auf meine Website haben. Das kann sein. Ich möchte Verkäufe, also ich möchte Abverkauf, den Abverkauf von Produkten ankurbeln und so weiter und so fort. Also es gibt ja eine Vielzahl an Unternehmens- und Projektzielen zur Auswahl. Und darauf, daraus muss ich mir einige wenige spezielle aussuchen. Die ich im weiteren Schritt messbar machen möchte durch sogenannte Key Performance Indicators. Also KPIs, gerne auch abgekürzt, sodass ich Ziele durch bestimmte Leistungskennzahlen messbar mache, die ich eben auch leicht überprüfen kann in den jeweiligen Social Media-Kanälen oder eben wenn ich ein entsprechendes Social Media Tool nutze.

Saskia:Okay. Das heißt, wenn ich jetzt beispielhaft sage, ich als Unternehmen möchte meine Marke bekannter machen, was könnten da Messwerte sein, die ich etabliere in meiner Strategie?

Jo:Das reicht von dem Simplen: „Ich möchte mehr Follower auf meiner Facebook-Seite, auf meinem Instagram-Kanal, auf meiner LinkedIn-Seite, wie auch immer.“ Das kann aber auch sein, dass ich zum Beispiel sage: „Ich habe eine bestimmte Landing Page auf, auf meiner Webseite und möchte dort besonders viel Traffic generieren.“ Das kann aber auch bedeuten, dass man sich die Interaktionsrate anschaut, weil ich gerne möchte, dass die Leute über mich sprechen im Social Web oder mit mir sprechen idealerweise. Das heißt, dass z.B. Beiträge von mir besonders häufig geteilt werden, dass sie kommentiert werden, geliked werden.

Saskia:Erster Schritt, wie du schon gesagt hast, ich schaue mir an, wo sind die User, die ich erreichen will. Wie kann ich die User mit Inhalten erreichen? Und was ist sozusagen Erfolg für mich, für meine Social Media-Strategie, wenn ich das messbar gemacht habe. Wenn ich jetzt einfach loslege, die Inhalte veröffentliche, wo ich denke, das kommt ganz gut an und nach einem Monat merke ich, ja, irgendwie doch nicht. Wie kann ich das überprüfen und sicherstellen, dass es da vielleicht im zweiten Monat besser läuft?

Jo:Also erstmal ist das unheimlich wichtig, überhaupt diese Fähigkeit zu haben als Social Media Manager, nämlich diesen Mut, sich die eigenen Kanäle und Inhalte auch mal anzusehen. Und zu schauen, was performt, wie und sich im weiteren Schritt gegebenenfalls einzugestehen, dass man vielleicht mit dem, was man so produziert und veröffentlicht hat, nicht ganz richtig lag. Oder dass das eben nicht erfolgsbringend war. Im weiteren Verlauf geht es dann z.B. auf andere Themen zu setzen oder sich seine Strategie nochmal anzuschauen und zu überlegen, ob ich vielleicht auf den falschen Kanälen unterwegs bin. Stichwort Match von Nutzerdemographien der eigenen Netzwerke versus z.B. Persona meiner, meines Kunden und Mediennutzungsverhalten meines Kunden. Vielleicht bewegt er sich auch viel mehr auf Xing statt auf LinkedIn. Vielleicht ist meine Zielgruppe besonders jung und bewegt sich mittlerweile auf Snapchat oder TikTok statt auf Instagram z.B.. Vielleicht habe ich aber auch die falschen Formate gewählt, also nur weil alle Welt oder die ganze Social Media-Welt sagt, dass Video Content besonders gut performt oder funktioniert, muss das nicht heißen, dass das für meine Themen und für meine Produkte das Gleiche bedeutet.

Saskia:Das heißt, ich muss da wirklich laufend den Blick drauf behalten auf all das, was ich mache. Und immer ein bisschen gegenprüfen: „Welche KPIs habe ich und inwieweit erfüllt der Content diese Zielsetzung sozusagen, die dahintersteht?“

Jo: Ja,die Regelmäßigkeit ist ganz wichtig beim Monitoring und auch bei der Evaluation. Einfach auch deshalb, um langfristig eine Vergleichbarkeit der Kennzahlen garantieren zu können. Wenn ich nicht regelmäßig reinschaue in meine Zahlen es ist einfach so, dann kann ich da auch keine Schlüsse daraus ziehen. Dann brauche ich mich – unterm Strich salopp gesagt – auch nicht wundern, wenn langfristig eben der Erfolg ausbleibt.

Saskia:Wenn ich jetzt schaue, Punkt beispielsweise Medium Video ist vielleicht doch nicht das richtige Format für mich. Wie finde ich dann heraus, welches Format eventuell besser performt? Wie gehe ich davor?

Jo:Da gibt’s ja verschiedene Vorgehensweisen.Man kann natürlich beispielsweise, wenn man sich jetzt eine Kategorie raussucht z.B. Service Content oder so, kann man natürlich einfach mit anderen Formaten das Ganze auch ausprobieren. Sich überlegen kann ich beispielsweise das, was ich jetzt durch ein Interview mit einem Experten wiedergegeben habe, kann ich das in einer in einem Foto-Post-Format wiedergeben, beispielsweise als Checkliste oder als Listicle sozusagen: „Fünf Dinge, die du beachten sollst.“ Das wäre eine Herangehensweise, das heißt, mit den Formaten zu spielen oder aber auch tatsächlich zu überprüfen: „Nutze ich denn die Formate, die ich bereits genutzt hab auf richtigem Wege?“ Im Videobereich heißt das zum Beispiel: „Haben meine Videos eigentlich Untertitel? Und wenn nicht, kann das der Grund dafür sein, dass sie nicht bis zum Ende angeschaut werden z.b. oder dass sie nicht geteilt werden. Haben meine Videos ein ansprechendes Thumbnail?“ Sodass auch der Nutzer auf jeden Fall daran hängenbleibt in seinem Feed und so weiter und so fort.

Saskia:Das bedeutet, es gibt leider in dem Fall nicht den einen Punkt, wo ich sehen kann okay, das ist jetzt genau der Faktor, der in dem Bereich relevant ist, sondern ich muss meistens auch so ein bisschen ausprobieren und dann in der nächsten Evaluation schauen: „Hat das einen Unterschied gemacht und wenn ja, wie war der?“

Jo:Also das, was sicherlich hierbei jetzt auch rauskommt ist das kann mitunter sehr zeitaufwändig sein, insbesondere am Anfang. Kann aber natürlich im weiteren Verlauf, wenn man dann sozusagen die Sweet Spots, also den Content, der gut performt, gefunden hat und seine Nutzerschaft damit bespielt. Kann das im weiteren Verlauf eben auch sehr ressourcensparend sein, sich mal am Anfangen mit messbaren Zielen oder mit der Messbarkeit von Zielen auseinanderzusetzen. Und insbesondere im Bereich Ad-Konzeption, wenn’s  um Social Media Advertising geht, ist das vor allem für kleinere Unternehmen, die nur weniger Budget zur Verfügung haben, essentiell, dass sie eigentlich A/B Testings nutzen. Das heißt z.B. Ads ausspielen, die gleich aussehen, also mit gleichen Visuals, aber an verschiedene Zielgruppen für eine gewisse Testperiode, z.B. drei bis fünf Tage oder dass sie an verschiedene Zielgruppen ein und dieselbe Ad ausspielen, beispielsweise. Es gibt ganz, ganz viele verschiedene Art und Weisen beim Vorgehen von A/B Testing, aber so kann halt sehr, sehr schnell festgestellt werden, wie das auch kleine Budget am effektivsten eingesetzt werden kann, um bestmöglich das Ziel zu erreichen, was man mit dieser Ad oder mit der spezifischen Ad erreichen möchte.

Saskia:Ich kann also nicht nur sehen, welche Art von beispielsweise Visual kommt bei meiner Zielgruppe besser an und dadurch natürlich auch Geld sparen, um es mal so zu sagen. Wenn ich nachher sehe, die Zielgruppe ist vielleicht auch gar nicht relevant, kann ich das auch durch eine A/B Testing rausfinden?

Jo: Genau, also man kann tatsächlich auch mittlerweile, also der insbesondere beim Facebook Network und da gehört ja nicht nur Facebook dazu, sondern eben unter anderem auch der Messenger und auch Instagram, aber eben auch das Facebook Network. Und da hängt sehr, sehr viel noch das Audience Network oder so, da hängt noch sehr, sehr viel, hängen viele weitere Kanäle dran und da kriege ich über den entsprechenden Business Manager oder den Werbeanzeigen-Manager sehr genau mitgeteilt, welche Zielgruppe denn wie auf meine verschiedenen Ad-Formate oder Ad-Konzepte angesprochen ist.

Saskia:Wenn man dich jetzt fragen würde, in welchem Turnus so eine Überprüfung stattfinden soll, da gibt’s natürlich auch von bis immer unterschiedliche Antworten. Was ist so, wenn du sagst, Unternehmen auch gerade kleine Unternehmen fangen jetzt an mit Social Media, wollen ihre Strategie oder ihre Erfolge regelmäßig überprüfen, was es da ein guter Zeitturnus?

Jo: Ich bin ehrlich gesagt gar nicht sicher, ob es da eine Faustregel gibt und kann mir vorstellen, dass das der eine oder andere auch anders sieht. Aber ich würde grundsätzlich die organischen Postings, also die, die nicht mit Werbebudget hinterlegt sind, würde ich mit einem bestimmten Stichtag einmal im Monat mir anschauen, tatsächlich und würde quartalsweise ein kurzes Reporting darüber erstellen. Also entweder für sich selbst oder aber auch gerade wenn man eine Rechtfertigung innerhalb des Unternehmens braucht, ist das immer sehr hilfreich, drei bis vier aussagekräftige Zahlen zu haben, wie sich etwas entwickelt hat, was die Ads betrifft oder im Social Media Advertising-Bereich hängt das natürlich davon ab, welche Dauer ich eingestellt habe. Und insbesondere dann, wenn ich A/B Testings fahre, muss ich natürlich eigentlich täglich da reinschauen. Oder das hängt auch davon ab, wenn ich z. B. sehr spezifisch auswähle, dass eine Anzeige beschleunigt ausgeliefert wird, dann bricht sich das runter bis auf nahezu stündlich oder mehrfach an einem Tag oder so. Insbesondere ganz am Anfang lohnt es sich gegebenenfalls auch öfter reinzuschauen. Wobei man auch da natürlich darauf achten sollte, das ist aufwendig. Und wenn ich mir vornehme, jede Woche dort reinzuschauen und meine Kennzahlen zu erheben und zu schauen, wie sich innerhalb einer Woche schon was entwickelt hat, dann kann das mitunter auch etwas desillusionierend sein – kann ich mir vorstellen. Deswegen ist es vielleicht auch für einen selbst schöner, wenn man das tatsächlich auf einen Monat hoch setzt. Aber am Anfang – ich will nicht sagen, ist das eine komplett Nullmessung – aber man hat eben noch keine Referenzwerte. Die sich erstmal herstellen müssen oder die man selbst erstmal herstellen muss. Und deswegen lohnt es, kann es sich lohnen, öfter als z.B. monatlich diese Zahlen anzusehen und entsprechend zu evaluieren.

Saskia:Wieso ist das so wichtig, dass ich als Social Media-Verantwortlicher da auch sage: „Okay, vielleicht war das nicht ganz so schön oder nicht ganz so gut, was ich da bisher gemacht habe.“

Jo:Also es soll ja in erster Linie auch Spaß machen. So, und wenn ich natürlich nicht diesen Mut habe, mir z.B. auch mal einzugestehen, dass etwas vielleicht strategisch nicht so klug war oder dass etwas strategisch nicht zur Zielerreichung beigetragen hat, dann werde ich auch nicht den Mut haben, irgendetwas zu verändern. So, das betrifft ja nicht nur Social Media Management, das betrifft ja alles im Grunde genommen. Ich meine, Social Media macht dann im Zweifel auch Spaß. Wenn man sieht: „Oh schön, da kommt es zu einer Interaktion. Mein Content wird gut angenommen von der Zielgruppe, die Zielgruppe tritt in den Austausch mit mir.“ Und deswegen ist es wichtig, diesen Mut aufzubringen, die Motivation aufzubringen und auch, sich die Zeit zu nehmen, hier und da diese, dieses, diese Evaluation vorzunehmen. Reporting zu erstellen, weil es natürlich auch am schönsten für einen selbst ist, wenn man dann einfach mal schwarz auf weiß sieht, dass man das, was man gemacht hat, gut gemacht hat.

Off-Stimme:Social Media-Expertenwissen. In and out.

Saskia:Wenn wir das jetzt nochmal zusammenfassen würden, so die drei Kerndinge, die wichtig sind bei einer Social Media-Strategie, damit ich nachher weiß, sie hat funktioniert oder auch ich muss da nachbessern. Welche drei Dinge wären das?

Jo: Für mich persönlich sind in der Evaluation und im Reporting von Social Media-Strategien drei Dinge wichtig: Nämlich erstens nicht zu viele Ziele vornehmen und mit KPIs messbar machen, weil die Gefahr da ist, dass man sich verzettelt. Den Mut haben, auszuprobieren und Dinge zu verändern und auch Strategien anzupassen, die ich vielleicht schon immer so gemacht habe. Und für eine Regelmäßigkeit zu sorgen, auch wenn das mitunter nervig sein kann, nicht in den Arbeitsalltag reinpasst oder, oder. Aber eben nur die Regelmäßigkeit führt zu einer Vergleichbarkeit und zu einer kontinuierlichen Verbesserung.

Off-Stimme:Social Media-Expertenwissen. Der K12 Podcast.

Saskia: Und das war auch schon unsere erste Folge unseres Social Media-Expertenwissens Podcast. Noch einmal vielen, vielen Dank an die Stadtbüchereien Düsseldorf und an meine Kollegin Jo für den tollen Input. Wir hoffen, ihr konntet ganz viel mitnehmen, falls ihr Rückmeldungen zur Folge habt oder Fragen, Anregungen, Wünsche. Dann schreib uns doch einfach eine E-Mail.

Off-Stimme: somex@k-zwoelf.com.

Saskia: Falls ihr weitere Infos sucht oder eine Übersicht zu unserem Podcast, die gibt es natürlich online für euch.

Off-Stimme: somex.k-zwoelf.com.

Saskia: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge.

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